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sehr schnell dahinschiessen. Man fängt diese Vögel jung oder auch alt dort, wo sie sich in bedeutender Anzahl zeigen.

Im Wesen ähnelt der zierliche Schön­sittich seinen Verwandten und empfiehlt sich dadurch dem Vogelfreunde sehr zur Haltung.

Die Oberseite unseres Vogels ist dunkelgrün mit deutlichem goldgelben Schein; die Stirn trägt ein tiefblaues Band, welches sich bis hinter das Auge hinzieht; die Flügeldecken längs des Unterarms und des Handrandes sind blau, der Bauch ist gelb mit lebhaft safran­gelbem Mittelfleck. Das Weibchen ist matter gefärbt als der männliche Vogel, Unterseite ist grünlichgelb, der safran­gelbe Brustfleck fehlt. Das Tier erreicht eine Gesamtlänge von reichlich 22 cm, von denen etwa die Hälfte auf den langen spitzen Schwanz entfallen.

Im Freien scheinen diese Vögel auf Bäumen ähnlich den übrigen Sittichen zu brüten. In der Gefangenschaft hat man bislang noch keinen Erfolg zu ver­zeichnen gehabt.

Wenn Amazonen, Aras, Kakadus u. a. vom Liebhaber ihres Sprechvermögens wegen gehalten werden, so entzücken ihn die verschiedenen Arten der Sittiche mehr durch ihr zutrauliches Wesen und ihr farbenprächtiges Gefieder, sie sind die Schmuck vögel der Vogelstube. Wenn sie nicht gestört werden, lassen sie ein eifriges singendes Geplauder hören, das sanfter und melodischer klingt als das Geplauder, welches man vom Wellen­sittich vernimmt. Die Begabung, sprechen zu lernen und die Intelligenz der Schön­sittiche ist nicht entfernt so gross, als das ihrer kurzschwänzigen Verwandten.

Die Haltung dieser ziemlich harten Papageien in der Gefangenschaft ist nicht besonders schwierig. Man füttert sie mit verschiedenen Sämereien und es ist wohl anzunehmen, dass sie bei guter Pflege auch in der Vogelstube zur Fort­pflanzung schreiten werden, wie ja so manche ihrer Verwandten auch ohne grosse Schwierigkeit brüten und Junge aufziehen.

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DieSieben Buchen" im Wohldorfer Walde.

Von E. Stender.

Mit einer Originalaufnahme und einer Skizze.

ei einem Besuche des lieblichen Hamburgischen Walddorfes Wohldorf gelangt der Natur­freund, wenn er die weiten Forsten dieser schönsten der Hamburgischen Enklaven kreuz und quer durchwandert hat und sich von orts­kundigen Leuten den richtigen Pfad be­zeichnen lässt, auch zu einer Stelle des Waldes, die einen der bemerkenswerte­sten Bäume oder richtiger gesagt Baumgruppe unserer Umgegend beher­bergt, nämlich die »Sieben Buchen«, auch wohl die »Sieben Brüder« benannt.

Auf einer kleinen Anhöhe nahe dem Fusspfade, der nach Hoisbüttel führt, bietet sich unserem Auge dieser prächtige Waldriese dar; eine Ruhebank davor ladet uns zum Niedersetzen ein und nun können wir in Müsse zu näheren Be­trachtungen übergehen. Sieben mächtige Kuchenstämme streben schlank zum Him­mel empor, nach oben zu strahlenförmig sich ausbreitend, während sie etwa bis zu Meterhöhe über dem Boden zu einem gewaltigen Hauptstamm verwachsen sind und so den Eindruck eines einzigen Riesenbaumes machen. Dass wir es aber nicht mit einem solchen zu thun haben, sondern vielmehr mit einer Gruppe von Bäumen, wie schon eingangs erwähnt, lehrt uns die Entstehungsweise derartiger Werke der Natur, bei denen der Zufall oder aber auch das Eingreifen von Menschenhänden das ihrige gethan haben. So auch bei diesen »Sieben Buchen«. Ihr Alter wird auf etwa 180 Jahre ge­schätzt. Gleich anderen Geschöpfen, aus denen später einmal etwas Ordentliches werden soll, haben auch sie ihre Schule durchmachen müssen und sind den Fähr­nissen des Lebens ausgesetzt gewesen, denen sie aber bisher glücklich entrinnen konnten bis auf einen der Brüder, den in diesem Sommer ein schwerer Schick­salsschlag traf; er, der mittlere Stamm, wurde vom Winde geworfen und hat somit sein Dasein geendet, während die übrigen wohl noch eine weitere Reihe