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Man muß auf den für Kleebau bestimmten Acker durchaus ciu ungeheures Quantum Mist führen, gleich­viel welchen, selbst Straßcnkoth, Schlamm, der in den Wassergräben sich ablagert. Ist dies nun hinreichend geschehn, so muß der Boden 3 bis 4 Fuß tief umge­graben werden, so daß der Dünger in die aufgelockertcn Erdschichten vertheilt und die unterste wie die oberste da­mit vollkommen vermengt ist. Wenn der Acker ans diese Art vollkommen regulirt und hergerichtet, kann man im ersten Jahre Kartoffeln oder Runkelrüben pflanzen, weil durch diese Gewächse der Boden vom Unkraut gesäubert wird und dann im zweiten Jahre, wenn es die Witterung zuläßt, im April den Klee nicht aussäen, sondern aus­pflanzen. Um junge Kleepflanzcn für seine Kleefelder zu erhalten, muß der Cultivateur in seinem Garten Klee- Beete sich bereiten, welche genau so wie die Gemüsebeete beschaffen sein können; sind nun diese Beete hinlänglich gegossen, so wird man schon im ersten oder zweiten Jahre Pflänzchen bekommen, die zum Auspflanzen für den Acker stark genug sind. Man erlangt durch dies Berfahren das bedeutende Ersparniß des Ankaufs des selten billigen und guten Kleesaamcn und dabei wird man noch mit einem halben Zentner solcher Pflanzen weit mehr erzielen, als wenn man auf gewöhnliche Art einen Zentner Saamen auf die Felder säete. Besitzt man starke Kleepflanzen, so darf man sie nie anders als 6 Quadrat-Zoll von einander auspflanzen; der Hauptvortheil davon ist, daß man schon im ersten Jahre sehr schöne Pflanzen erhält und der Kleeacker regelniäßig mit üppigen Pflänzchen be­baut ist, so daß kein offner, freier Fleck unbebaut und nnbepflanzt bleibt. Bcim Aussäen des Klees auf gewöhn­liche Art tritt häufig der Fall ein, daß oft ganze Stellen von 3 und 4 Quadrat-Fuß gefunden werden, wo kein einzig Kleepflänzchen, dagegen an andern Stellen der Klee so dicht wächst, daß er sich nicht vollständig zu entwickeln vermag; die Schuld hiervon liegt nur im Anssäen des Saamens; während dieser an manchen Stellen so dicht gesäet wird, daß der Klee nur unvollkommen sich ent­wickelt, bleiben viele Stellen, wo kein Saamen hinfällt, nackt und leer. Man muß keine Auslage scheuen, die Kleefelder für die Eultur zuzubereiten, alle Frühjahre, eh der Klee zu wachsen beginnt, mit einer Hacke jedes Unkraut, jede perennirende Pflanze entfernen, wodurch der doppelte Bortheil erreicht wird, den Boden vom Unkraut zu reinigen und durch das Anshacken den Boden etwas j zu lockern, waS für die Kleepflanzcn sehr nützlich und vor- theilhaft. Wenn man erwägt, daß ein Klecacker regel- ! mäßig angelegt, auf erwähnte Weise behandelt und bc- | psianzt, vierzehn auch fünfzehn Jahre produktionssähig j ift, kann wohl die Mühe und Arbeit, daö Feld gehörig j zu düngen, vom Unkraut zu säubern, die Pflanzen aus- > zupflauzen und gehörig zu vcrthcilcn, in dem fortwährend '

reichen Ertrage hinreichend Lohn finden. Bleiben da­gegen viele Stellen nackt, wo entweder kein Saamen hin- gefallen, oder wo derselbe nicht anfgcgangen, so wird dieser Schaden die wenigen Auslagen bei ordnungsmäßiger Behandlung während obigen Zeitraums ohnfehlbar ge­waltig übersteigen. Man kann mit Bestimmtheit annehmen, daß ein Joch Grund, regelmäßig mit Klee ausgepflanzt und auf obige Weise behandelt, eben so viel einträgt, als zwei Joch Acker, die nach dem aller Orts üblichen alten Schlendrian bebaut worden.

In schweren, lehmigen Gründen wird sich auch für die Klee-Cnltur das Legen der Drains sehr vortheilhaft erweisen, weil Thonröhren, in die Erde gelegt, nicht allein das überflüssige Schnee- und Regenwasser ausnehmen, sondern auch die atmosphärische Luft, welche in die Röhren eindringt, den Lehmboden aufrcißt, lockert und porös macht. Der Klee zu Bichfutter wird auf die schlechteste Art und Weise gchandhabt; man soll ihn auch statt dreimal, wie cs gegenwärtig geschieht, lieber vier - oder fünftnal im Som­mer schneiden, weil er, wenn er noch seine volle Jugend- Kraft besitzt, mehr Znckerstoff enthält, daher nahrhafter fürs Bich ist als der all zu reif gewordne; nie soll er in der Sonne, sondern der als Wintersutter aufbewahrt wird, an schattigen Orten getrocknet werden, d> h. man hänge ihn im Schatten auf und lasse ihn langsam welken, weil er durch diese Behandlung seine ganze ursprüngliche Kraft behält, wird er dagegen schnell in der Sonne ge­trocknet, so verliert er nicht nur an Gewicht, sondern auch an Aroma und Nahrnngsstoff. Als gefüttertes Blatt läßt sich übrigens der Klee sehr leicht zergliedern, daher durch die übliche Gewohnheit ihn zn trocknen, oft eine nicht unbedeutende Menge Blätter verloren geht und cs ist hinlänglich bekannt, daß grade diese und nicht die Stengel die größte Nahrung enthalten. Wer den Klee unters Dach einer Scheune hängt, wo keine Sonne hin- konimt, und ihn dort welken läßt, wird aus einem Zentner mehr Nahrung für sein Bieh bekommen, als aus andert­halb Zentner ans gewöhnliche Art gedorrten. D. H.

-k-scs-r-

Tabaks-Cultur

in Holland in der Provinz Gelderland, Stadt Amersford.

(Schluß.)

Durch diese Behandlung bekommt das Tabaksblatt eine feine, lederartige Gestalt und Form, so daß, wenn cs ein wenig angefenchtet wird, sich füglich auödehncn und vergrößern läßt. Nachdem die Blätter gehörig ge­brüht worden, werden sie auf demselben Boden ausein­ander gelegt und bleiben so einige Tage liegen, bis sie, wenn sie aufeinander gelegt werden, sich nicht mehr

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