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Sie müssen fern liegen, damit der Besitzer, wenn er sich darnach sehnt, dort der Einsamkeit fröhnen und Ruhe finden, mit einem Worte sich zurück­ziehen kann. In der Nähe soll es dagegen so ele­gant sein, wie in seinen Salons oder in dem Bou­doir der Damen. Moderne Stühle, Sessel und Tische, aus zierlichen Eisendraht angefertigt, müs­sen bereit stehen, um jeden Augenblick eine ele­gante Gesellschaft empfangen zu können; Vasen und Statuetten dürfen nicht fehlen. Den Nippsachen im Innern der Wohnung müssen kleine elegante Beete, in Arabeskenform und mit dem reichsten Farbenschmuck geziert, vor denselben entsprechen. Je mehr man innerhalb sich durch Aufstellungen kleinerer Gegenstände gefällt, um so abwechseln­der und reicher müssen auch ausserhalb die Blu­men sein.

Die gärtnerisch-ästhetische Ausschmückung vor einem Salon, der eigentliche Schinuckraum, der Pleasure-ground im Kleinen, ist gar nicht leicht hergesteilt: sie verlangt neben dem guten Ge- schmacke von Seiten des Gärtners auch Berück­sichtigung vieler anderer Nebendinge. Selbst die Persönlichkeit des Besitzers und seiner Familie, den Freunden, die hier ein - und ausgehen, muss Rechnung getragen werden. Die Farben inner- und ausserhalb des Salons dürfen keinen Misston hervorrufen, denn der Schmuckraum soll selbst nichts weiter als eine Fortsetzung des Salon's sein, wo nur lebende Blumen die Stelle der zierlichen Kunstgegenstände vertreten.

Bei Gelegenheit einer kleinen Reise hatten wir Gelegenheit, einen Schmuckraum zu sehen, der um so mehr Beachtung verdiente, als die Verhältnisse der Art waren, dass sie sich allenthalben mehr oder weniger wiederholen und trotz der Eleganz doch auch das Gepräge der Einfachkeit trugen. Es war dieses im Garten des Hofbuchdruckers Hänel in Magdeburg der Fall. Derselbe befindet sich am äussersten Ende des sogenannten grossen Werders, also auf einer Elbinsel, und hat eine sehr in die Länge gezogene Gestalt. Ein ziemlich geräumiges Wohnhaus, was ausser dem Parterre, aus einem Stockwerke und einem viereckigen thurmähnlichen

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Ueberbau für die herrliche Aussicht ringsum be- steht, trennt den (iarten in zwei Theile, von denen der eine mit Ausnahme des obersten Theiles, wo sich ein Warmhaus und die verschiedenen Mist- und Treibbeete befinden, zum Bau der Gemüse und des Obstes dient.

Der andere Theil des Gartens ist zur eigent­lichen Anlage bestimmt und stellt eigentlich in sei­nem ganzen Zusammenhange nur das dar, was man in England P1 e a s u r e - G r o u n d nennt und was wir mit der guten deutschen Benennung als Schmuck­

raum bezeichnen. Die Ausführung hat der In­spektor Hering, unbedingt einer unserer genialsten Gartenkünstler, der auch anderwärts Zeugen seines Talentes geliefert, gemacht; es ist ihm trefflich ge­lungen, die ungünstige Gestalt dieses zweiten Thei­les möglichst vortheilhaft zu decken. Es galt vor Allem das Missverhältniss, was zwischen Länge und Breite des Gartens vorhanden war, zu mildern und möglichst, wenn auch nur scheinbar, aufzuheben. Zu diesem Zwecke wurden eine prächtige Blutbuche von gegen :">() Fuss Höhe und einer dieser entspre­chenden Breite, so wie ein Götterbaum (Ailantus glandulosa), nur wenig kleiner und mit jener so ziemlich in der Mitte stehend, benutzt, um ohnge- fähr ein Drittel der ganzen Länge wiederum ab­zusondern und das Stück Land von da bis zum Wohnhause als etwas Selbständiges zu behandeln.

Allerhand Gebüsch, aus gewöhnlichen Sträu­chern bestehend und auf beiden Seiten der nahen Gränze, lässt diese nicht ahnen, zumal noch ein ziemlich breiter, den Verhältnissen nach wenig ge­krümmter Weg rieh an ihm hinzieht, und wiederum gleich anfangs (vom Wohnhause aus gerechnet) durch ziemlich hohe Lebensbäume und virginische Gedern gedeckt wird, so dass er sich in dem Gehölze selbst zu verlieren scheint. In der Nähe des Götterbau­mes befindet sich mehr seitlich auf einem künstlich etwas hochgelegtem Terrain eine wunderschöne Traueresche, deren Zweige bis auf den Boden her­unterhängen und eine als solche auch benutzte Laube bilden. Auf beiden Seiten springt hier das Gebüsch etwas vor und erhält besonders dadurch eine grössere Bedeutung, als ein Paar grosse Lär­chen aus ihm hervorragen.

Zwischen Rothbuche und Götterbaum ist so viel offener Raum vorhanden, dass eine Weitersicht gestattet wird. Grade diese, welche in der Ferne durch Koniferen-Gehölz begränzt wird, trägt sehr viel dazu bei, dass man den Garten sich viel grös­ser denkt, als er in der That ist. Es kommt noch dazu, dass am Nachmittage, wo das ganze eben näher bezeichnete Stück Garten zwischen Rothbuche und Wohnhaus im Schatten liegt, jenseits der erste- ren aber die Sonne den dort beginnenden Rasen ; mit seinen Blumenparthien beleuchtet. Es ist in der That frappant, wie dadurch diese Parthie schein­bar weit hinaus gerückt wird.

Doch wir wollen nicht den ganzen Garten be­schreiben, sondern nur den Theil zwischen Roth­buche und Wohnhaus, da er uns ganz besonders gelungen scheint. Wir erwähnen nur noch, dass jenseits derselben der Rasen mit einzelnen hübschen Bäumen oder diese auch zu Gruppen vereinigt, so z. B. mit Pyramiden-Eichen, der Linde mit ge­schlitzten Blättern u. a. m. bepflanzt ist; ausserdem

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