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Der hehrmellfer Im Sorten und Kleinfierhof, Leipzig,
III. 24 .
nach der Größe des Laufraumes. Man rechnet im Durchschnitt für das Huhn 8 Quadratmeter Auslauf. Sollen Enten oder Gänse auf demselben Raume gehalten werden, so muß wenigstens ein Wasserfaß in den Boden eingegraben werden, dessen Wasser täglich zu erneuern ist, was übrigens auch schon in Nr. 17 erörtert wurde.
Hühnerhaltung sFrau A. G. in N.j Auch für Sie gilt vorstehende Auskunft. Auf dem angegebenen Rnun sollten bei größter Reinlichkeit höchstens 6 Hühner gehalten werden. Andere als die im „Lehrmeister" inserierenden Züchter sind uns nicht bekannt. Vor allem warnen wir Sie, billig kaufen zu wollen. Falsche Sparsamkeit ist beim Tierkauf, der ohnedies Vertrauenssache ist, nicht angebracht.
Der Schnitt des Quittenbaumes [Dr. Gg. von rr>. in Ll.] soll sich nur auf die Entfernung des überflüssigen Holzes beschränken. Diese Arbeit ist bei der Buschform, dem Halb- und Hoch- stamin höchstens alle drei Jahre vorzunehmen. Als überflüssig können nur zu dicht stehende Zweige oder Aste bezeichnet werden, welche infolge ihrer ungünstigen. Stellung keine oder nur kleine Früchte bringen. Der Quittenbaum erzeugt seine Blüten am Ende von kurzen Trieben, welche sich aus den Augen der Zweige (vorjährigem Holze) entwickeln. Bei freiem Stand, wo die ungehinderte Ausdeh- nung der Bäume möglich ist, wird überhaupt nichts geschnitten. Man läßt die Bäume nach Belieben wachsen und das ist die beste Kultur. Sie treiben dann ohnedies nicht so stark und setzen viel mehr Fruchtholz an.
Uitis Ueilcbii. [S. s. in D.] läßt sich nicht aus Holzstecklingen vermehren. In Nr. 21, II. Jahrg., ist eine ausführliche Abhandlung über die Vermehrung desselben enthalten. Pflanzen liefert jede größere Baumschule. Bestimmte Bezugsquellen geben wir nur brieflich bekannt bei Einsendung einer Rückantwortkarte.
ver tote klserapkel [2. in ».]
verliert auf Doucin veredelt etwas von seinem sparrigen, breiten Wuchs. Die Fruchtbarkeit ändert sich nicht. Da dieser Apfel vorzugsweise Wirtschaftsund Marktfrucht ist, so hat es wenig Zweck, ihn als Formobstbaum zu kultivieren. Er eignet sich vorzüglich für den Hoch- und Halbstamm.
Die beste Düngung für einen neu angelegten Gemüsegarten [K. w. in
UT.] ist Rindermist. Derselbe düngt vorzüglich und fördert die Humusbildung (Feinerde), welche dasKennzeichen eines in guter Kultur stehenden Bodens ist. Von Kunstdüngerarten sehen Sie vorerst ab. Es ist übrigens auch nicht einerlei, zu welchen Gemüsearten Sie düngen. Vielleicht beachten Sie die zur Zeit im „Lehrmeister" erscheinenden Abhandlungen über „Künstliche Düngung im Garten". (Nr. 21)
Gurkenkultur [K. in h.] Bei der Kultur im Freien ist das Ausbrechen der Spitze nach dem sechsten Blatt üblich, damit die Neubildung von Trieben veranlaßt wird. Notwendig ist aber das Auskneisen nicht. Über Freilandkultur erscheint in einer der nächsten Nummern eine Abhandlung, die bereits schon vorliegt und Ihre Fragen berücksichtigt.
