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getrautsich nicht dieschmucke Leopardennatter, die er gerne besitzen möchte, mit anderen Schlangen zusammenzubringen. Alich über die Wirkung des Bisses der Trugnattern konnte ich im Terrarium Beobachtungen anstellen. Beispielsweise konnte ich die Wirkung des Bisses der Katzenschlange, der für den Menschen, wenn er nicht längere Zeit eingewirkt hat, vollständig unschädlich ist, an Mäusen beobachten, die dadurch schon nach ca. vier Minuten getötet wurden. Durch diese Beobachtungen wurden die in den einschlägigen Werken über diese Gattung Schlangen vorhandenen, teilweise mangelhaften Mitteilungen, ergänzt und bestätigt. Die Kenntnis der Begattung und Fortpflanzung der Reptilien verdankt dem Terrarium, ebenfalls sehr vieles, auch hierfür könnte ich manches Beispiel anführen, was jedoch zu weit führen würde.
Zum Schlüsse gestatte ich mir noch den guten Eindruck, den ein Zimmerterrarium auf das Gemüt unserer Jugend ausübt, zu berühren. In der Familie, in welcher sich ein Terrarium befindet, werden die Kinder schon früh an den Anblick der meist so verabscheuten und verpönten Kriechtiere gewöhnt, sie streifen die uns angeborene Schlangenfurcht ab, gewinnen die Tiere bald lieb und üben dadurch einen guten Einfluss auf die Mordlust ihrer Kameraden aus. Ich muss deshalb dem grossen Brehm, der den Zimmerterrarien das Wort redet, vollständig beistimmen. Derselbe sagt bei der Beschreibung der Schlingnatter, die sich auch in der Umgebung unserer Stadt häufig findet, ungefähr folgendes:
Ebenso gut, wie man eine besondere Vorliebe für Vögel, Laubfrösche oder Fische hat, so sollte man auch ein oder das andere Reptil in seiner Umgebung dulden und namentlich der Schlingnatter, die sich infolge ihrer Zierlichkeit und Munterkeit auch in kleineren Terrarien sehr schön ausnimmt, einen Platz einräumen. Denn es ist nicht zu leugnen, dass dem, was der Mensch sieht, mit Händen greift, der in geistiger Verwahrlosung festgerostete Wahn nicht widerstehen kann und wird hierdurch
Aber- und Afterglaube empfindlich geschädigt.
Ein mit Kriechtieren bevölkertes Terrarium eröffnet dem vorurteilsfreien Beobachter, der es liebt sich in die Betrachtung der Natur zu vertiefen, ein reiches Feld der Belehrung und Thätig- keit, es ergänzt ihm die flüchtige Betrachtung der ausgestopften oder in Spiritus verblassten, ihres schönsten Schmuckes der Farben beraubten Tiere und bietet ihm die Möglichkeit sie lebend in ihrem Thun und Treiben zu belauschen.
Ich gebe deshalb der Hoffnung Ausdruck, dass sich in den aufblühenden Vereinen neben der Aquarienliebhaberei auch die Terrarienliebhaberei etwas mehr ausbreiten wird und bin gewiss, dass mancher auch an einem Terrarium seine volle Freude haben wird.
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Ueber empfehlenswerte Cyperus-Arten für Aquarien.
Von Obergärtner H. Baum.
n kurzer Weise seien einige em- lv pfehlenswerte Cyperus-Arten her- jj vorgehoben, von denen drei noch flu wenig bekannt sein dürften, die M. aber schön und leicht kultivierbar sind. Ich beginne mit der ersten Art, Cypems exaltatiLS Retz., welche im tropischen Asien und Australien heimisch ist und stelle diese Art oben an. Der Bau der Pflanze ist sehr graziös, die Blätter sind schmal, mit einer tiefen Furche versehen, unterhalb weisslich und von 30—50 cm Länge, der Blütenschaft erhebt sich auf einem sehr dünnen Stiel und trägt an der Spitze eine buschige, braune Rispe von bedeutender Grösse, grösser wie bei den meisten im Zimmer befindlichen Cyperus-Arten.
Den Cypems alternifoliiis will ich als allgemein bekannt übergehen und nur erwähnen, dass diese Cyperus-Art bei guter Kultur Halme erzeugt, die 1 50—175 cm Höhe erreichen, eine solche mehrjährige Pflanze ist dann von besonderer Schönheit. Weniger verbreitet und sehr begehrt ist die weissbunte
