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für gute Wurzeln besitzen mithin noch die russischenHändler andermandschurischen Grenze, aber — da auch dort der Preis des Ginseng dem des Goldes kaum nachsteht, so ist selbstverständlich gar nicht daran zu denken, daß auch etwas in die Apotheken, geschweige denn unter das Volk gelangt. In neuerer Zeit ist man denn auch in China dazu geschritten, Ginseng anzubauen, um dem immer fühlbarer werdenden Mangel desselben einigermaßen abzuhelfen und den eigenen Bedarf zu decken, doch ist man der Meinung, daß die im Kulturwege gewonnene Ernte der Wurzel der wild wachsenden Pflanze an Güte durchaus nicht gleichkommt. (Schluß folgt.)
Das Pferd im griechischen Altertum.
Von Boy Jensen.
A>ch lobe mir mein gutes Roß. Gibt's »fit wohl ein edleres Haustier?« so
1 spricht heutzutage gar mancher Landwirt und Sportsmann. Vor Tausenden von Jahren sprach und dachte man nicht anders. Zu allen Zeiten und bei allen Völkern ist das Lob des Pferdes gesungen worden, wenn auch allerdings mit mehr oder weniger Enthusiasmus. Naturgemäß mußte das Roß bei einem im großen und ganzen ritterlich gesinnten Volk in größerem Ansehen stehen als bei einer verweichlichten Nation. Wen darf es daher Wunder nehmen, daß der wagemutige Grieche in ganz besonderem Grade das Pferd verehrte! Immer wieder ertönt in den griechischen Epen und Gesängen der Ruhm des Pferdes. Man denke nur an Homer, der den göttlichsten der Erdensöhne, Achill, auch an dem herrlichsten Erzeugnisse des Tierreiches ein ganz besonderes Wohlgefallen finden läßt, an Pindar, der in seinen Hymnen nicht weniger das Roß wie den Reiter verherrlicht. Der Reiter: Andere Zeiten, andere Sitten! Das Pferd ist bei den Griechen von jeher zu den verschiedensten Zwecken verwendet worden, am spätesten als Reit-, am frühesten als Zugtier, wie schon der Mythos erkennen
läßt. Erichthonios, der Staubgeborene, hat die Kunst des Rosselenkens erfunden.
»Erichthonios wagt' es zuerst, (las Roß ins [och zu zwingen,
Er wagt's dahinzueilen, ein Sieger
in Mutiger Wahlstatt«,
singt Virgil. Noch Homer im I2.Jahrh. v. Chr. kannte das Pferd nur als Zugtier in der Männerschlacht. Der ritterliche Herr ist nach orientalischer Sitte der Lenker des Streitwagens, während der Hörige, der »Dulos«, die Rosse anschirrt. Beim Ackerbau ist das Pferd nie oder wenigstens sehr selten verwendet worden, viel weniger noch als heutzutage im mittleren und südlichen Deutschland, wo der Ochse gewöhnlich den Pflug zieht. Heriod u. a. kennen nur den Ochsen als Pflüger und den Esel als Lasttier. Der Ochse half vom frühen Morgen bis zum späten Abend bei der Arbeit. Der Esel trug im Schweiße seines Angesichts Kornsäcke zur Mühle oder Geldsäcke ins Handelshaus. Das vornehme, edel- geborene Roß ließ sich wohlgemut bedienen und pflegen, wenn es nicht den Streit- oder den Staatswagen zog. In älterer Zeit. —
Im 7. und 6. Jahrh. v.Chr. würde auch das Pferd, vorausgesetzt, daß es zu reden vermocht hätte, weniger das Lob des »dolce far niente«, des goldenen Müßiggangs, gesungen haben. Das Pferd der späteren Jahrhunderte huldigte nach besten Kräften noblen Passionen. In den griechischen Kampfspielen zu Olympia, Korinth und anderen Orten half es seinen Herren die Palme erringen. Dazu mußte es sich vorher den verschiedenartigsten Anstrengungen unterwerfen. In erster Linie lernte es sich daran gewöhnen, einen Reiter zu tragen. Der Reiter ließ es traben, über Barrieren, Gräben, Wälle setzen. Kurz, beide, Reittier und Reiter, machten mit einander eine förmliche Schule durch. Verschiedene noch erhaltene Schriften über die Reitkunst bezeugen dies. Ernste Männer hielten es nicht unter ihrer Würde, die Erfahrungen, die sie auf dem Rücken ihres Rosses gesammelt hatten, mitzuteilen. Xenophon schrieb im 5. Jahrhundert v. Chr. eine Reitkunst. Arrian im I.Jahrhundert n. Chr. behandelte in