Die Ansaat des Hümmels. [Derfdbc] Der Kümmel gedeiht bei feldmäßiger Kultur am besten nach gedüngten Hackfrüchten. Die Samen werden vorerst auf ein Beet ausgesät und die Pflanzen gegen Ende Juni 30 cm im Quadrat ver- pslanztoderman sätEnde April unter Sommergerste Möhren, Mohn, Lein, Erbsen, Pferdebohnen oder schon im Herbst quer über Raps und Winterweizen bei 40 cm Drillweite. Die Herbstsaat muß so früh erfolgen, daß der Kümmel noch vor Winter aufgeht. Die Frühjahrssaat und Pflanzung wird über Sommer fleißig behackt. Das Kraut schneidet man vor Winter zum Verfüttern ab. Geerntet wird dann erst im Juni des nächsten Jahres.
(Zwiebeln sDerselbejsind im März breitwürfig auf Beete ins freie Land zu säen und zu dicht stehenden Pflanzen zu verziehen. Diese setzt man auf ein Beet und erhält auf diese Weise ganz annehmbare Zwiebeln bis zum Herbst. Die aus dem Saatbeet verbleibenden Pflanzen liefern die Steckzwiebeln, welche im nächsten Jahre zum Auspflanzen verwendet werden. Man kann aber auch die Zwiebelpflanzen int Mistbeet ziehen und im Mai ins Freie aussetzen.
Der Sanddorn oder Boxdorn [€. s. in fj.] gedeiht nur, wenn genügend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist, wird aber dann durch seine sehr weit kriechenden Ausläufer lästig. Die beste und billigste Umzäunung ist ganz entschieden verzinntes Drahtgeflecht und Stacheldraht. Zu Boxdorn kann nicht geraten werden. Derselbe wird auch zwischen den Haselsträuchern, die doch trocken stehen, nicht gedeihen. Da wären Akazien noch vorzuziehen, wenn nicht eine streng im Schnitt gehaltene Hecke verlangt wird.
Blattläuse D. St. in 2z. ] sind durch wiederholtes Abspritzen der Pflanzen mit Tabakbrühe (Abkochung von 1—2 Pfund ordinären Tabak, Zigarrenstummeln und dergl.) in 50 Liter Wasser zu vertilgen. Wo Tabakbeize aus der Tabakfabrik erhältlich ist, verwendet man diese. Da Sie in Österreich sind, müssen Sie sich zur Erlangung von Tabakbeize an die dortige k. k. Finanzbehörde wenden.
Das Untergraben eines Gartenzaunes [€. v.
in £.] durch Kaninchen kann verhindert werden, wenn man das Drahtgeflecht ungefähr 60 cm tief in
Schutzgitter gegen das Unterwühlen des Zaunes durch Kaninchen.
den Boden eingräbt. Das kann sowohl senkrecht, wie auch bogenförmig geschehen. Nicht zu weites Drahtgeflecht eignet sich am besten.
Schildkröte, die nicht frisst, [y. II. in Gr. st.]
Ihrer Schildkröte ist schon zu helfen. Leider kommen die Sumpfschildkröten aus Jtali n meist schon in krankem Zustande hier an und ihr Gefangenschaft ist ein langsames Hinsiechen Das einzig mögliche Mittel, um Schildkröten zum Fressen zu bringen, ist Wärme. Stellen Sie das Becken an einen Ofen oder Herd, so daß die Wassertemperatur dauernd 18—20° C. beträgt. Über 35' soll die Temperatur nicht steigen. Halten Sie das Wasser peinlich sauber (aber stets nur temperiertes Wasser zugießen!) und bedenken Sie, daß die Wasserschildkröten nur im Wasser fressen. Füttern Sie mit Regenwürmern, Mehlwürmern, geschabtem Rinderherz und, sobald diese erhältlich, mit lebenden Kaulquappen, aber erwarten Sie nicht, daß das Tier, sein Futter wohldressiert vom Stäbchen nimmt. Sie legen das Futter am besten auf den Rand des Korkes. Landraum braucht nur so viel zu sein, daß die Schildkröte drauf liegen kann. Fruchten diese Mittel nichts, so setzen Sie das Tier in eine Kiste, die halb mit gewaschenem Sand, halb mit Moos gefüllt ist, und bringen das Ganze in einen frostfreien Raum, bis es Frühling wird. Dort hält das Tier noch einen kleinen Winterschlaf. Ewald.
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auswirffchaft.
