in Rücksicht auf die Glockenform »Engelsthräne« genannt. Mit ihren herr­lichen, hängenden, reinweissen Glocken und cyclamenartig hochgeschlagenen Blumenblättern ist sie eine entzückende Erscheinung und eine Perle unserer Zimmerpflanzen. Sie lässt sich leicht treiben, und bringt jede Zwiebel zwei bis vier Blütenstiele, deren Blumen sich recht lange frisch erhalten.

Wohl selten hat sich eine Neuheit so schnell eingebürgert wie die schönen Trompeten-Narzissen, welche auf langen, kräftigen Stielen eine majestätische Blume tragen. Aus der Blumenhülle, den äusse­ren Blumenblättern, kommt eine röhren­förmige, langgestreckte, trompetenähn­liche Krone hervor, deren Rand teils gefranst, teils rüschenartig ist. Die beste Sorte ist z. Z. Bicolor Horsficldi (s. Abb. S. 41), welche riesige Pracht­blumen bildet, die Blumenhülle ist rein- weiss, die Krone prächtig gelb; sie stammt aus England und lässt sich nicht nur in Treibhäusern, sondern auch vorzüglich im Zimmer treiben. Moschatus, die spanische Narzisse, hat von allen Blumen das reinste Weiss und eignet sich ganz vorzüglich für Felspartien und Rabatten. Von etwas kleinerer, aber reifender Form ist Bulbocodium conspieuus mit trichterförmigem, goldgelbem Kern. Bul­bocodium monophyllmn ist schwefelgelb und eignet sich ausgezeichnet für Töpfe. Golden Spur hat eine goldgelbe, enorm grosse, sternartige Krone und lässt sich vorzüglich treiben. Pseudo Narcissus wird nicht so hoch, die Blumenluille ist zartgelb, die Trompete dunkelgelb, sie lässt sich sehr früh treiben und bleibt niedrig. Sir l! atkin hat sehr grosse, ganz ausgezeichnet schöne Blumen, die Blumenhülle ist primelgelb, die Krone satt goldgelb. Prinaps maximus (s. Abb. S. 37) ist ebenfalls sehr schön, sie hat eine sehr lange, leuchtend schwefelgelbe Trompete, die Rückseiten zeigen einen zartgrünlichen Schimmer, was der Blume einen reizenden Effekt giebt.

Sehr stark wachsend sind Laifolius rugilobus und Empcror, letztere hat eine sehr grosse, fein ausgebildete Blume, deren Hülle schwefelgelb und deren Krone dunkler ist. Henri Irving ist prächtig

hellgelb gefärbt und hat eine runde Blumenhülle; so hat jede dieser Sorten ihre besonderen Merkmale und sind doch alle prachtvoll. (Schluss folgt.)

Blattpflanzen im Zimmer.

lattpflanzen in Wohn-, Schlaf-, Schul- und Arbeitszimmern sind ein vortreffliches Gesundheits- mittel. Das Gegenteil aber ist der Fall bei stark duftenden Blütenpflanzen, welche am Tage bei den Mitbewohnern des Zimmers Kopfschmerz und Schwindel, während der Nächte aber Ohnmacht und sogar den Tod herbei­führen können. Nicht blühende oder nicht riechende Blattpflanzen wie z. B. Dracänen, Calla, Gummibäume, Epheu, Eukalyptus, Acacien, Saxifragen, Bego­nien, Cypressen, Farne, Abutilon, Plekto- gynen, Tradeskantien, Aucuba u. dergl. mehr eignen sich vortrefflich für alle Zimmer und sind nicht nur eine schöne Zierde, sondern verbessern auch die Luft.

Warum aber werden Blattpflanzen mit Recht »Gesundheitsbringer« genannt? Vor Allem ist es der Sauerstoff, unsere Lebensluft, welche von diesen grünen Pflanzen im Lichte ausgeatmet wird, und die der Mensch am allernotwendigsten bedarf, dafür saugen die Pflanzen die vom Menschen ausgeatmete und giftige Kohlensäure auf, und benutzen sie zu ihrem Aufbau. Ferner erhalten sie die zum Leben für den Menschen nötige Luft feucht und gesund, indem sie immerfort Wasser verdunsten.

Um sich nur annäherungsweise von der Wasserverdunstung der Pflanzen einen Begriff zu machen, genügt es zu wissen, dass z. B. ein mittelgrosser Laubbaum, eine Kiche oder Buche, an einem Tage fast 5060 1 Wasser an die Luft in Dunstform abgiebt. Zimmer-, d. h. Blatt­pflanzen verdunsten aber im Verhältnis zu ihrer Grösse manchmal noch viel mehr, was sich an den Wasserquantitäten messen lässt, die sie brauchen.

Abgabe von Sauerstoff, Aufnahme von Kohlensäure und Verdunstung von feinsten Wasserteilchen sind die Eigen-