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Ofens aufgehängt und dort den ganzen Winter hindurch hängen lassen, indem ich die Zwiebeln nur einmal im Januar aus dem Säckchen ausschüttete und das dürre Laub und die trockenen Wurzeln abputzte; Ende April habe ich dann die Zwiebeln untersucht. Dies ist die Zeit, wo die blühbaren Zwiebeln die Blüthenschäfte bringen. Dieselben kommen ganz wie bei Amaryllis formosissima, deren allgemein bekannte Cultur der von mir bei den Ismenen angewendeten völlig gleicht, an der Seite der Zwiebeln hervor.
Die mit Blüthenschäften versehenen Zwiebeln habe ich in Töpfe in gute Erde, Laub- oder Dünger- oder Compost-Erde, wie ich sie gerade bei der Hand hatte, gepflanzt und in einen Mistbeetkasten unter Fenster gestellt, wo sie schnell Wurzeln machten und die Blüthenschäfte sich kräftig entwickelten. Zugleich mit dem Blüthenschaft wuchsen die linearischen, riemenförmigen, denen einer Amaryllis ähnlichen, hellgrünen Blätter aus der Zwiebel hervor. Der Blüthenschaft streckte sich bis zu einer Höhe von 1 y a bis 2 Fuss und brachte an seiner Spitze 1 bis 2 nickende, 3 Zoll im Durchmesser grosse, einer Narcisse ähnliche Blüthen mit grünlichem Aussenkelch und weissem, 3 Zoll langem, am Rande wellenförmig krausem Nectarium. Die Blüthe duftete stark und wundervoll wie Orangeblüthe; auch mit dem Duft der Tuberosen ist ihr Geruch zu vergleichen. Die Dauer der einzelnen Blüthe erstreckt sich auf 1 bis 2 Wochen, je nach dem sonnigen oder schattigen Standorte. Eben so normal entwickeln sich die Blüthenschäfte, wenn man die blühbaren Zwiebeln direct ins freie Land legt. Nach der Blüthe habe ich die Zwiebeln bis zum Herbst ins freie Land gepflanzt. Die nicht blühenden Zwiebeln, sowie die Brut, deren jede Zwiebel reichlich ansetzt und die ich natürlich von jeder Zwiebel losnahm, habe ich dann in der Anfangs beschriebenen Weise ins Land gelegt.
Ich habe meine Versuche nur mit Ismene calathina gemacht, bin aber überzeugt, dass die beschriebene Behandlungsart auch bei den anderen Arten (undulata, amancaes u. s. w.) zum gewünschten Ziele führt.
Da bei den Ismenen, wie bei allen Zwiebelpflanzen ohne Ausnahme, die Erzielung einer blühbaren Zwiebel die Hauptschwierigkeit ist, und bei nur einigermassen vernünftiger Behandlung der vorgebildete Blüthenschaft sich leicht normal entwickelt, so glaube ich, dass die blühbaren Ismenen- Zwiebeln nach dem Einpflanzen in Töpfe, in Ermangelung eines Mistbeetes, auch in der Stube vollkommen entwickelte Blüthenschäfte bringen würden. Hieraus ergiebt sich, dass die Ismenen-Cultur sich für jeden Blumenliebhaber eignet, der nur über ein Stückchen Gartenland verfugen kann, dieselbe also passend erscheint für die weiteste Verbreitung.
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