Ueber glumett!
(Anteilung für die liebe Jugend.)
Kein Plätzchen ist auf Gottes Erde.
Wo nicht daS SchöpfungSwort „es werde' Die ewig neue Kraft bewährt.
Für jeden Raum und jede Stelle Find't in der Blumen reicher Fülle Die sich, die Freude Dir gewährt.
Nie wunderbar hat doch der Schöpfer die Blumen geschaffen! Welche Schönheit und Farbensiille bei solch' bescheidener Genügsamkeit! Auch in den rauhesten Gegenden, von Patagonien bis nach Grönland, vom Süden Australiens bis in den Norden Sibiriens, und von den tiefsteil Thülern bis auf die hohen Gebirge sehen ivir die Blumen tvie Engclchen die Menschen begleiten, sie trösten und erfreuen und ihre sinnige Sprache mit ihnen reden. Alle Völker, auch die uncivili- sirtesteu, verstehen diese Sprache ganz wohl und kein Mensch, wenn auch noch so rauh, kann sich beim Betrachten der Blumen der innersten Gefühle erwehren. — Und wunderbar! die Gefiihlc, welche den freundlichen Geber von Blumen durchdringen, werden auch vom Empfänger mitempfnndcn als sympatischcr Ausdruck des innersten Herzens. Wie könnten wir d'rum auch die Blumen in der schönen Natur betrachten, ohne uns des gütigen Gebers derselben zu erinnern?
Der Mensch mag auch noch so sehr mit dem Unglück zu kämpfen haben, — immer werden ihn die Blumen freundlich ansprechen, und tvcnn cs auch manchmal an allem Trost fehlt — ein Blick auf die Blumen erinnert uns, daß Der, welcher die Lilien des Feldes kleidet, auch die Menschenkinder nicht vergißt. Wie manch' arme Wittwe, welche sonst alles verloren hat, was ihr auf Erden lieb und theuer war — sie tröstet sich noch mit den Blnmcu, welche ihr als einzige Freude geblieben sind. Auch mancher rauhe Krieger, sonst gegen alle sanften Gefühle abgehärtet, betrachtet still und sinnend die friedlichen Blumen und weilt gerne, sich erholend, unter ihnen.
Diese Friedcnskinder sollten d'rum auch nie fehlen da, wo der Mensch ein „Heim" gefunden, und besonders auch die Kinder sollen sich ihrer recht erfreuen: denn zur Freude, nur zur Freude hat sie uns der Schöpfer gegeben! Seit uralter Zeit schon haben die Blumen durch ihre Anmuth und Schönheit die Menschen erfreut und unser Herr sagte ja selbst, daß sie herrlicher gekleidet seien, als Salomon in aller seiner Pracht. Was nur der liebe Gott den Menschen an