Gebackene, zuvor marinierte tauben. > Die
gerupften und gesengten Tauben werden abgewaschen, halbiert und in eine Marinade gelegt, die aus dem Saft nicht zu süßer Weintrauben, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Nelken und Lorbeerblättern bereitet wird.
Nach drei Stunden sind die Tauben herauszunehmen, gut abzutropfen, in einen dünnen, aus Weizenmehl, Eidottern und Weißwein gequirlten Teig (sog. Klare) zu tauchen und in reinem Schweineschmalz schön goldbraun zu backen. Gleichzeitig werden Sträußchen von gefüllter Petersilie in den Teig getaucht und ebenfalls ausgebacken. Diese finden beim Anrichten als Ausputz Verwendung. Auch Herzen und Lebern der Tauben können ebenso verbraucht werden.
Don übrig gebliebenen Kartoffeln läßt sich mit etwas gewiegtem Schinken eine sehr gutschmeckende Speise Herstellen. — Acht bis zehn kalte Kartoffeln werden gerieben, mit 35 g Butter, einem ganzen Ei und einem Dotter gut verrührt, zwei Eßlöffel Mehl und etwas Salz darunter gemengt und das Ganze zu einem fingerdicken Teig ausgerollt. Hiervon sind viereckige Stückchen zu schneide», die, nachdem in die Mitte ein Häuschen seingewiegter Schinken gesetzt wurde, zu runden Klößchen zu formen sind. In heißem Fett schwimmend gebacken, werden dieselben noch warm serviert.
Der tranige Geschmack der Ulildenien kau" auf eine sehr einfache Art entfernt werden. Einige Zeit vor dem Braten werden die Tiere mit Erbse» gefüllt, die den unschönen Geschmack vollständig an sich ziehen. Natürlich sind die Erbsen vor der Zubereitung des Geflügels wieder zu entfernen. —h- Uerwendung von Orangenschalen. Nachstehende Anweisung ist von einer Hausfrau erprobt und die aus dem Extrakt bereitete Limonade wurde allgemein als sehr wohlschmeckend befunden. Sehr dünn abgeschälte Orangenschale wird in eine weithalsige Flasche getan und guter Franzbranntwein darauf gegossen. Man kann von beiden Ingredienzen immer mehr nachtun, doch bleibt die Schale stets eben bedeckt vom Branntwein. Nachdem dies ein paar Wochen gestanden hat, ist in jeder Apotheke erhältliche, kristallisierte Zitronensäure in wenig Wasser aufzulösen und weißer Zucker, sowie auch Vanille nach Geschmack hinzuzufügen. Mit einem Teil des gewonnenen Orangenextraktes, j sowie einem entsprechenden Quantum Wasser ver- ! mischt, ergibt sich eine Limonade von feinem Wohlgeschmack, die sich in gut verschlossener Flasche etwa einen Monat hält. Der Extrakt selbst bleibt über ein Jahr genießbar und kann davon stets mit geringer Mühe ein erfrischendes Getränk bereitet werden.
Alabaster lässt sich leicht mit weichem warmem Wasser reinigen, in welchem wenig Soda aufgelöst wurde. Vermittels einer weichen Bürste wird der Schmutz von den Alabastergegenständen entfernt, mit kaltem Wasser nachgespült und mit einem säubern, trockenen Tuche so lange poliert, bis der frühere Glanz wieder erscheint. —Y.
Schmutziges Rohrgeflecht wird wie neu, wenn man dasselbe mit Wasser, Seife und einer Wurzelbürste reinigt und noch feucht mit Schwefelpulver bestreut. Zuweilen kraust sich das Rohr bei diesem Verfahren, doch wird dasselbe wieder straff, sobald es völlig getrocknet ist. Zuletzt wird der Schwefel an den schwer zugänglichen Stellen mit einer Bürste entfernt. —z.
Um Rost von vernickelten Tabrradteilen zu entfernen werden dieselben erst mit Ol eingerieben und nach einigen Tagen vermittels eines mit Ammoniak angefeuchteten Tuches gereinigt. Sollten sich hier und da immer noch Rostspuren zeigen, so können diese mit Hydrochlorsäure entfernt werden. Schließlich ist mit Tripel nachzupolieren. —Y.
Redaktionsfchlutz am 8. März.
