Illustrierte Zeitschrift für volkstümliche Naturkunde,

für Liebhaber von Aquarien und Terrarien,

von Zimmer- und Gartenpflanzen, Stubenvögeln, für Sammler aller naturwissenschaftlichen Objekte.

No. 13.

Altona/Kiel, den 26. Juni 1904. » 6. Jahrgang.

Der Kormoran und seine Dressur zum Fischfang in China.

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Von E. Leonhardt-Oresclen.

Mit einer Abbildung;.

;raus ;völ- igChinas hat, namentlich in densüdlichenKüsten- gegenden, dazu ge­führt, daß alle Er­werbszweige über­füllt sind und daß bei Ausübung der­selben aller Scharf­sinn aufgeboten wer­den mußte, um unter diesen erschweren­den Umständen dem einzelnendenLebens- unterhalt zu gewäh­ren. So hat auch die Fischerei, eine der ältesten Berufs­arten im Reiche der Mitte, mitunter For­men angenommen, für die wir häufig genug nur ein Kopfschütteln übrig haben. Aber mit Unrecht! Wir sind nur zu leicht geneigt, ein Volk nach den we­nigen uns überkommenen Einzelheiten seiner Tätigkeit und Anschauungsweise zu beurteilen; diese Einzelheiten sind aber gerade die, die dem Reisenden in

Für den Fischfane dressierte Kormorane in China.

die Augen fielen, ihm besonders auffällig waren, während das weniger Auffällige und in unsern Augen Selbstverständliche dem Berichterstatter entging oder seiner Selbstverständlich­keit halber der Auf­zeichnung nicht für wert erachtet wurde. Nach solchen von den Reisenden uns mitgeteilten Eigen­tümlichkeiten bilden wir uns nun ein Ur­teil, ohne nur im geringsten die Eigen­art der Umgebung, des Klimas, wie auch die Geschichte des betr. Volkes zu be­rücksichtigen. So erscheinen uns viele Gebräuche der Chinesen grotesk und bizarr, so lachen wir über sie, ohne die Beweggründe zu kennen, die das Volk eben gerade in dieser Weise beeinflussen mußten. Aber diese Absonderlichkeiten sind wiederum charakteristisch ; denn sie werfen vielfach