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Schönem gegeben in Form, Farbe und Geruch, hat er auch in die Blumen gelegt, denn wir finden in den Blumen die reichsten Farben, die schönsten Formen und den angenehmsten Geruch, welchen wir überhaupt auf Erden kennen, und zwar in einer solchen .Harmonie, daß sie der Dichter „das Lieblichste auf Erden" und „einen recht freundlichen Gottesgedanken" nennt.
Wie lieblich machen sich in der That die Blumen als Schmuck unserer Fenster, wie freundlich sieht auch das kleinste Häuschen aus, wenn es mit Blumen artig ausgestattet ist, und unsere mit Blumen geschmückten Gärten stehen unfern Wohnungen so hübsch, wie die blumenreichen Alpen unserm schönen Schwcizcrländcheu. D'rum sollen auch die lieben Kinder dazu beitragen, unser „Heim" recht freundlich zu gestalten und ihre Ferien und Freistunden zum Theil den Blumen zu Widmen.
Wie müssen wir es aber machen, um so schöne Blumen zu erziehen? so werden wohl alle Kinder fragen. Ganz einfach, ihr lieben Kinder, ganz wie die Mutter Natur es macht! Sie ist unsere beste Lehrmeisterin, von ihr müssen auch wir Gärtner lernen, denn sie hat schon seit Jahrtausenden alljährlich mit bestem Erfolge alle Triften und Haine, vom tiefen Thal bis in die hohen Berge jede» leere Plätzchen, ja sogar die Felsen noch mit Blmncn besät. Kein Gärtner hat je solche Erfolge erzielt. Sie läßt den Same», wenn er reif ist, einfach auf den Boden fallen, deckt ihn etwa durch abfallende Blätter, Stiele und Stengelchen leicht zu oder läßt ihn auch durch Wind und Vögel ausstreuen, wo er ganz mit Gelegenheit, gewöhnlich nach einem warmen Regen, keimt und, durch Sturm und Unwetter abgehärtet, aber auch durch die warmen Sonnenstrahlen gestärkt, kräftig sich entwickelt, wie das „Haberköruli"- im Gedicht von Herrn Pfarrer Hebel. Allerdings braucht die Natur hiezu eine Menge Samen aller Arten und deshalb enthalte» auch die Sommerflor- Paquetchen für Kinder gewöhnlich eine große Anzahl Sauren mannigfacher Sorten. Wenn dann auch etwa die eine Sorte nicht gedeiht, so gedeiht doch die andere. In trockenen Jahren gedeihen z. B. diejenigen besser, welche gerne trocken haben und in nassen Jahren die, welche mehr Feuchtigkeit lieben. Weil wir nun die Witterung eines Jahres nicht voranssehen können, so «rächen wir's am besten wie die Natur — wir säen einfach verschiedene Arten gemischt miteinander. Es keimen dann die, welche keimen können mrd eS wachsen die, welche wachsen können unter den gegebenen Verhältnissen. Ost nämlich keimen anfangs alle Samen, aber wachsen werden dann doch nur die, welche der Witterung zu widerstehen vermögen. Ein Beispiel dieses „Kampfes um's Dasein", wie man's nennt, gibt uns jede Wiese. Auf einer Wiese nämlich sind auch ganz verschiedene Pflanzen nebeneinander und

