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a) Sitzungsbericht der Frühjahrs-Hauptversammlung.
bei Piatanthera chlorantha (s. unten). Prof. Häckel bemerkt dazu, dafs solche Atavismen im Tierreich verhältnismäfsig häufig wären, z. B. bei den Seeigeln. 4) Prof. S agor ski-Pforta spricht über Pelorienbildung bei Linaria vulg., berichtet über Kulturversuche mit Aussaat und nimmt auf Grund derselben an, dafs dieselbe durch starken Zufiufs von Säften stattfinde; aufserdem bespricht er eine abweichende Blütenbildung von 'icum rivale. M. Schulze-Jena konstatiert, dafs die Pelorienbildung bei Linaria spuria sehr häufig sei. Dr. Kegel teilt von ihm gemachte Beobachtungen über Pelorienbildung bei Lamium maculatum mit. 5) P a n z er b i e t er-Erfurt zeigt lebende Pflanzen von Sorbus domestica von Rö'mhild vor, die ihm als Speierling zugesandt worden waren; ebenso legte er Potentilla hybrida von einem neuen Standort im Steiger vor. 6) Rei n e c ke - Erfurt legt von Garteninspektor Kirchner aus dem Park von Muskau eingeschickte Sorbus-Arten und -Formen vor-in einer gröfseren Anzahl. 7) Hofkantor Erfurth-Weimar fragt an, ob die sogenannte Taschenkrankheit bei Prunus Padus, die in Weimar nicht selten sei, auch anderwärts beobachtet sei. 8) Prof. Haussknecht-Weimar spricht über folgende vorgelegte Pflanzen; a) Glyceria distans var. versicolor von Artern ; b) bespricht die Unterschiede zwischen Glyceria fluitans und plicata und legte Glyc. fluitans >< plicata vor, bei der Fröhlichen Wiederkunft von ihm aufgefunden; er benennt sie Glyceria intersita (cf. unten); c) Centaurea nigrescens Willd. u. var. C. transa*lpina Schleich., erstere in Thüringen nur zwischen Roda und Neustadt auf Wiesen wirklich einheimisch; letztere nur eingeführt vorkommend. Erstere verbindet sich an genanntem Orte mit C. "Jacea und bildet die von ihm als C. Jacea >< nigrescens gedeutete Form, die er namentlich in den Rheingegenden als häufig konstatiert. Centaurea Jacea >< solstitialis an Bahndämmen bei Weimar zwischen den zahlreichen Kitern entstanden und von ihm C. amphibola benannt, (cf. unten). 12) M. Schulze spricht über die rötliche Färbung der Blüten von Lamium album, die in diesem Jahre häufig sei.
b) Originalmitteilungen.
1) Gagea Haeckelii, Dufft et M. Schulze (G. arvensis X minima).
Von
Max Schulze.
Wer die Wellenberge bei Dönnstedt unweit Neuhaldensleben einmal in ihrem bunten Frühjahrsschmuck durchwandert hat, der wird stets mit Vergnügen dieser Wanderung gedenken und gelegentlich dieselbe gern wiederholen. Die Blütenpracht dieses kleinen Bergwaldes macht in so früher Jahreszeit einen ebenso herrlichen, als überraschenden Eindruck. Gelbe und weifse Anemonen, Pulmonaria, Adoxa, Pri- mula, Viola-, Gagea- und Corydalis-Arten, besonders die prächtige rot und weifs blühende C. cava etc., wachsen hier in reichster und üppigster
