w&Kam
238
ist, mit Bezeichnung sämtlicher wichtigen Punkte nebst den dahin führenden Wegen.
Allerdings sind die harten, schwer und äusserst langsam verwitternden Granit- und Gneisfelsen, deren erstere im obern und deren letztere im untern Thale vorherrschen und deren ungefähre Abgrenzung zwischen dem Yacher Thale und dem Erzenbacher Tobel gesucht werden muss, nicht im entferntesten dazu angethan, die Flora zu der Grösse, Mannigfaltigkeit und Ueppigkeit der kalk- und basalthaltigen Berge des Kaiserstuhles emporzuheben, doch bietet die namentlich aus Gneisverwitterungen entstandene, sandartige Erdkrumme der Berghänge und der Thalgründe so manches Eigentümliche, das man in andern auch kalkhaltigen Gegenden vergeblich sucht. Hierher gehören Teesdalia nudicaulis B. Br., die dem südlichen Schwarzwald ebenso wie dem Kaiserstuhl fehlt, der Vogelfuss, Ornithopus perpusillus L., beide auf den Höhen und oft bis tief in's Thal hinab weit verbreitet, der Lämmersalat, Arnoseris pusilla Gärtn., auf Sandäckern, ferner Herniaria glabra L. (Elzdamm bei Waldkirch), Corrigiola litoralis L. und vor allem Illecebrum verticillatum L., eine Charakterpflanze der Dünenlandschaften in den norddeutschen Heiden, wo sie häufig vorkommt. In Gräben, an Wegen, auf Aeckern und Schutt steht überall Polygonum minus Huds.; in den Wiesenbächlein, mögen sie gefüllt oder ausgetrocknet sein, Leersia oryzoides Sw., in Buchen und Tannenwäldern Galium rotundifolium L.
Dazu kommt die subalpine Flora der höchsten Gipfel, welche in dem Kandel (1243 m) und dem Rohrhardsberg (1143 m) ihre hauptsächlichsten Vertreter haben; ja selbst der 744 m hohe Hüner- sedel weist noch bedeutende Spuren einer solchen auf. So fand ich schon vor vielen Jahren in der Gegend von Oberspitzenbach, auf einem südlichen Ausläufer des Hünersedels, einen grossen Stock von Allosoms crispus Bernh. tief in massigem Felsgestein wurzelnd. Wie kam dieser Farn dahin? Durch Sporen aus der Gegend des Schauinslands bez. des Feldbergs, wo er ungefähr in dem Umfange einer Geviertmeile ziemlich häufig auftritt, oder vom Sulzer Belchen, wo er sich ebenfalls vorfindet, kann er unmöglich dahin gelangt sein, und dass er etwa vielleicht durch Botanikerlaune dahin verpflanzt wurde, ist noch unwahrscheinlicher. Er muss also wohl als ein Ueberbleibsel der Gletscherzeit betrachtet werden, worauf auch das in seiner Nähe wachsende Meum athamauticum Jacq. sowie Arnica montana L. hinzuweisen scheinen.
