Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern.
Nr. 102.
Band XLIV. Ausgegeben am 9. August 1910. Heft 4.
BERICHT
über die
siebente Zusammenkunft der Freien Vereinigung für Pflanzengeographie und systematische Botanik
zu Geisenheim a./Rhein vom 5.-9. August 1909.
Auch in diesem Jahre wieder tagten die drei größten botanischen Vereinigungen Deutschlands gemeinsam; die Sitzungen hielt jede Gesellschaft für sich ab, doch bot sich durch das Zusammensein aller Teilnehmer außerhalb der Sitzungen Gelegenheit zu persönlichem Verkehr und wertvoller wissenschaftlicher Aussprache. Durch die Anordnung der Vorträge ließ es sich ermöglichen, daß Mitglieder der einen Vereinigung auch den sie interessierenden Verhandlungen der beiden anderen beiwohnen konnten. Das Programm der Gesamt-Tagung war kurz folgendes: Nachdem vom Montag, 2. August, bis Mittwoch, 4. August, die Vereinigung für angewandte Botanik mit ihren Sitzungen den Anfang gemacht halte, fanden sich die Mitglieder der Freien Vereinigung am Mittwoch abend im Restaurant Germania zu Geisenheim zu einer Begrüßung zusammen, um am Donnerstag, 5. August, ihre Hauptsilzung abzuhalten. Am selben Tage fand abends die Begrüßung der erschienenen Mitglieder der Deutschen Botanischen Gesellschaft statt, die am Freitag, 6. August, tagte. Vom Sonnabend, 7. x\ugust, bis Montag, 9. August, folgte sodann der gemeinsame Ausflug in das Nahe- und Moseltal, sowie in die Eifel, über den nachher kurz berichtet werden wird.
Am Donnerstag, 5. August, fanden sich um 9 Uhr im Hörsaal der Pflanzenpathologischen Versuchsstation zu Geisenheim 35 Mitglieder unserer Vereinigung ein. Den Vorsitz führte Herr Drude, der die Anwesenden begrüßte, eine Übersicht über die Fortschritte des Sammelwerkes »Die Vegetation der Erde« gab und seine Freude darüber ausdrückte, daß »Die Natürlichen Pflanzenfamilien«: nunmehr vollendet vorlägen. Zunächst wurden dann die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt. Von mehreren Seiten war die Anfrage an den Vorstand gerichtet worden, ob sich nicht die Erwerbung einer lebenslänglichen Mitgliedschaft ermöglichen ließe. Die Versammlung beschloß, diese zu gewähren bei einer Zahlung von 75 JH bei Mitgliedern unter 50 Jahren, von 50 Jl bei solchen über 50 Jahren.
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