der Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur.
Wortes zu liefern, wodurch — wir wiederholen es nochmals — einem wesentlichen Bedürfniss entsprochen wird. Wer selbst sich mit Arbeiten solcher Art beschäftigt hat, wird am besten wissen, welchen Fleiss sie erfordern und mit welchen Schwierigkeiten man zu kämpfen hat, wenn nicht Bibliotheken zu Gebote stehen, die sich keine Anschaffungen versagen dürfen. Dazu kommt noch bei den reissend schnellen Fortschritten der Wissenschaft das Bewusstsein, im Augenblicke des Druk- kes sich auch schon zu Nachträgen bereit halten zu müssen, wie dies freilich Verfassern systematischer Werke heut nicht besser geht, denen auch niemals das Prädicat „vollständig" zu Theil werden kann. Der Herr Verfasser hat es an Fleiss nicht fehlen lassen und verdient in der That, nach Maassgabe der bereits vorliegenden Arbeit, Aufmunterung und Unterstützung, um sie zu Ende zu führen und unserer Literatur ein in vieler Hinsicht so erspriessliches Werk zu verschaffen, zu dessen Bearbeitung sich nicht oft, wie die Geschichte derselben zeigt, ein hierzu Geeigneter bereit finden lässt. Eine Angabe sämmtlicher Quelleu dürfen wir wohl am Schlüsse des Werkes erwarten, dem ein sorgfältiges Register nicht fehlen wird.
Hierauf hielt der Herr Geh. Rath Prof. Dr. G ö p p e r t einen Vortrag über die Familie der Cycadeen, mit Rücksicht auf Miqnel's Prodromus.
Im hiesigen Garten werden 20 Arten kultivirt, während überhaupt etwa 51 jetzt lebende bekannt sind; viel zahlreicher ist diese Familie in früheren geologischen Epochen von der permischen bis zur Tertiärperiode vertreten in circa 150 Arten.
Derselbe machte nachfolgende Mittheilung
filier das Verhalten einer Mimosa imdica während des Fahrnis.
Am 28. Juli 1861 unternahm ich mit meinen Herren Zuhörern eine Excursion zu Wagen nach dem 5 Meilen von hier entfernten Zobtenberge, einer aus granitischer Umgebung sich erhebenden Gabbro- Kuppe von 2200 F. Höhe. Zu unserer Begleitung wählten wir eine lebenskräftige, 2 F. hohe, mit 7 ganz gesunden und entwickelten Blättern versehene Topfpflanze von Mimosa pudica, welche in den Topf so befestigt war, dass der Zusammenhang ihrer Wurzeln mit der Erde nicht gestört werden konnte. Darauf wurde sie in eine oben und an einer Seile offene Kiste gesetzt, in der sie sich völlig frei zu bewegen vermochte, und nun von uns Allen, in spedie von Herrn Stud. med, Bock, der das Protocoll führte, beobachtet. Als sie um 5 Uhr auf den Wagen kam, war sie noch im nächtlichen Schlaf befangen. Erst um 5 Uhr 50 Min., nachdem wir also eine halbe Stunde auf einer guten Chaussee gefahren waren, fing das unterste der gefingert-gefiederten Blätter an, sich zu öfiheu, dann nach 10 Minuten das 2te, und so allmälig, in strenger Rei-

