1886. Nr. 15.]

Kleine Mittheüungen.

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sie ungeniessbar; z. B. Wirsing, Blumen­kohl, Kartoffeln, Weisskohl in Blättern, Scorzonerwurzeln, Bohnen.

Um die Gemüse möglichst gleichmässig abzubrühen, füllt man die geschnitzelten Bohnen, oder den gereinigten Blumenkohl, oder die zertheilten Wirsing- und Weiss­kohlköpfe in verzinnteDrahtgefässe, welche derart angefertigt werden, dass der Inhalt eines Drahtgefässes zur Füllung einer Hürde genügt. Man senkt diese Drahtgefässe mit ihrem Inhalt in siedendes Wasser und be- lässt sie so lange darin, dass z. B. ge­schnitzelte Bohnen sich schön grün färben. Blumenkohl, Wirsing und Weisskohl kocht ^an richtig ab. Kartoffeln schält man, kocht sie dann gar, schneidet sie in Scheiben ü nd dörrt sie dann hart. Nach dem Ab­brühen werden die Produkte sofort auf den Dörrhürden auseinandergebreitet und ln den Apparat eingeschoben.

Je langsamer und vorsichtiger gedörrt Jfrd, desto schöner werden die Produkte. Es empfiehlt sich deshalb, mehr auf die Qualität, als auf die Quantität zu sehen. Um die Dörrprodukte zum Dörren her­zurichten, bedarf man kleiner Maschinen, Welche von Herrn Kaufmann EL Bade- Hildesheim, Scheelenstr., geliefert werden.

Es sind dieses: Eine Apfelschälmaschine (Viktor) zum Schälen, Auskernen und ringförmigen Schneiden 12 Mark; e,n e Birnen- und Kartoffelschäl­maschine zu 10 Mark; ein e Universal - Schneidemaschine ^Express" zum Zerschneiden von Ge­müsen aller Art, wie Kohl, Kohlrabi, Rüben, Kohlrüben, Gurken, Bohnen, ge- . kochten Kartoffeln ä 5,506 Mark; eine kleine Schrotmühle zum Mahlen der gedörrten Kartoffeln, wodurch man den sogen. Kartoffelgries erhält, welcher nach dem Kochen den schmackhaftesten Kartoffelbrei liefert; e, nen Kartoffel- und Birnensieder von verzinntem Drahtgeflecht, dessen «halt für eine Hürde berechnet ist, ä l »5o Mark;

wen Gemüsesieder von verzinntem Drahtgeflecht, dessen Inhalt ebenfalls

eine Hürde berechnet ist, 2 Mark. Jllustrirte Preisverzeichnisse versendet ^Verlangen Herr H. Bade gratis und

Der Apparat war auf der Berliner steht nbau " Ausstellun S ausgestellt und lanH ^ etzt 1 Exemplar im Museum der nuwirthschaftl. Hochschule, Invaliden­rasse 42. Berlin. Daselbst sind auch die

vorzüglichen, damit gedörrten Gemüse ausgestellt.

Kleine Mittheilungen. Die Anlage eines Weinhauses in England.

Von Otto Schrefeld.

Es wird zunächst eine Grube von 5 m Breite und 3 m Tiefe in der für das Haus beabsichtigten Länge ausgehoben. In diese Grube nun bringt man unten zuerst eine Lage von Kalk- und Steinbrocken, dann eine Schicht von Backsteinen; hierauf füllt man die Grube aus mit der besten alten Düngererde und mit Soden von abgestoche­nem Rasen. Dieses Erdmaterial wird nur nach und nach, in vertikalen Schichten, eingesetzt und jeder Schicht Zeit gelassen, sich unter dem Einflüsse von Luft und Sonne zu entsäuern. Die ganze Masse ist mitDrains durchzogen. Die äussere Schräg­wand des Treibhauses steht über der Mitte der Grube, so dass die Wurzeln der Reben, innen und aussen, je 2 1 /, m Raum linden. Die Lüftung wird durch obere und untere verstellbare Fenster geregelt, die gemein­schaftlich der Drehung eines kleinen Steuer­rades leicht gehorchen. Röhren mit kaltem und heissem Wasser laufen im Erdboden und über demselben hin und wieder. Die Knochendüngung wird sehr stark ange­wendet, wir fanden für eine Abtheilung von 10 Rebstöcken 20 Centner zerschlagene Knochen bestimmt. Die Reben und Pfirsich­stämme sind, wie schon erwähnt, auf die Mittellinie der Grube gepflanzt und laufen in den Häusern unter dem schrägen Glas- Dache hinauf; nur in den ersten Jahren des Betriebes in einem neuen Hause, wenn die definitiven Pflanzen noch klein sind, duldet man ältere, interimistische an der geraden Wand; diese werden aber später beseitigt. Nach der strengen Observanz soll jedes Haus nicht etwa nur eine Gattung von Früchten, sondern sogar nur eine Sorte derselben enthalten, da die richtige Tem­peratur und der unausgesetzte Kampf mit den Pilzen und Insekten, durch Spritzen und Tabakräuchern, sonst gestört werden. Für die Topferdbeeren wird wohl eine Ausnahme zugestanden; denn von ihnen kann man bekanntlich nie genug aufstellen, um der Nachfrage völlig zu genügen.

Der Erdboden innerhalb und ausserhalb eines solchen Weinhauses wird mit altem Dünger bedeckt, stets nur vorsichtig ge­lockert, nie gegraben oder bepflanzt, um die flach unter der Oberfläche laufenden feinen Wurzeln nicht zu schädigen.