Z/ycoperaicum racimifevum . — Literatur . | Deutsche Garten - Zeitung
Erde , und halte massig , aber regelmässig
feucht , im Winter im Kalthause , im
Sommer im Freien und halbschattig . Der
Same geht aber scheinbar erstim Frühjahr
des anderen Jahres , also nach ca . 1 V ? Jahren
auf . Indessen liegt der Same diese Zeit hin¬
durch nicht unthätig , sondern entwickelt
sich inzwischen zu einer ganz kleinen
Zwiebel . Diese macht im ersten Sommer
nur ein Blättchen und wird von der
Grösse einer Erbse . Nach dem Absterben ,
im November , pflanze ich dann die
Zwiebelchen in einen kalten Kasten , und
wiederhole das Verpflanzen jährlich um
dieselbe Zeit .
Im dritten Sommer kommen die
meisten schon zur Blüthe , mit einer
oder zwei Blumen , und sind dann ver¬
käuflich . — Die Kultur ist zwar sehr
einfach , aber doch an gewisse Bedingungen
geknüpft . Mein Lilium auratum - Beet
liegt im freien Garten , hat sandigen
Untergrund , aber nicht zu trocken , d . h
ca . l ' /4 m über dem Grundwasser , und
ist nur mit einem Bretterrand ( 0,20 —
0,25 m hoch ) umgeben , lediglich um
die Fenster zu tragen . Die Erdmischung
besteht aus 7 3 natürlicher sandiger Gar¬
tenerde , l / j Mistbeeterde und V3 Moor¬
erde oder Sphagnum . Letzteres halte
ich für sehr wichtig , und lasse es dahin¬
gestellt , ob ein Mehr nicht besser wäre ,
denn die Wurzeln gehen augenscheinlich
gerne hinein . Für die Pointe der ganzen
Kultur halle ich aber das jährliche
Rigolen auf ca . 0,60 m Tiefe , und
selbstverständlich das gleichzeitige Ver¬
pflanzen , und zwar im November .
Seitdem , und in dem Maasse , als
ich dies Verfahren beobachte , habe ich
gesunde Zwiebeln und keine Verluste .
Die Zwiebeln werden verhältnissmässig
tief gepflanzt , ca . das Dreifache der
Zwiebelstärke . — Im Herbst , in der
Periode des Absterbens , lege ich Fenster
auf , mit viel Luft , nur zum Schutze
gegen übermässige Nässe . Auch nach
dem Verpflanzen werden diese zu dem¬
selben Zweck luftig aufgelegt , bleiben
aber für den Winter geschlossen liegen ,
um gegen zu grosse Kälte leichten Schutz
zu gewähren . Ich bemerke jedoch aus¬
drücklich , dass ich nicht mehr Schutz
gegen Frost gebe , als nur die Fenster ,
denn die Zwiebeln sind wirklich winter¬
hart . Zum Frühjahr haben aber die
Fenster noch den Zweck , die Vegetation
mittelst Sonnenwärme zu reizen . Die
Triebe kommen dann auch zeitig zum
Vorschein ; dann hat man aber darauf
zu achten , dass diese durch Auflegen
der Fenster gegen Nachtfröste geschützt ,
und bei mildem Wetter und Sonnenschein
durch Abnehmen derselben gegen Ver¬
geilen sicher gestellt werden . Im Mai
nehme ich die Fenster ganz fort ,
lege permanent leichten Schatten auf
und decke gegen etwaige Nachtfröste
mit Bretterladen . Für den Privatmann ,
der lediglich Kultur , nicht Anzucht be¬
treibt , sind die Fenster ganz entbehrlich ;
er halte nur einen grossen Blumentopf
oder Kasten bereit , um diesen gegen
Nachtfröste überzustülpen .
Während der Vegetation sind die
Lilien für einen zeitweiligen Düngerguss
mit gegohrener Kuhjauche , sowie bei
trockenem Wetter für einen kräftigen
Wasserguss ( etwa alle 3 Tage ) sehr
dankbar , welches sie durch dunkelgrüne
Farbe der Blätter und gesundes Wachs¬
thum äussern .
Was giebt es wohl Schöneres als
diese herrliche Lilie von wahrhaft kaiser¬
licher Majestät . Ich habe zuweilen Exem¬
plare von 2 — 2 ' / 2 rn Höhe , mit 20 —
30 Blumen an einem Stengel , die ihren
Wohlgeruch durch den ganzen Garten
verbreiten , und des Abends eine Schaar
der seltensten Insekten ( Eulen und Nacht -
schmetteiiinge aller Art ) anlocken ; eine
Farbenpracht , ein Duft und ein,Leben ,
dass man glauben möchte , dem Paradiese
nahe zu sein .
Lycopersicum racemiferum ,
der traubenförmige Liebesapfel , trägt zahl¬
reiche , dicht beisammen sitzende , goldgelbe
Früchte , etwas grösser als eine Schlehe ,
die selbst roh genossen werden können
und einen Geschmack wie Bouillon haben .
Recensionen .
Die Kultur und Verwendung der
bekanntesten Sommergewächse von
F . C . Heinemann , Hoflieferant , Samen -
und ' Pflanzenhandlung in Erfurt . Im Selbst¬
verlage des Verfassers .