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ausstellung kauft, liier sind die Vögel von hervorragenden Kennern beurteilt worden, und der Wert eines jeden Vogels wird durch Punkte bestimmt, deren Zahl man im Ausstellungskatalog vorfindet. Der Preis ist in der Regel als nicht zu hoch zu bezeichnen. Wer sich Vögel von auswärts schicken lassen will, den mahne ich zur Vorsicht. Es wird fast auf keinem Gebiet so viel Schwindel getrieben als mit dem Verkauf von Kanarien. Gewissenlose Händler und Züchter rechnen mit der Unwissenheit der Käufer und verkaufen Mittelvögel oder gar minderwertige Vögel zu hohen Preisen. Ilaben die Vögel eine weite Reise zurückzulegen, so kommen sie häufig krank, wenn nicht gar tot am Pestimmungsorte an. Daher muß man stets den Transportkasten bei seiner Ankunft in Gegenwart des Postbeamten öffnen lassen, um bei etwaigen Rekla­mationen in ihm einen Zeugen für den Zustand der Vögel bei ihrer Ankunft zu haben. Auch sollte man sich die Vögel stets nur zur Probe schicken lassen. Wer nicht selber den Wert eines Kana­rienvogels zu beurteilen versteht, wende sich an einen bekannten tüchtigen Züchter. Dieser wird gern bereit sein, die Vögel abzuhören und sein Urteil über dieselben abzugeben.

Ist bei der Auswahl der Hähne Vor­sicht geboten, so ist dies nicht minder bei der Auswahl der Weibchen der Kall. Die Zeiten, wo man die Weibchen ge­wissermaßen nur als ein notwendiges Übel betrachtete, sind längst vorüber. Der einsichtige Züchter schätzt ein gutes Weibchen ebenso sehr wie einen guten I lahn. Die Beurteilung der Weibchen ist ungemein schwieriger als die der Hähne. Man ist hier einzig und allein auf den Lockton angewiesen. Derselbe muß angenehm und möglichst voll und tief klingen. Weibchen mit hohen, spitzen Locktönen sind zu verwerfen. Wenn man gesanglich gute Resultate erzielen will, so ist es unbedingt notwendig, daß Hähne und Weibchen von demselben Stamm sind. Im letzten Sommer hatte ich ein Weibchen zweifelhafter Abstam­mung, das mit einem I. Preisvogel ge­paart war. Die Nachzucht von diesen

beiden aber war Ausschuß im vollsten Sinne des Wortes. Wenn man sich einen neuen Stamm zulegt, ist man fast voll­ständig auf die Ehrlichkeit des Verkäufers angewiesen. Über den Wert der Hähne ist man sich bald klar, die Weibchen aber lernt man erst im nächsten Herbst richtig beurteilen, wenn die jungen Vögel durchsingen. Ist man mit den Weibchen angeführt worden, so erleidet man unter Umständen einen ganz erheblichen Verlust.

Daß die ausgewählten Zuchtvögel gesund sein müssen, ist wohl eine selbst­verständliche Forderung. Einen gesun­den Vogel erkennt man an dem glatt anliegenden Gefieder; das Auge ist klar, und die Bewegungen des Vogels sind lebhaft. Die Brust eines gesunden Vo­gels ist fleischig und der etwas zurück­tretende Unterleib von gelblicher Farbe. Die Entleerungen müssen Form und Festigkeit besitzen; sind sie dünn, wäs­serig oder schleimig, so ist dies ein Be­weis von Verdauungsstörungen. Einen gesunden I lahn erkennt man am besten an dem fleißigen Gesang. Die Weibchen müssen aber einer sorgfältigen Unter­suchung unterworfen werden. Zu diesem Zwecke nimmt man jeden Vogel in die linke Hand, legt ihn auf den Rücken und bläst, indem man Flügelspitzen und Schwanz mit der rechten Hand festhält, die Federn an Brust und Unterleib zu­rück. Gar zu fette, zu magere Vögel oder solche mit Leberflecken sind zurück­zuweisen. Steht einem nur eine be­schränkte Anzahl Weibchen zur Ver­fügung, dann wird man bisweilen über einen der angeführten Mängel hinweg­sehen müssen, niemals aber heisere, kurzatmige, schnarchende oder kränk­liche Vögel zur Zucht verwenden. Vögel mit irgend welchen körperlichen Fehlern und Gebrechen werden entweder in der Hecke nichts bringen, oder aber es treten ihre Fehler bei der Nachzucht in verstärktem Maße auf.

Die Paarung von verwandten Vögeln, die sogenannte Inzucht, sucht man zu vermeiden. Man steckt also nicht Ge­schwister oder Alte mit ihren Jungen zusammen. Gar zu ängstlich braucht man allerdings damit nicht zu sein. Der Keinzüchter wird sogar bisweilen ab-