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pflanzt, gleichwohl noch sehr schön, wenn man sie nur im Keller schön vorkeimen, d. h. anwurzeln läßt. Sie müssen nämlich an kiihlem, feuchtem und dunkelm Ort vorerst Wurzeln bilden, und erst nachher treiben und blühen sie an einem warmen Orte schön. Wenn nämlich die Blumenzwiebeln gleich nach dem Einpflanzen in die Wärme kommen, so haben sie keine Zeit mehr, gehörig Wurzeln zu bilden, denn die Blüthe wird durch die Wärme sogleich zum Austreiben gereizt. Die Folge ist dann, daß die wenigen Wurzeln, welche sich schnell noch bilden können, die Blüthe nicht gehörig zu ernähren oder mü Wasser zu versehen vermögen, und die Blume somit verkrüppelt, auch wenn sie auf dem Wasser steht. Die vorhergehende Bewurzelung ist also zu gutem Blühen aller Blumenzwiebeln unerläßlich.
Jetzt ist es auch Zeit, sich ein kleines Betriebsplänchen zur Ansaat und Bepflanzung des Gartens für's nächste Jahr anzufertigen, da man sich jetzt noch am besten entsinnen kann, was man nächstes Jahr zu pflanzen sich vorge- nommen hat, um rechtzeitig die nöthigen Samen und Pflanzen re. bestellen zu können. Die Winter-Arbeiten, Graben und Düngen des Bodens, Aushebung und Zubereitung der Pflanzstellen für Bäume, Reben, Rosen und Schlingpflanzen, können jetzt oder bei günstigem Wetter noch im Laufe des Winters ausgeführt werden. Man legt die Rosen in die Erde, ergänzt die Geräkh- schaften wie auch die Erdvorräthe, beschüttet den Garten wiederholt mit Gülle, deckt die empfindlichen Pflanzen mit Tanureisern, wenn mau sie nicht in den Boden kegen kann, sammelt Laub zu Vlnntenerde, oder verschafft sich solche direkt aus dem Wald, aus Vertiefungen, sowie Holzerde aus hohlen Bäumen, auch möglichst reiner Flußsand zu Erdmischungen, ebenso Lehm, welchen man gehörig durchfrieren läßt, arbeitet die Komposthaufen um, und kann auch bei allfällig schönem Wetter mit dem Schneiden beginnen.
Den Blumen und Pflanzen wird nun alle Aufmerksamkeit zugewendet. Diejenigen, welche im Winter grüne» und blühen sollen, wie Cinerarien, Calceolarien und Priuteln, auch einzelne im Winter gerne blühenden Nelken und Geranien, sowie Lopezien, Cyclamen, Goldlack, Levkojen, Iberis, Hes- peris, Chrysanthemen und Begonien (vesonders Bejjonia semperflorens. multi- flora, fuchsioides u. a.), Stevien und Eupotorien, Nycterinien, Godetien, Deutzien Spiraea, Moraea (fimbriata) und alle andern im Winter blühenden Blumen müssen möglichst hell gestellt und fleißig mit recht ivarmem Wasser (am besten mit auf 30—40 Grad gewärmtem Regen- oder Schneewasser) begossen iverden, während alle Pflanzen, welche nicht blühen und nicht grünen sollen, nicht oder nur ganz wenig und zwar mit kaltem Wasser sparsam begossen werden dürfen, und sie können den ganzen Winter an kühlem und ganz dunkelm Ort verbleiben, tvenn nur die Temperatur nicht unter Null sinkt und aber auch nie über 5 Grad Wärme steigt. Auf diese Weise überwintert, grünen und blühen dann die Pflanzen im Frühling und Sommer wieder prachtvoll.
NB Ausführlicheres über die Ucbertvinterung der verschiedenen Blumen und Pflanzen haben wir schon früher mitgelheilt (Seite 5—9, 14—16 und 192—208 des II Jahrgangs) und sind wir gerne bereit, allen unfern verehrten Lesern, welche jene 12 Hefte noch nicht' besitzen, dieselben zu dem bedeutend reduzirten Preis von 1 Fr. resp. 1 Mark franko zuzusenden, um Wiederholungen des dort schon Gesagten zu vermeiden. Es finden sich überhaupt noch 'eine ganze Reihe ausführlicher Notizen darin, welche für alle Land- und Gartenbesitzer so werthvoll sind, daß die kleine Ausgabe und Mühe vielfach belohnt wird.
Duchbruckerei W. Heptmg, Anbelfingen.
