wasser zirkuliert im Aquarium, Kompressoren treiben es in die Leitung, nachdem es vorher mit komprimierter Luft gesättigt ist. Der Überfluss an Wasser, welcher durch die ständige Zuführung entsteht, findet seine Entleerung in den teils aus Thon, teils aus Blei gefertigten Überläufen, die alle mit dem unteren Leitungsnetz in Verbindung stehen und nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren das Wasser dem Filter zuführen. Dieser besteht aus Meeressand, vermischt mit Kies aus zerkleinerten Kieseln, seine Dicke beträgt 1,40 m. Zur Beleuchtung des Aquariums dient elektrisches Bogen- licht, dieses giebt ein mondscheinartiges Licht, welches eindrucksvolle Wirkungen und dunkle Schatten für die Projektionen der Fische auf dem an der Decke ausgespannten Tuch hervorruft.
Dieses ist in kurzem Abriss die Geschichte von der Entstehung und dem Bau des Pariser Aquariums. Durch die Liebenswürdigkeit der Herren GUILLE- AUME bin ich in der Lage, den Lesern dieser Zeitschrift einen verkleinerten Abdruck des Plakates, welches zum Besuch des Aquariums einladet, hier darbieten zu können. Das Original hat eine Grösse von 1 x 1,50 m und macht einen effektvollen Eindruck. Auf grünem Hintergrunde heben sich wirkungsvoll in weisser Farbe die Figuren ab. Der nächste Artikel wird uns damit bekannt machen, wie das Innere des Aquariums gestaltet ist. (Schluss folgt.)
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Briefkasten.
Chr. A. in O. Ihr Hund leidet an Hautjucken. Das Leiden ist ziemlich langwierig, aber nicht ansteckend. Die Ursache dieses Juckreizes ist wahrscheinlich eine krankhafte Reizbarkeit der Hautnerven, die durch Unreinlichkeil, Erkältung oder Mangel an Bewegung bei zu reichlicher Fütterung entstanden sein kann. Lösen Sie in 1 1 Wasser 4 g Hleiessig auf und waschen Sie damit die juckenden Ilautstellen. Auch lauwarme Bäder mit weisser Seife versetzt, leisten gute Dienste. Innerlich verabreiche man zeitweilig ein Abführmittel. Bei homöopathischer Behandlung gebe man Solphur, 4—5 Körnchen 4 mal täglich und wechsle später mit Mercur. corrosivus, 4—5 Körnchen. Auch Sepia und l'hosphor lassen sich in derselben Weise anwenden. Das Baden des Hundes ist unter allen Umständen nötig.
Kleine Notizen. Bin vorzüglich erhaltenes Mammut
wurde unlängst im Bezirk Kolymsk, nordöstlich von Irkutsk, im Bette des Flusses Beresowa, nahe der Mündung desselben in die Kolyma, aufgefunden. Dieser frisch aus dem gefrorenen Boden herausgespülte Körper unterscheidet sich von allen früheren Funden durch die ausgezeichnete Erhaltung der Weichteile. Die Schnauze, der Magen mit seinem Inhalt und selbst die Augen sind vollständig erhalten, so dass man daraus mancherlei Neues erfuhr, z. B. dass das Tier nicht bloss, wie man früher glaubte, von Baumlaub und Koniferen gelebt hat, sondern auch Gras und Moos frass, womit der Magen erfüllt war. Auf Antrag der Petersburger Akademie ist alsbald eine Anweisung ergangen, den Körper thunlichst zu konservieren, bis eine dorthin entsandte Expedition das Weitere verfügen wird. (»Prometheus«).
Obstbäume und Bienen. Die Befruchtung unserer Obstbäume hängt grösstenteils von dem Besuchtwerden der BiUten durch Bienen und Hummeln ab, und wenn die Baumblüte in eine kalte und regnerische Periode fällt, in welcher diese Hautflügler ihrer Sammelarbeit nur in ungenügender Weise obliegen können, giebt es ein schlechtes Obstjahr. Auf eine andere Ursache der Verminderung der Obsternten machte kürzlich Lindemann in Moskau aufmerksam, nämlich die Gegenwart von anderen im Frühjahr blühenden Gehölzen, welche die Bienen mehr anziehen als Obstbäume und ihnen die natürlichen Befruchter abspenstig machen. Er hatte Geldgenheit, mehrere Jahre hindurch einen Obstgarten zu beobachten, in welchem zahlreiche F'xemplare des Faulbaums (Prunus padus) standen, deren Blütentrauben durch ihren starken Duft zahlreiche Bienen anlockten, während die Obstbäume leer ausgingen und nur spärlich Früchte ansetzten. Man muss demnach solche Konkurrenten um die Bienengunst schonungslos aus den Obstgärten entfernen, wenn man reichliche Früchte einernten will. (»Prometheus«;).
Holzwolle im gärtnerischen Betriebe.
Es ist schon wiederholt auf die Verwendung der Holzwolle bei der Obstverpackung hingewiesen worden und wer dieselbe benutzt hat, wird ihre Vorzüge sicherlich anerkennen müssen. Indessen dürfte die Holzwolle berufen sein, im gärtnerischen Betriebe auch noch zu manchen anderen Zwecken Verwendung zu finden. So kann man die Erdbeerpflanzen mit Holzwolle umlegen, um die Früchte vor Schmutz und Fäulnis zu schützen und hat diese sich hierzu ganz vorzüglich bewährt. Die Mittel, welche man bisher zu diesem Zwecke benutzte, als Moos, Lohe, Erdbeerhalter u. dergl. entsprechen nur unvollständig und sind ausserdem zum Teil sehr kostspielig. Auf Holzwollunterlage dagegen halten die Früchte sich stets saüber und trocken und sind die Kosten dafür sehr gering, da 1 kg Holzwolle für etwa 20 Pflanzen ausreicht. Wenn man die Holzwolle nach der Ernte auswäscht und bis zum nächsten Jahre trocken aufbewahrt, so kann man dieselbe mehrere Jahre benutzen. Die sogenannten mittleren Sorten sind am zweckmässigsten. Ferner ist Holzwolle bei Aufbewahrung feiner Obstsorten im Winter in der

