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Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 104.

[ndragiri, eine Fülle von Arten aufweist, die der Westküste zu fehlen scheinen.

In den Gebirgen Padangs sind es besonders einige Gruppen, die sich durch Formenreichtum auszeichnen, so z. B. die Coelogynhiae, die Dendrobien der Sektion Desmotriehiim und die Erien der beiden Sek­tionen CylindroMms und Urostachya, obgleich auch die Eymenariae viel­fach vertreten sind. Aber auch sonst finden wir einige sehr merkwürdige Formen, wie z. B. die Microstylis chamaeorchis Schltr., Liparis leuco- phaea Schltr. und L. Lepanthes Schltr. Sehr interessant ist ferner das Auftreten der Eria lasiorhixa Schltr., einer Art der Sektion Bryobium, die mit der indischen E. muscicola Ldl. nahe verwandt ist.

Die Arten der Galtung Eria scheinen in einer Höhenlage von 700 lOOOmü.M. am häufigsten zu sein, doch sind auf den höheren Bergen auch einige interessante Typen der Sektion Urostachya zu finden. Dendrobien scheinen ebenfalls an Artenreichtum über 1000 m Höhe abzunehmen. Das entgegengesetzte Verhalten zeigen die Coelogyninae, unter denen besonders die Gattungen Dendrochilum und die Coelogynen der Sektion LongifoUae sich auf den luftigen Bergspitzen mit ihren kalten täglichen Nebelkappen wohl zu fühlen scheinen. Auch die Ceratostylidinae scheinen die exponier­teren Höhenrücken vorzuziehen. Andere Gruppen, wie die Liparidinae, Podoehüinae, Phajinae und Bidbophyüinae sind gleichmäßig in allen Höhen­lagen über 700 m vertreten, nehmen aber alle, wie überhaupt die Orchi- daceen, in den tieferen und trockneren Regionen allmählich ab.

Eine Anzahl der hier aufgeführten Arten habe ich der Güte des Herrn Hauptmann Wicuers, von der holländischen Kolonial-Armee, zu verdanken, der seinerzeit in Padang-Pandjang stationiert war und eine äußerst inter­essante Sammlung lebender Orchideen der Umgebung zusammengebracht hatte, von denen er mir in freigiebigster Weise Material abgab. Leider ist später diese Sammlung wegen Abreise des Besitzers nach Europa aufge­löst worden. Jedenfalls ist die Wissenschaft Herrn Hauptmann Wichers vielen Dank schuldig für den Eifer, mit dem er seine Sammlung zusammen­getragen, in der ich dann manche interessante Art studieren konnte. Ich möchte ihm hier nochmals öffentlich meinen Dank aussprechen für die Unterstützung in meinen Untersuchungen, welche mir durch ihn zuteil wurde. Ebenso möchte ich hiermit auch unserem deutschen Konsul in Padang, Herrn J. Schild, meinen besten Dank ausdrücken für die liebens­würdige Hilfe, welche ich auch ihm während meines Aufenthaltes an der Westküste Sumatras zu verdanken habe.

Möge sich bald in jenen Gegenden ein anderer Europäer linden, der die Orchidaceen-Flora dieser interessanten und reichen Gebiete noch weiter erforscht. Es ist sicher, daß wir von dort noch viele neue Arten zu er- warten halten.