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Eine solche Reichhaltigkeit an Farben oder Zeichnungen wie die Mimulus, ent­halten nur wenige Pflanzen und nur die Pensöes oder „Denke-mein" haben noch reichere Farben. (Eine genaue Anleitung zur Kultur derselben, sowie ein Mustersortimentchcn von Samen in 50 schönen Farben-Nüancen sende ich gerne franko zu und zwar zusammen gegen 50 Rp. in Briefmarken, schweizerische oder auch ausländische.) Allerdings enthalten auch die Calceolarien nicht nur überaus schöne Farben, sondern auch wunderhübsche Zeichnungen, allein sie sind ziemlich disficiier und nur als Topfpflanzen zu behandeln. Auch ist die Samcn- zucht schwierig und kostspielig, so daß ich immer für ein Packetchen mit 200 Körnchen 50 Rp. berechnen muß; dafür ist aber das Sortiment auch ein unver­gleichlich hübsches und jede Corte in ihrer Art von tadelloser Schönheit.

Während nun diese kleinen Samen etwas pünktlicher behandelt werden müssen, sind dagegen z. B. die Sommerblumen sehr leicht z» erziehen. Man kann sie alle ohne Ausnahme gleich an Ort und Stelle säen, also da, wo sie stehen bleiben und blühen sollen. Man säe aber lieber nicht alle Samen auf einmal, sondern etwas davon im März, etwas im April und den Rest erst im Mai oder Juni, auch kann man sie ganz wohl noch im Juli ansäen. Wenn man die Samen mit der Hand an den Boden drückt, keimen sie schneller und wenn man die größern Samen mit Torf- oder Turbenerde überstreut, so ist es noch besser. Statt Turbenerde kann man auch andere Moor- oder Mooscrde, Lauberde, auch Kaffeesatz oder auch Gerberlohe — oder, was noch am besten wäre, trockenen Pferdemist (von der Straße gesammelt) zum Bedecken (Ueber- streuen) der Samen verwendet werden. Solcher Straßenmist sollte auch in reichlicher Menge zum Düngen verwendet, also vor der Ansaat in den Boden eingegraben werden, wenn man einen recht üppigen Flor haben will. Das Packetchen Nr. 1 oder Sommerflor in 20 Sorten kann vielleicht an 20 verschie­denen Stellen angesät werden und werden sich immer einzelne Blumen recht schön entwickeln. Nur immer ja recht dünn säen, feucht halten und dabei kein Unkraut aufkommen lassen. Das Gleiche gilt auch beim 2. Packetchen, Sommer­flor I. Ranges, und sollten diese überdies verpflanzt werden und zwar je kleiner, desto besser wachsen sie und um so gedrungenere, schönere Pflanzen erhält man von denselben. Ja sogar nur in diesem Fall, d. h. nur wenn man sie sehr dünn sät und als ganz kleine Pflänzchen versetzt, sogar wenn sie erst 2 Blätt­chen haben, bekommt man wahrhaft reichblühende, regelmäßig gebaute, haltbare Pflanzen, welche den ganzen Sommer über und bis tief in den Herbst blühen. Auch das 3. Packetchen, Nr. 2 oder Topsblumen, verlangt ganz gleiche Behand­lung, nur daß die Pflänzchen dann in Töpfe oder Kistchen gepflanzt werden. Man»kann sie zwar auch in's Freie an eine recht warme, sonnige Stelle pflan­zen, wo sie sich sogar noch üppiger entwickeln, allein einzelne derselben machen sich in Töpfen doch noch hübscher. Bei einiger Uebung mit Nachdenken wird man wohl bald herausgefnnden haben, was dahin und was dorthin am besten paßt und da es ja unmöglich ist, bestimmte Borschristen, betreffend Anwendung und Verwendung der Blumen, zu machen, weil die Verhältnisse eben an jedem Ort wieder andere sind, so ist es gewiß am besten, wenn wir der Intelligenz der kleinen Gärtner nun vollen Spielraum lassen. Ein liebes Schwesterchen oder ein aufgewecktes Brüderchen wird dann wohl auch etwa Fehlendes noch ergänzen helfen. Sollte aber gar der Herr Papa oder Frau Mama Interesse an der Sache nehmen, so stellen wir mit Vergnügen eine noch weiter gehende Anleitung zur Verfügung.

W. Waechlokd, Gärtner.

Truck von W. Kepting in Andelfingc».