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te in Berlin.

Wochenschrift

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Gärtnerei und Pflanzenkunde.

Herausgegeben von

Professor Dr. Karl Koch,

Genernl-Sekretnir des Vereins zur Ber'örd. d. (iartenbaiifs in den Konierl. PreuM. Stuten,

€t. A. Fintelmann,

K'iiiialichfni HoCsrärtner auf der I'faueninsei

bei Potsdam.

M 39,

Berlin, den 29. September

1859.

Preis des Jahrganges ä| Thli.. sowohl bei Bezug durch den Buchhandel, als auch iianco durch alle Post-Anstalten

des deutsch-österreichischen Post-Vereins.

Inhalt: Die Hyacinthen, ihre Kultur, ihre Vermehrung u. s. w. — Ueber einige krautartige Lianen aus der Familie der Cucur­bitaceen (Schluss). — Skizzen aus der bildenden Gartenkunst 'Fortsetzung!.

Die Hyacintheii,

ihre Kultur, ihre Vermehrung u. s. w.

Vom Obergärtner C. A. M a s s b e r g in Petersburg.

ehemaligem Zögling der Giirtiierlehrunstalt in Gent. >

I. Die Kultur.

Man darf durchaus nicht daran denken, Hya- cinthen zu kultiviren, wenn der Boden nicht von Natur günstig ist, oder wenn man nicht wenigstens die Mühe sich geben will, eine künstliche, den Hyacinthen angemessene Erdmischung sich dazu anzufertigen. Die eigentliche Hyacinthenkultur fin­det in Holland bekannter Massen nur auf einem sehr kleinen Flecken statt, in allen andern Gegen­den bedarf der Boden einer solchen kostspieligen Bearbeitung, dass der Ertrag zum Theil kaum die Kosten decken würde.

Es ist in Haarlem und in seiner Umgegend, wo die Hyacinthe so gedeiht, dass man es als ihr zwei­tes Vaterland ansehen kann. Hauptsächlich sind es die umliegenden Dörfer, als Bennebruck, Hille- gom, Lesse, Heemstede, Sassenheim, Nordwyck, Uitgeest (jedoch mehr für Tulpen) und Overween, wo unbedingt die schönsten Hyacinthen kultivirt werden. Von der Natur und Zubereitung des Ter­rains hängt das gute Gedeihen der Hyacinthen ab. Das Klima spricht weniger mit. Es kommt vor­züglich die Kapillarität des Untergrundes in Be­trachtung. Ist derselbe nicht locker genug, um das Wasser gehörig eindringen zu lassen, so muss er rijolt oder wenigstens sehr tief umgegraben werden. Es geschieht dieses überhaupt im Winter oder noch besser im Oktober, damit der Boden durchfrieren und in Folge dessen sich recht pulveri-

siren kann. Gleiche Theile einer guten Gartenerde und Sand geben die beste Hyacinthen-Erde *).

Im Monate März oder April, je nachdem die Jahreszeit ist, überfährt man das Land mit reinem Kuhmiste ohne Stroh. Man nimmt ungefähr 3 bis 4 Schiebkarren auf die Ruthe, je nachdem die Güte des Landes ist. Ist es humusreicher Natur, so ge­nügen schon 3 Schiebkarren, ist es aber mager, so muss man 4 nehmen. Den Kuhmist gräbt man einen halben Fuss tief unter und bepflanzt das so zubereitete Land mit leichtem Gemüse: als Erbsen, Bohnen, Kartoffeln u. s. w., die den Grund nicht aus­mergeln, sondern den Mist nur zersetzen, nicht viele Bearbeitungen verlangen und noch vor dem Win­ter reif sind. Das Land muss, wenn es nass ist, gewölbt gegraben werden, d. h. in der Mitte erhebt es sich und dacht sich an beiden Seiten in der Kunde ab, damit das Wasser gut abfliessen kann, denn nichts schadet den Hyacinthen mehr, als ste­hendes Wasser. Ist es aber trockner Natur, so braucht dieses nicht, oder wenigstens nicht in dem Grade zu geschehen; ein wenig gewölbtes Graben hat aber immer gute Folgen.

Im Oktober, nach Abärnten der Früchte, gräbt man das Land von Neuem 18 bis 20 Zoll tief um. Man thut dieses mit anderthalbem Grabstich, so

*) Sehr viele Züchter sind in dem Irrthume, dass durch die Lockerung des Unterbodens Trockenheit herbeigeführt werde. Ja, ein feuchtes Terrain wird unstreitig trockener, aber doch nicht trocken im scharfen Sinne des Wortes genommen. Es wird hingegen durch die Lockerung des Unterbodens eine im­merwährende gleichmässige Feuchtigkeit erzeugt, indem der Un­terboden dem Oberboden nach und nach seine Feuchtigkeit mit­theilt, je nachdem dieser sie verliert.

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