u
Jalirps-Bericht
doxa Th. Moore, deren unfruchtbare Wedel — und zwar allerdings ganz verzeihlicher Weise, weil man keine Cyeadeenwedel mit dichotomen Nerven, wohl aber viele solche Farne bis dahin kannte — auch für Farne gehalten und beschrieben worden waren (Lomaria Layopus und L. eriopus Kunze), bis vollständige Pflanzen ihre Abstammung von einer Cycadee unzweifelhaft erkennen Hessen, welcher der Specialname paradoxa sehr passend gebührt. Der hiesige botanische Garten besitzt seit Kurzem auch ein wahrscheinlich bald in Blüthe tretendes Exemplar dieser zur Zeit noch seltenen und kostbaren Pflanze. Bornemann benutzte diese Aehn- lichkeit, um alsogleich die frühere, auf schon von mir entdeckte und beschriebene Farnfrüchte gegründete Brongniart'sche Gattung Taeniopteris als Stangerites zu den Cycadeen zu zählen, eine unnöthige Veränderung, die umsomehr der Synonymie verfällt, als die dabei besonders von Bornemann berücksichtigte Taeniopteris marantacea von Schenk mit Farn- früchten aufgefunden worden ist. Die Familie der Cycadeen beginnt nicht etwa nur schon in der productiven oder oberen Kohlenformation, was man bisher auch bezweifelte, sondern geht sogar darüber hinaus, wie ein von mir in dem, der unteren Kohlenformation gleichaltrigen Kohlenkalk von Rothwaltersdorf aufgefundener Cycadites (C. taxodinus m.) zeigt; sie besitzt ferner zwei Repräsentanten in der oberen Kohlenformation: Cyca- dites gyrosus m., ein in der Entwicklung begriffener Cykaswedel, und das Pterophyllum, gonorrhaehü, beide aus dem Thoneisenstein der Dubesko- Gmbe in Oberschlesien. Sie erreicht in der Medullosa stellata Cotta aus der permischen Formation die höchste Ausbildung der Structurverhält- nisse (wegen des in dem Markcylinder in Menge vorhandenen ausgebildeten Holzcylinders), und in der darauf folgenden Trias- und noch mehr in der Juraperiode das Maximum von Arten, feldt nicht in der Kreideperiode und endigt erst in der Tertiärperiode, und zwar nicht weniger als in dem Miocän von Grönland, wo unter dem 70"n. Br. bei Kook der jetzige Gouverneur von Grönland, Dr. Rink, eine Anzahl Pflanzen fand, unter denen ich ausser der schon von Brongniart beschriebenen Pecopteris borealis, der echttertiären Sequoia Laugendoi-ßi einen Zamiies arcti&is erkannte, welcher bald, wie die übrigen hier genannten neuen Arten, veröffentlicht werden soll.
Derselbe sprach
über das Vorkommen von echten Monokotyledonen in der Kohlenperiode.
Das Vorkommen von Monokolyledonen in der Kohlenperiode wurde bis in die neueste Zeit noch von Brongniart und Dr. Hooker bezweifelt, und daher die daraus hervorgehende Lücke in der sonst allgemeinen Lehre von der fortschreitenden Eni wi ck el u 11 g oder allmäligen Vervollkommnung der Vegetation in den verschiedeneu Bii-
