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vom Aquarium entfernt aufgestellt war. Die Platte war ein wenig unterbelichtet; die Abbildung ist von der Originalplatte ohne Verstärkung oder Retusche gewonnen. Gegenwärtig verwende ich 5 g-Patronen und nehme stets kürzeren Auf­hängungsabstand vom Aquarium, unter sorgfältiger Deckung des Objektivs, eines Rapid-Aplanats von Busch in Rathenow, Serie D, Nr. III. Auf diese Weise sind mir richtig belichtete Bilder in natür­licher Größe gelungen, z. B. eine Gruppe süd­amerikanischer Panzerwelse, Calüchtkys pitnctatns (s. Vollbild).

Doch nun zurück zu unserer Aufstellung. Die Blitzlichtpatrone (B/ in Fig. i) ist richtig aufge­hängt, nicht zu dicht am Aquarium, aber auch nicht zu weit weg, am besten eine Kleinigkeit höher als der Wasserspiegel des Bassins. Zum Aufhängen läßt sich bequem das bei den Auf­nahmen nicht benutzte Stativ des Apparates ver­wenden. Damit möglichst viel Licht auf das Aquarium fallt, bringt man in etwa 30 cm Ent­fernung hinter der Patrone noch einen größeren Spiegel Sj> an, der das Licht der Patrone direkt auf die vordere Scheibe des Bassins reflektiert. Das Gesichtsfeld im Apparat wird vorher durch Kreideumgrenzung auf der Vorderscheibe des Aquariums gekennzeichnet. Jetzt ist alles zur Aufnahme bereit, mit Ausnahme der Fische. Da heißt es geduldig warten, bis diese innerhalb des Kreiderechtecks eine photographierensw erte Stellung einnehmen; das dauert manchmal eine halbe, manchmal eine ganze Stunde, manchmal noch länger. Vollends wenn man die Tiere in einer bestimmten Stellung (beim Brunstkampf, beim Paarungsspiel, eine größere Anzahl beisammen usw.) überraschen will, muß man sich mit Engelsgeduld ausrüsten. Ist aber der richtige Moment gekommen, dann heißt es: Geistesgegenwart besitzen I Ich zähle im Geiste I, 2, 3, aber schneller, als ich mit Worten I zählen könnte: Bei 1 drückt die Rechte den Ball der pneumatischen Verschlußauslösung (P in Fig. 1), bei 2 reißt die Linke den Faden F der zur Vermeidung von Knall oben aufgeschnit­tenen Patrone, bei 3 läßt die Rechte den Ball wieder los. Die ganze Sache dauert bei einiger Übung nicht länger als Ys k* s V10 Sekunde und ist bei weitem nicht so schwierig, wie es nach der Schilderung scheinen möchte. Ich habe bei vollem Tageslichtzutritt zum Zimmer, sowie bei greller Lampenbeleuchtung des Aquariums solche Auf­nahmen gemacht und, was Öffnen, Blitzen und Schließen anbelangt, ist mir nicht eine einzige Aufnahme verunglückt. Mindestens aber hat man das Gelingen der Aufnahmen auf solche Weise mehr in der Hand als bei Benutzung von Moment Verschlüssen in Verbindung mit der Blitzlampe, wobei ab und zu ein Versagen des einen oder andern Teils nicht zu vermeiden ist und den Photographen um die Frucht stundenlangen, ge­duldigen Wartens und angestrengten Beobachtens bringt.

Ich füge hier noch hinzu, daß ich neuerdings zur Aufhellung des Hintergrundes die hintere Scheibe des Aquariums mit weißem Papier belege, während die Seitenscheiben zur Aufhellung sowie zur Milderung der Licht- und Schattengegensätze mit Stanniol belegt werden. Die letzten von mir

mit dieser Neuerung erhaltenen Bilder sind sämt­lich schöner und weicher abgetönt als die ersten, ohne diese Einrichtung gewonnenen.

Meiner Erfahrung nach genügt '/ 2 ii Sekunde für alle Aufnahmen lebender Fische. Sollte aber diese Belichtungsdauer sich gelegentlich als zu lang für die Bewegung eines Fisches oder sonstigen Wasserbewohners erweisen, so verwende man die Blilzlichtpatrone Marke P von Giese, Moment Yjj Sekunde (wie von der Fabrik angegeben wird, sicher aber kürzer als '/« Sekunde), nehme aber dann schwerere und rücke mit ihnen näher ans Aquarium heran, denn der Moment ist kürzer und ihre Aktinität geringer.

Ich glaube, Fig. I wird die Anordnung bei meiner Methode vollends erläutern, so daß sich weitere Worte erübrigen. Es sei mir nur noch gestattet, kurz auf die Vorzüge meines Verfahrens gegenüber den bisher üblichen hinzuweisen;

1. Die Fische bleiben an Ort und Stelle und völlig ungestört; erst dadurch wird es möglich, sie in charakteristischen Momenten, wie beim Brunstkampf, beim Paarungsspiel, der Brutpflege usw., auf die Platte zu bannen.

2. Dadurch ist auch die Umgebung der Fische durchaus natürlich, frei von Staffage und Künstelei.

3. Die Aufnahme kann zu jeder Jahreszeit, zu jeder Tages- und Nachtzeit gemacht werden, wodurch eine ganze Reihe der unter I. erwähnten Gelegenheitsaufnahmen überhaupt möglich wird.

4. Die Methode läßt bequemes Arbeiten im Zimmer zu ; Fortschaffen der Fische usw. ins Freie kommt in Wegfall.

5. Die Methode ist billiger als alle bisherigen : a) an Stelle des teuren Anastigmaten kann jeder beliebige Aplanat verwendet werden ; b) es ist kein teurer Präzisions - Momentverschluß notwendig ; c) ebenso keine teure Blitzlichtvorrichtung.

Hoffentlich gelingt es mir durch vorstehende Zeilen, Aquarienliebhaber zu ähnlichen Versuchen anzuregen, die ihnen sicher so große Freude be­reiten werden wie mir.

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Kleine Notizen.

Qoldfischzucht in Amerika. Wer würde vermuten, daß unsere Goldfische das Objekt eines blühenden Industriezweiges werden könnten! In den Vereinigten Staaten Nordamerikas unweit Cincinnati ist eine »Goldfish farm« erstanden, die als einzige auf der Welt dasteht. Auf der zu ihr gehörigen ca. 70 ha großen Bodenfläche verfügt sie Uber sechs ungeheure Fischteiche, in denen sich die Goldfische in jeder Größe umhertummeln. (Die Goldfische stehen im Preise von Vj—2 Dollar pro Stück.) Eine so riesige Fischzucht erfordert natürlicherweise ein zahlreiches Personal, nicht nur zur besonderen Pflege der Tiere, als auch zum Schutze derselben gegen deren geborene Feinde : Schildkröten, Schlangen. Fischottern, Ratten etc. Täglich gehen zwei und nicht selten sogar drei Aquarien-Waggons von dieser großen Goldfisch- Züchterei nach New-York, Boston oder New- Orleans ab. C. Siebertz.