23

^-----

mig, blafsgelb, kurz-zugespitzt, an der Basis aus- gerandet, an der Ausrandung befestigt, mittelst zweier, nach innen sich öffnenden Längsfurchen aufspringend. Pollenkörner elliptisch. Fruchtkno­ten etwas breitgedrückt-dreikantig, bis unterhalb der Spitze mit den Blüthenhülllheilen verwachsen, dreifachrig; Fächer zweieiig; Eichen oval, an der Spitze mit einer Anschwellung versehen, an der zweischenkeligen Placenta, welche je unterhalb der Spitze des Fachs aus dem Centralwinkel her­vortritt, durch eine lange Nabelschnur befestigt, waagerecht, umgewendet. Griffel fadenförmig, röh­rig, weifs, etwas kürzer als die innere Blüthen- hülle, und wenig länger als die Staubgefäfse. Narbe stumpf-dreilappig, beinahe trichterförmig, ungefärbt, Lappen ausgebreitet, am Rande fein- gefranzt.

Verwandtschaften der Art Eine zweite Art dieser Gattung ist Acanthostachys capitata, welche von Schultes dem jüngeren aus der noch unpublicirten Flora brasiliensis von Martius, eben­falls in Römer und Schuhes Systema vegetabi- lium Band 7 Abiheilung 2. p. 1252 als Hohen- bergia capitata beschrieben wurde. Sie unterschei­det sich von A. slrobilacea durch eine zusam­mengesetzte, in einen grofsen, eiförmigen Kopf geordnete Aehre, und ganzrandige Bracteen.

Verwandtschaften der Gattung. Wie schon p. 2. dieses Werkes bemerkt, kommen die Bromeliaceen mit freiem, halbverwachsenem und untersländigem Fruchtknoten vor; Acanthostachys gehört mit Hohenbergia, Billbergia, Aechmea, Bromelia und Ananafsa zu der Abiheilung mit untersländigem Fruchtknoten und einer eben sol­chen Frucht. Ananafsa hat Beeren, die unter sich sammt den Bracteen und der Aehrenspindel in eine fleischige Masse verschmelzen. Bromelia hat

deullich-gesonderle, weich-fleischige Beeren. In ^ den Fächern des Fruchtknotens von Aechmea, ^ Billbergia und Hohenbergia finden sich viele Eier- ^ chen, während Acanthostachys nur zwei waage- ^ rechte Eierchen in jedem Fache trägt Ji

Der Charakter der Familie und deren Ver- -j wandlschaflen sind p. 2. bereits näher erörtert worden. F. Kl.

Diese Zierpflanze, in den südlichen Thcilen von Brasilien zu Hause, und daselbst zuerst von dem Herrn von Martius, später von dem verstorbenen Sello gesammelt, wurde dem hiesigen botanischen Garten im Jahre 1839 lebend aus den belgischen Gärlen mitgelheilt. Sie blühete im vergangenen Jahre, wie in dem gegenwärtigen, während der Monate Juni und Juli, in einem warmen Hause, bei einer Temperatur von 1215° R. Eine Erd­art aus gleichen Theilen Sand und alter Holz­oder Lauberde sagt ihr besonders zu. Die Ver­mehrung geschieht dadurch, dafs man die Wur­zelsprossen abschneidet und in ein warmes Mist­beet sieht, bis sie angewachsen sind.

F. 0.

Erklärung der Tafel 9. a eine ßliithe von vorn gesellen; b von hinten gesehen; c diese noch einmal von vorn dargestellt, nachdem die drei äufse- ren BlülhenhüIItheile, so weit sie frei waren, ent­fernt worden, sämmtlich 2mal vergr.; d die innere Fläche eines Blüthenhülltheils, mit dem daran befe­stigten Staubgefäfs, aus der Knospe genommen, 3mal vergr.; e ein innerer ßlüthenhüllthcil, aus einer auf- gebliihcten ßlume, ebenfalls von innen gesehen, 3mal vergr.; f das Pistill mit den drei äufseren, auf dem Fruchtknoten eingefügten Staubgcfäfsen von vorn ge­sehen, aus der Knospe dargestellt, 3mal vergr.; g Pollenkörner unter Wasser, wovon das eine sich seines Inhalls entleert, 280mal vergr.; h ein Queer- durchschnitt des Fiuchtknotcns, 6mal vergr.