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als tonige Ebenen ohne jede Vegetation, glitzernd und funkelnd von dem ausgewitterten Salze und ebenso tot wie die Schneewüsten der Polarliinder.
Wo die letzten Spuren der Winterregen sich verlieren, d. h. etwa beim 30° s. Br., da wird diese Scenerie von Salzmulden und Baum-Wildnis insofern geändert, als die Eucalyjjtus-B'Aume nahezu verschwinden und nur noch in schmalen üalleriegehölzen bleiben, Acacm-Arten gewinnen nun die unbestrittene Herrschaft, meist in lichten Beständen kümmerlicher Büsche. Der Hegen, der alles wandeln könnte, giebt nur Gastrollen in diesen Wüsten. Er gehört dem Typus der Sommer-Niederschläge an, wie im inneren Ost-Australien, und ist noch weit unzuverlässiger als dort. Jahre mögen vergehen ohne nennenswerte Befeuchtung. Es kann aber auch sich ereignen, dass von den nordwestlichen Tropen her kurze, doch gewaltige Regen über das Land gehen. Dann erscheinen, wie hervor- gezaubert aus dem Boden, Scharen von Immortellen; ganze Felder bunter Blumen entstehen auf der sonst so leeren Flur. Großköpfige Compositen (Helipterum) bedecken dicht, wie gesäet, das Land für kurze Wochen.
In den tropennäheren Strichen scheinen Vegetationsbildungen vorzukommen, die noch weniger bekannt sind, z. B. die als »Spinifex« gefürchteten Bestände starrstechender Wüstengräser (Triodia). Im großen und ganzen aber bleibt in dem ganzen Nordwest-Viertel Australiens der Charakter der gleiche: blendende Buschwüste mit starren Gramineen, bleichen Succu- entenbiischen, ewig fahlem Gesträuch, typische Eremaea von der Westküste bis zum fernen Gestade des Ostens.
In West-Australien ist die Pflanzenwelt der Eremaea in vielen Einzelheiten geschieden von der Flora der isolierten Südwest-Hegion. Und doch sind beide wohl Glieder einer großen Einheit, Abkömmlinge eines alten Stammes, dessen Schicksale uns gegenwärtig noch verschleiert sind.
II. Sitzung: Donnerstag den 17. September.
Herr Pfitzer übernimmt den Vorsitz und eröffnet die Sitzung um 10 Uhr im Auditorium des botanischen Museums. Anwesend sind 52 Mitglieder. Das Protocoll der letzten Sitzung wird verlesen und angenommen. Auf die im Laboratorium veranstaltete Auslage neuer oder sehr seltener alter Werke wird ebenso wie auf die von Herrn Busse ausgeführte Ausstellung von ihm in Afrika aufgenommener Photographien aufmerksam gemacht.
Herr Engler teilt mit, dass von den Flechten in den Natürlichen Pflanzenfamilien das zweite Heft erschienen ist. Nachträge zu den Algen sind in Vorbereitung.
Herr Schümann hält einen Vortrag über: »Die Morphologie der Zingi- beraceae«. Er teilt darin die allgemeinen Ergebnisse mit, welche sich aus

