Frage 41. Darf man den Gemüse- und Blumengarten in der Aath nicht auch mit Brunnenwasser begießen?
In Ermanglung von anderm Wasser ist es bei großer Trockenheit natürlich besser, man gieße mit Brunnenwasser als gar nicht. Aber besonders gilt dann auch der Grundsatz, dann gleich recht zu beschütten, also nicht so oft, aber dafür um so tüchtiger, gründlicher, und wo möglich dem Wasser etwas Gülle beizumischen, oder besser abwechselnd zwischenhinein auf die Beete zu gießen, dann wird auch diese Beschüttung noch eine gute Wirkung haben.
Frage 42. Wie soll mau die orm Hagel beschädigten Wunde» an den Käume» behandeln?
Alle auf irgend eine Weise entstandenen Wunden an den Bäumen und auch an den Reben, Rosen rc. sollten möglichst schnell mit Baumwachs Lber- strichen werden, damit das Holz und die umliegenden bloßgelegteu Stellen nicht zu stark austrocknen, sondern möglichst schnell wieder überwachsen und heilen können. Je schneller dies geschieht, desto besser ist es, und um so prompter heilen auch die Wunden wieder zu. In Ermanglung von Baumwachs oder Zweigwachs kann man auch Leit oder Lehm verwenden, wie solcher z. B. zum Ausstreichen der Oefen verwendet wird, oder auch Töpfer- und Ziegler-Lehm, welchem man zur größern Haltbarkeit, und damit er nicht risstg wird oder abspringt, etwas aufgelösten Tischlerleim beimengt. Baumwachs ist übrigens viel besser und verhältnißmäßig sehr billig, denn man kann mit einem Kilo viele Tausend Wunden bestreichen. Es genügt nämlich auch der allerdünnste lleberzug vollständig, und wenn man das Wachs warm macht, und, sobald es flüssig ist, etwas Weingeist zusetzt, so bleibt es so schön flüssig, daß man es mit einem Pinsel ganz dünn auftragen oder verstreichen kann.
Uebrigens, in einem solchen wichtigen Falle, wo es sich um das Gedeihen ganzer Gegenden handelt, lasse man lieber so schnell als möglich einen erfahrenen Fachmann kommen, welcher die Sache sofort vorzeigt und genaue Anleitung gibt. Dafür find ja nun die kantonalen und schweizerischen Wanderlehrer da, benütze man also diese Gelegenheit, denn ein einziger guter Rath ist in solchem Fall Tausende von Franken werth. Die Landwirthe der ganzen Schweiz müssen ja auch d'ran zahlen Helsen! — Die schweizerischen Wanderlehrer werden nämlich vom Staate besoldet, und haben jedem an sie gegangenen Ruf immer möglichst auf die gewünschte Zeit Folge zu leisten. Der „Erfahrene Führer" hat auch die Ehre, zu den schweizerischen Wanderlehrern zu zählen, und ist auch seinerseits mit Freuden bereit, zu jeder Stunde, wo irgend es gewünscht wird, sich persönlich einzufinden, um die Rettung der armen, beschädigten Bäume und Pflanzen bestmöglichst fördern zu helfen.
Monatskalender.
(Juli.)
In diesem Monat werden alle frühen Gemüse, wie Spinat, Salat, Rettige, Karotten, Kohlrabi, Erbsen, Kefen rc., allmählig vollständig abgeerntet und werden sodann die leeren Beete jeweils sofort wieder angesät oder bepflanzt, und zwar etwa nach dem in Nr. 5 dieser Monatsschrift enthaltenen Plänchen. Näheres ist auch noch in den ersten Artikeln der heutigen Nummer enthalten. Auch über die Behandlung der Blumen in diesem Monat ist Näheres gesagt. Man lockere nun den Boden fleißig und gieße bei trockenem Wetter tüchtig, entferne besonders auch alles Unkraut und bekämpfe und vernichte das Ungeziefer nach Möglichkeit, dann wird sich der Garten immer schöner gestalten.
Buchdruckerei von W. Kexting in Andelfinzen.

