MITTEILUNGEN

des

Botanischen Vereins

für den

Kreis Frei bürg und das Land

A jjf Erscheinen in zwanglosen Heften, welche allen Mitgliedern \ XV)> unentgeltlich durch die Post zugeschickt werden.

1884.

Charakteristische Formen der Flora von Achern.

Von Dr. Winter.

H enn ich in Nachstehendem einige charakteristische Formen der Flora von Achern hekannt geben möchte, so muss ich voraus schicken, dass der Begriff Achern etwas weit gefasst ist und dass ich unseru Bezirk so weit ausdehne, als seine Bodenformation annähernd gleichmässig und es möglich ist, denselben an einem Tage zu durchstreifen. Wir bewegen uns da auf einem geologisch ausserordentlich abwechslungsreichen Boden und überschreiten von Norden nach Süden den Alluvial- und üiluvialkies von Rastatt bis Jchenheim, der als sog. Bheinttäche sehr oft von Torfwiesen und Lette­lagern unterbrochen und gleichsam durchlöchert ist, während ihn östlich abwechselnd Löss und liothliegendes in Form niedriger, schluchten­reicher Vorhügel tangiren, die ihrerseits an die weitausgedehnte Graniterhebung stossen, welche, von Buntsandstein vielfach über­lagert, die Hauptmasse unsres Schwarzwaldes bildet und in welcher inselartig jüngere Porphyre (Yberg, Allerheiligen etc.) und Gneis (Buchkopf, < hnerskopf) sich breit machen, während nur spärlich und wie eingesprengt der Muschelkalk sich findet, wie hinter Balg und bei Aspich. So manichfaltig wie seine Zusammensetzung, so viel­gestaltig ist auch die Oberfläche dieses Bodens, von der heissen, sandigen, da und dort mit langweiligen Fohrenschlägen bestandenen Ebene durch sumpfige Moorwälder, grüne Wiesen und lachende Getreidefelder, durch anmuthige Rebhügel und reizende Wald­schluchten an tosenden Wasserfällen empor zu den umvirthlichen, 3887' hohen Hornisgrinden. Ebenso abwechselnd ist aber auch die Flora, die mitunter sehr schöne und seltene Formen aufweist und namentlich fast alle badischen Farne enthält.