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Blüthen kein ©amen auf der Erde, auch keine Früchte wären denn Kirschen und Zwetschgen, Pfirsich und Pflaumen, Aepfel und Birnen stammen alle ans den Blüthen, mit welchen in: Frühling unsere Bäume so prachtvoll geschmückt sind. Und wie manchen angenehmen Thee und heilsamen Trank verdanken wir ja den Blumen! Und welch' hohe Bedeutung haben vollends die Blumen in psychiatrischer Be­ziehung! Ein hervorragender Arzt und Autorität ans dem Gebiete der Psychiatrie sagt ja, daß viele Menschen ihre Gesundheit des Geistes und Gcmüthes einzig und ganz den Blumen zu verdanken haben, mit denen sie täglich in Bcriihrung kommen und bei welchen sich ihr Ge- müth immer wieder erheben könne. Ueberhaupt wird ja von allen Aerzten anerkannt, welch' wohlthuenden Einfluß die Blumen aus das Gemiith des Menschen ausüben.

Das Gcmüthsleben des Menschen ist eben eine gar eigene Sache. Nicht Jedermann kann sich so recht vorstellen, wie nothwendig die Pflege des Gemiithcs für die Menschen ist. Wer da glaubt, die Hauptsache sei im menschlichen Leben das Erwerben von maleriellen Gütern, macht oft nur zu spät die traurige Erfahrung, daß er sich bei seiner rastlosen Arbeit wohl ökonomisch sicher gestellt, aber sein frohes Gemiith und die Gesundheit dabei eingebüßt hat. Gewiß hätte er's wohl auch in ökonomischer Beziehung ebensoweit gebracht, wenn er sich und den Seinen etwas mehr Ruhe und Erholung gegönnt hätte, nach welcher ja bekanntlich nur wieder um so ausgiebiger ge­arbeitet werden Samt. Aber Ruhe und Erholung findet man nicht in einem dumpfen, rauchigen Wirthshaus bei aufregendem Spiel oder gar beim Tanz, sondern besser in gut gelüftetem, mit Blumen und Pflanzen geschmücktem Lokal in ruhiger, gemüthlicher Gesellschaft und noch besser oder am besten in trautem Kreise der Familie.

Wenn jener König seinen Unterthanen jeden Sonntag ein Huhn in den Topf gewünscht hat, so wünschte ich jeder Familie ein Gärtchen mit einigen Blumenbeetchen und einer mit Schlingpflanzen umrankten Ruhebank oder Gartenlaube, wo sich der Hausvater am Abend mit seiner Familie erholen und das Familienleben pflegen könnte. Gewiß, das Leben würde sich auf diese Weise nicht nur angenehmer gestalten, sondern das ganze Menschengeschlecht würde dadurch verbessert und veredelt werden.

Manche sagen wohl, es habe nicht jeder Mensch gleiche Pflege des Gemüthes nothwendig aber wenn's auch Manche länger aus- haltcn können, früher oder später stellt sich eben doch das Bedürfniß nach physischer und geistiger Abwechslung ein, das Bedürfniß nach Ruhe und Erholung des Gemüthes, und wenn dann dieser Wink der Natur nicht beachtet wird, dann folgt Erschlaffung der Körpcrkräfte, Abstumpfung des Gemüthes, wenn nicht gar Trübsinn, Melancholie