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Reblaus 1885/86" wurden in der Rheinprovinz auf dem linken Rheinufer von Andernach bis Bonn — einschliesslich des Ahrthaies bis über Altenahr hinaus — Untersuchungen angestellt, auf dem rechten Ufer von Neuwied bis Obercassel, einschliesslich sämmtlicher Seitenthäler. Ks wurden dabei 36 neue Herde links und 52 neue rechts vom Rhein aufgefunden. Die ersteren, mit einem Flächeninhalt von insgesammt 15883 qm (inclusive der Sicherheitszonen), befinden sich zum überwiegenden Theile in den schon früher als verseucht erkannten Gemarkungen Heimersheim, Lohrsdorf und Ehlingen. Neue Herde wurden gefunden in Sinzig, Westum, Niederbreisig und Friesdorf. — Die rechtsrheinischen, 1885 aufgefundenen Infektionen, mit einer Gesammtfläche von 82455 qm, schliessen sich zum Theil an die im Vorjahre entdeckten Herde in den Gemarkungen Linz, Linzhausen und Ockenfels an, theils liegen sie in neuen Gemarkungen: Ober- casbach, Ohlenberg, Honnef, Leubsdorf. — Im Ganzen sind in Preussen 1885 etwa Q 3 4 ha Weinpflanzungen der Vernichtung und Desinfektion unterworfen worden.
Wichtig ist, dass im Ahrthal an einer Stelle, die wiederholt, zum Theil auf den 5. Stock, untersucht und für reblausfrei gehalten war, jetzt Rebläuse gefunden sind, ein Beweis, wie schwierig die Untersuchung. Bemerkenswerth ist ferner, dass in Lohrsdorf und Heimersheim die infizirten Stöcke sich in der Regel dicht neben den Wegen fanden, und zwar an Punkten, an denen die Bearbeitung der Weinberge zu beginnen pflegt. Ein Beweis für die mechanische Verschleppung durch die Fussbekleidung der Winzer, jhre Geräthe etc. Besorgnisserregend !st auf der rechten Rheinseite die erhebliche Zahl neuer Herde bei Linz und vor allem die Ermittelung neuer, von den bisherigen Infektionszentren abliegender bei Ohlenberg, Obercasbach, Honnef und Leubsdorf. — Auch beim, Rentner Spies zu Bonn wurden 7 Reben a 's befallen erkannt, wahrscheinlich in- fizirt aus dem benachbarten König*schen Garten, wo 1882 eine Infektion ermittelt vv ar. Die Kosten für die Bekämpfung
haben in Preussen 1885 bedeutend zugenommen. Sie betrugen:
1878/79 20251M., 1879/80 IOO79M., 1880/81 10751 M., 1881/82 (in Folge der Entdeckung der ersten bedeutenden Infektion imAhrthal) 123647M., 1882/83 32926 M, 1883/84 38302 M., I884/85 (in Folge Entdeckung der bedeutenden Infektion bei Linz) 287282 M. und 1885/86 etwa 310000 M.
In Flsass-Lothringen wurde ein Herd entdeckt zu Plantieres bei Metz, in der Nähe der 1877 entdeckten Stelle. Er umfasst 635 qm, doch mussten wegen örtlicher Verhältnisse 7615 qm vernichtet werden.
Auch in anderen Ländern greift die Reblaus weiter um sich.
In Frankreich ward sie neu entdeckt in 11 Arrondissemcnts. Ende 1884 waren daselbst 53 Departements ergriffen; der Verlust an Weinbaufläche beträgt in Frankreich über 420000 ha, da vor dem Auftreten des Insektes 2485829 ha, Fnde 1884 aber nur noch 2056713 ha mit Wein bepflanzt waren. Rechnet man aber diejenigen Flächen hinzu, welche wieder neu bepflanzt sind, so ergeben sich mehr als lOOOOOO ha von der Reblaus vollständig zerstörter Weinpflanzungen.
Die von der Krankheit ergriffenen, aber noch widerstehenden Pflanzungen haben sich 1884 um 22000 ha vermehrt und beliefen sich Ende gedachten Jahres auf 664511 ha.
Die genannten Verwüstungen sind zum weitaus überwiegenden Theil in denjenigen Departements eingetreten, in welchen seit einigen Jahren die Anpflanzung amerikanischer Reben stattlinden darf. Man erklärt dies daraus, dass die Krankheit in jenen I tepartements bereits eingewurzelt sei. Die Kultur mit amerikanischen Reben hat 1S84 wieder bedeutend zugenommen und betrug 5^777 ha, gegen 28012 ha im Vorjahre.
Der Preis von 300000 Franken für ein wirksames Mittel gegen die Phyl- loxera ist auch 1884 nicht zur Auszahlung gelangt. — Die Vertilgungskosten betrugen 1884: 1248688 Franken.
Nach französischen Angaben produ- zirte Frankreich 1884 35000000 hl Wein,

