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formen entwirrt und in ein natürliches System gebracht hat. In diesem in mehr als einer Beziehung eigenartigen Buche sind auch die pfälzischen Piloselloiden gebührend berücksichtigt, d. h. die Er­gebnisse der in Schriften und Sammlungen niedergelegten Forsch- -> ungen der Gebrüder Schultz, Dölls u. a. kritisch beleuchtet, berichtigt und ergänzt.

Gmelin führt in seiner Flora Bad. Bd. III 1808 und Bd. IV 1826 zusammen 6 Piloselloidenspecies auf, wovon H. aurantiacum L. für die Pfalz nicht inbetraeht kommt. Es sind dies Hieracium PilosellaL., bei dem Gmelin auf eine Form mit 23blütigen Schäften aufmerksam macht und welchem er Bd. IV p. 589 ein Varietät ß: Foliis (scapisque) firmioribus cum calyce pilis longis obsessis. Pollich, Flor. Palat. = H. Peleterianum Merat als bei Steinbach am Donners­berg vorkommend beifügt. Die übrigen Gmelin'schen Arten sind H. brachiatum Bertol., H. dubium L., H. Auricula L. und H. cy- mosum L. H. brachiatum Bertol., welches Gmelin wie viele späteren Autoren für identisch mit H. bifurcum M. Biebst. hielt, umfasst heut­zutage die Bastarde zwischen H. norentinum All. (und magyaricum Ng.P.) mit H. Pilosella L. und zwar diejenigen mit Ausläufern. Gmelin giebt für H. brachiatum die Standorte Baden-Baden, Windeck bei Bühl, Lahr, Kaiserstuhl und Elsass an. H. dubium L. bei Gmelin ist unser H. Auricula Lamk. et DC, sein H. Auricula L. und cymo- sum L. entsprechen ohne Zweifel nach Beschreibung und Standorten gewissen Formen unseres heutigen H. magyaricum Ng.P. und floren- tinum All.

Vergleichen wir die späteren Floren (Doli, Rheinische Flora 1843; F. Schultz, Flora der Pfalz 1845; Doli, Flora von Baden Bd. II 1859), so finden wir darin die Piloselloiden der Hauptsache nach, wie schon erwähnt, unter Anlehnung an Koch bearbeitet. Als Hauptarten werden H. Pilosella L. mit der Varietät Peleterianum Merat a. A., H. Auricula (L.) Lamk., H. praealtum Koch, H. pra- tense Tausch (von Doli noch in seiner Flora von Baden zu praeal­tum gerechnet) und H. cymosum L. angeführt. Am dunkelsten blieb allen die Species praealtum, unter welcher alles mögliche zu­sammengestellt wurde: kahle, behaarte und rauhaarige Formen mit und ohne Ausläufer. Neben diesen Hauptarten werden aber auch eine Reihe von Bastardspecies namhaft gemacht, deren Ursprung in vielen Fällen richtig gedeutet, manchmal sogar durch künstliche