der Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur.

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14) Bis jetzt lassen sich in den europäischen Meeren nur 3 Floren- reiche, die besondere Schöpfungen reprasentiren, nachweisen, nämlich ausser dem Mittelmeere und denen der kälteren gemässigten Zone, noch das Polar-Eismeer; ob die von Forbes ausserdem noch charakterisirte celtische, lusitanische und euxinische Seeprovinz auch besondere Reiche darstellen, muss noch weiter ermittelt werden.

Zur Erläuterung des Vortrages wurden Sammlungen der charakteri­stischen Algen des Mittelmeeres von Genua und Triest, der Nordsee von Helgoland und der Ostsee von Kiel und Colberg vorgelegt.

In der fünften Sitzung, am 12. November, sprach Herr Geh. Rath Prof. Dr. Göppert

über Welwitschia mirabilis,

unter Vorlegung einer Abhandlung von J. Dalton Hooker: on Welwit­schia a new Genus of Gnetaceae. Dr. Welwitsch aus Oesterreich, ein rühmlichst bekannter Reisender, fand 1860 an der Südweslkiistc Afrika'« ein nur wenige Zoll über die Oberfläche hervorragendes holziges, auch nach oft wiederholtem Blühen niemals verlängertes Gewächs von 14 bis Ii Fuss Umfang, das nach unten in eine meist ästige Pfahlwurzel aus­geht. Der obere, von einer rissigen Rinde umkleidete Theil besteht aus einem weichfaserigen Holzkörper ohne Mark und Markstrahlen, nur weiter nach unten zeigen sich theil- weise concentrische Anordnungen, Mark und Markstrahlen. Auf der Oberfläche des Holzkörpers oder dem Kronentheil befindet sich eine tiefe wagerechte Spalte und zu beiden Seiten ein blattförmiges paral- , lelnerviges Organ von linearer Gestalt, lederartiger Beschaffenheit: nach dem Entdecker die Cotyledonen, welche nicht wie bei den übrigen Pflan­zen abfallen, sondern nicht nur ausdauern, vielmehr auch die einzigen Blätter bleiben, weiter wachsen und an 6 Fuss Länge und 2 Fuss Breite erreichen. Die kätzchenartigen Blüthen entspringen auf scheindoldig sich theilenden Stielen in einem Halbkreise auf jeder Seite, sind polygamisch diöcisch, wie auch die Früchte denen der Gnetaceae sehr ähnlich, von denen sie aber durch den Hermaphroditismus und die, sonst nirgends im Pflanzenreich angetroffenen 3fächrigen Staubbeutel sehr abweichen. Die Lebensdauer dieser wunderbaren Pflanze, welche mit Recht den Namen Welwitschia mirabilis fuhrt, wird auf 100 Jahr und darüber geschätzt. Was hier nur angedeutet werden konnte, das findet sich in der Abhandlung selbst ausführlich erörtert und sammt dem anatomischen Bau durch vor­treffliche Abbildungen illustrit,

Derselbe sprach

über lebende und fossile Cycadeen.

Unter die kaum weniger interessanten Entdeckungen aus Afrika, aber von der Ostküste, vom Cap Natal, gehört eine Cycadee, Stangeria para-