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chen immer etwas schwerfällige Klumps durch an­dere Farben zu beleben und zu heben. Anstatt des Riesen-Maises verdient in diesem Falle nichts so sehr die Beachtung als der Wunderbaum, Ri­cinus communis, mit seinen zahlreichen Abarten und Formen, von denen die rothen und braunen oben anstehen. Genannte Pflanzen sind einzeln, mit andern ebenso geformten und zu gleicher Zeit angewendeten Arten, wie Girardinia arm ata, Aralia spinosa, S olan u m-Arten u. s. w. eine wahre Zierde der Blumengärten, verdienen aber auch in Klumps und Gruppen alle Beachtung.

Nächstdern machen wir auf den orientalischen Knöterich, Polygonum Orientale, aufmerksam, da dessen schünrothe und zum Theil hängende Aehren grade zwischen dem Grün des Maises und der dunkellaubigen Canna-Arten, z.B. der Canna discolor und W a rsze wi czii, sich vorzüglich ausnehmen. Noch mehr würde das freudige Grün der Kolokasien und Xanthosomcn vortreten, wenn diese von Hahnenkamm |Celosia cristata) oder von Amarantus tn'color in einem Kranze um­geben werden. Anstatt des Knöterich sahen wir einmal Erythrina Crus galli verwendet. Wenn diese Pflanze durch ihre prächtigen grossen Blüthen und ebenso durch das frische Grün der Blätter wirk­lich auch schön ist, so hat sie doch bei einer solchen Zusammenstellung nicht unser Wohlgefallen erregt; wir möchten sie lieber fern wissen. Wohl aber machen wir auf Phryniuin zebrinum mit sei­nen wunderschönen, bunten Blättern aufmerksam. Man scheint bis jetzt gar nicht gewagt zu haben, diese Bewohnerin des tropischen Amerika's in's Freie zu bringen, und doch sahen wir sie in Oranien- baum, allerdings sehr im Schutze und im Schatten, zu selbständigen Gruppen verwendet, die Effekt machten.

5. In dem sizilianischen Garten von Sanssouci bei Potsdam befindet sich auf einem grossen und runden Rasenstücke in der Mitte eine Gruppe von kleinern Palmen in Kübeln. Chamaerops hu- milis, Phoenix sylvestris und humilis ste­hen im Kranze um ein höher gestelltes und auch an und für sich grösseres Exemplar der zuerst ge­nannten Palme. Dann folgen rund herum (i oder 7 Gruppen von Blattpflanzen. Höhere Canna-Arten befinden sich in der Mitte, darum breiten sich Ko­lokasien mit Blättern von geringeren Dimensionen aus, worauf Funkien folgen. Deren helles Laub gibt zu der dunkelen Farbe der Kolokasien eine angenehme Schattirung. Dazu kommt nun noch, dass im Herbste die weissen Blüthenstengel sich nur wenig über die dicht stehenden Blätter erhe­ben, aber gegen die dunkele Farbe der eben ge-

Verlag von Karl Wiegandtin Berlin, Grünstrasse 16.

nannten Pflanzen im Hintergrunde um desto mehr hervortreten.

Andere Beete zogen sich mit farbigen Blumen geschmückt wiederum im weiteren Kreise herum. Es versteht sich von selbst , dass diese nur mit niedrigen, doch keineswegs mit sehr kleinen Pflan­zen besetzt waren. Dass sich bei Blumenbeeten im Verlaufe eines Sommers Wechsel nothwendig macht, versteht sich von selbst. Scharlach-Pelargonien und Astern in der Mitte und Tagetes nana oder lucida, so wie Verbenen mit bestimmten Farben im Um­kreise nehmen sich sehr gut aus und verdienen alle Empfehlung.

Paulownia impcrialis

in der Herbstblüthe.

So wunderschön, namentlich junge Exemplare der v. Siebold aus Japan eingeführten Paulownia sich auch als Blattpflanzen, hauptsächlich als Ein­zelexemplare, ausnehmen, so muss man doch be­dauern, dass die Blüthen nur selten zum Vorschein kommen. Die Ursache liegt darin, dass die jungen Spitzen der Zweige im Herbste nicht reif werden und die ganze Pflanze überhaupt gegen unsere Winter empfindlich ist. Wie bei allen Gehölzen, welche im Frühlinge oder in der ersten Zeit des Sommers blühen, die Blüthen sich schon im Herbste vorbilden, so ist es auch bei den Paulownien der Fall; leider erfrieren sie aber mit den Zweigen in der Regel und wir müssen auf das Vergnügen der nicht weniger schönen, als auch wohlriechenden Blüthen verzichten.

In diesem abnormen Sommer, wo wir noch Ende September und gegen Abend über 20 Grad Warme im Schatten haben, ist Manches zur Blüthe gekommen, was sonst wegen der in der Regel zei­tig eintretenden Fröste nicht der Fall ist. Aber auch Knospen, die erst im nächsten Frühjahre zur Entwickelung kommen sollten, haben dieses schon jetzt gethan. Quercus rubra hatte die weiblichen Blüthen zum Theil schon jetzt entfaltet. Eben so ist eine stattliche Paulownia im botanischen Garten zu Berlin eben mit Blüthenknospen dicht besetzt; es bedarf nur noch eines warmen Regens und noch einiger warmen Tage, um diese zur Entwickelung zu bringen.

Wir machen übrigens darauf aufmerksam, dass man das Vergnügen Panlownia-Zweigc blühend im Zimmer zu besitzen, sehr leicht haben kann, wenn man, sobald ein Nachtfrost sich einzustellen scheint, die Zweige abschneidet und in Wasser steckt. Man möchte kaum noch Pflanzen haben, welche so leicht im Zimmer auf diese Weise Blüthen treiben.

Druck von J. V. Stareke in Berlin.

Hierzu eine Beilage.