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kleinen Verdruß mit sich bringt. Weil aber nie alles so glatt ab­läuft, die schönsten Sommer ihre Gewitter und sogar die Rosen ihre Dornen haben, so gilts eben auch für den Gartenfreund vor Allem obige Kunst zu erlernen. Dies ist nun gar nicht so schwierig, wenn wir uns daran gewöhnen, die Welt so aufzufassen wie sie wirklich ist, nicht wie sie nach den Köpfen Einzelner sein sollte. Kein ver­nünftiger Mensch wird behaupten wollen, daß die Welt im Ganzen sowohl als im Einzelnen, d. h. von den unermeßlichen riesigen Welt­körpern, welche im Weltall in ewiger Ordnung kreisen und als lieb­liche Sterne uns so freundlich anblicken, bis zu dem kleinen mensch­lichen Auge, das diese Wunder auf so ungeheure Entfernung entdeckt, und abwärts blickend bis zu dem mikroskopisch kleinen Lebewesen Wun­der an Wunder sich häufen sieht, nicht alles weise geordnet und wohl berechnet sei. Wenn wir nun in dieser Ueberzeugung alles betrachten, so werden wir uns glücklich schätzen, daß wir als die Herren der Schöpfung, wie wir uns so gerne nennen hören, wohl auch einen Kampf hier durchzuführen haben wie alle Lebewesen auf Erden, aber dafür mit weit mehr Kampfmitteln ausgerüstet und überdies allen andern Geschöpfen geistig weit überlegen sind. Und doch klagt gerade der Mensch so vielfach und nennt andere Geschöpfe so glücklich, während doch er mit allen seinen Gaben gewiß am glücklichsten sein könnte. Hat er doch das Selbstbestimmungsvermögen, welches dem Thiere ab­geht er kann berechnen und ermessen, was für ihn vortheilhaft und am besten ist; er kann sogar die Thiere, ja selbst die Naturkräfte in feinen Dienst ziehen und doch beneidet er noch die Thiere um ihr scheinbar leichteres Leben, sagt wie glücklich ein Vogel in der Luft, ein Fisch im Wasser sei und vergißt, daß jener im nächsten Augenblicke von einem Raubvogel, dieser von einem Hecht verschlungen werden kann, ohne sich wehren zu können. D'rum o Mensch, schätze Dich glücklich, beneide nicht Deine weniger begabten Mitgeschöpfe, aber lerne von ihnen Dich in's Unvermeidliche schicken, und genießen was sich Schönes Dir bietet, wie der Vogel in der Luft und der Fisch im Wasser. Du aber, mein lieber Gartenfreund, lerne von den Blumen, sieh' wie sie auch nach den schrecklichsten Gewittern ihre Köpfe wieder strecken und wieder fröhlich zu blühen beginnen, dankbar, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Und ist dies Jahr nicht Manches noch besser ausgefallen als Du erwartet hast und manche Befürchtung noch zu Deiner Ueberraschung ganz von selbst gehoben wordene

D'rum nicht verzagt, noch kann gar Manches gut werden, was momentan noch zu wünschen übrig läßt, besonders wenn Du auch das Deinige, Dein Aeußerstes, Dein Möglichstes dazu beiträgst. Wir wollen deshalb Umschau halten und sehen, was sich noch im Garten alles machen läßt.