Der hehrmellter Im Sorten und Kleinfierhof, Leipzig.

III. 25.

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können. Mittels desselben wird die Schale ausgelegt und dann wird das Moos hineingetan, welches jetzt aber nur angefeuchtet werden darf. Das Eingießen von Wasser wird in solchen Fällen nicht ratsam sein. Der Blumenschmuck muß so angeordnet werden, daß man von dem, was im Grunde der Schale ist, nichts sieht.

Welche zur Zimmerkulfur geeignete Pflanzen Iahen lick durch Samenausfaafen heranziehen?

Von Otto Candmatm.

Obwohl eine Menge Pflanzenarten existieren, Welche durch Aussaat für die Zimmerkultur gewonnen werden können, sind es dennoch wenige, die zur Auf­zucht wirklich entp fohlen werden können. Baum­und strauchartige Pflanzen, deren teilweise oder voll­ständige Ausbildung meh­rere Jahre erfordert, werden sich keineswegs 'oder nur ganz selten des dauernden Interesses der Blumen­freunde erfreuen. Deshalb kommen für die Zimmer­kultur hauptsächlich ein­jährige, schnell blühbare oder schon in der Ent­wickelungansehnliche Pflan­zen in Betracht, deren Pflege nicht viel Umstände erfordert. Aber auch unter diesen gibt es eine ganzc Anzahl, die nur mittel­mäßig in der Zimmerlust gedeihen. Schön blü­hende und an Hellen sonni­gen Fensterplätzen gut fort­kommende Exemplare find: die Balfamine, die Lobelie, die Refede, der Moschus­gaukler (Mimulus moscha- tus), der Hahnenkamm (Celosia), Calandrinia um- bellata sowie einige Tore- nia- und Eiskrautgewächse.

Als wohlriechend sind noch Basilienkräuter (Lasilicnrn) zu nennen. Kann reich­lich gelüftet werden, so kommen am Fenster noch einjährige Pflanzen wie folgt fort: Petunien, Ver­bauen, die Zwerg-Nasturzie (Tropaeolum maj. Tom Thumb), der Phlox und dergleichen mehr. Von Zierfruchtgewächsen gedeihen im Zimmer Spanischer Pfeffer und das Eierfrnchtgewächs, die aber nur in schwachwüchsigen Sorten zu wählen sind, weil sie sonst durch Hoch- und Breitwachsen die Fenster zu sehr versperren würden. Schlingpflanzen können eben­falls nur in fchwachwüchsigen Sorten Verwendung finden; diese sind: Tropaeolum majus, Maurandien, Thunbergien usw. Zier­liche Schlingpflanzen für das Zimmerfenster sind die knollen­tragenden Nasturzienarten, wie Tropaeolum tricolor und azureum. Aus Samen gezogen, blühen dieselben schon im ersten Jahr, voraus­gesetzt, daß die Aussaat frühzeitig erfolgt. An Bindfäden lassen sich von diesen Pflanzen äußerst anmutige Gewinde ziehen.

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Werden starkwüchsige Schlingpflanzen vorgezogen, so können Nina lobata, Cobea scandens und Eccremocarpus scaber em­pfohlen werden. Auch zartere Windenarten gedeihen im Zimmer fast noch besser als im Freien. Als leichte und ausdauernde Blüher verdienen die Glockenblumenarten Campanula fragilis, pyramidalis und garganica Erwähnung.

Schönblühende Pentstemon sind ebenfalls leicht aus Samen heranzuziehen. Hübsch sind auch Lobelia fulgens und Lobelia syphilitica. Reizend nehmen sich als Ampelpflanzen die indische gelbblühende Erdbeere (Fragaria indica) und Linaria Cymbalaria aus. Von Primelarten empfiehlt sich fürs Zimmer besonders P. obconica; auch P. japonica gedeiht in einem kühleren Raume gut. Die meisten der angeführten ausdauernden Pflanzen blühen jedoch erst ein Jahr nach der Aussaat.

Viel Vergnügen macht auch die Anzucht der diversen Akazien­arten, ebenso diejenige här­terer Palmen.

Schönblühende aus Sa­men zu gewinnende Topf­gewächse sind Gesnerien, Gloxinien, Begonien, Cy- clamen, chinesische Primeln

Pelargonien u. a. m.

Wald-Spierffaude oder Seihhart.

Von JVISnkemeyer, Inspektor des Botan. Gartens in Leipzig. <Mit Original-Abbildung.)

In feuchten Laubwäl­dern, besonders an den Ufern der Flüsse und in lichten Gebüschen blüht im Juni und Juli eine über meterhohe Spierstaude, welche die Aufmerksamkeit eines jeden Pflanzen­freundes erregen muß. Es ist die Wald-Spierstaude, auch Geißbart genannt, mit dem wissenschaftlichen Na­men Spiraea Aruncus oder Aruncus Silvester. Seit vielen Jahre hat sie auch den Weg in unsere Gärten gefunden, auch ich habe sie seit Jahren bei mir ange­pflanzt und meine Freude daran. In der Kultur ist diese Art der artenreichen Gattung Spiraea sehr ge­nügsam. Ein freier Stand, ein etwas lehmiger feuchter Boden ist alles, was sie ver­langt. In kräftigem Erd­reich wird sie mit den halbmeterlangen Blütenrispen bis iy 2 m hoch- An sich sind die anfangs grünlich gelben, später weißlichen Blüten ja klein, aber die ungeheure Fülle derselben in lockerer Anordnung machen die Rippen zu einer imponierenden Er­scheinung. ^ Auch die gefiederten, gesägten Blätter sind sehr dekorativ; sie liefern mit den Blütenrispen einen lange dauernden Vasenschmuck. Diese schöne Staude empfiehlt sich selbst und zum Zeugen dafür möge die Abbildung dienen.

Die Wald-Spierstaude oder Geißbart. (Spiraea Aruneüs