96

die besten Wintergeinüschen angesät! Zwar kann man auch im August noch manches ansäen oder pflanzen allein was man eben im Juni und Juli säen kann, soll ja nicht auf den August verschoben werden. Besonders für höhere Lagen und Gegenden mit rauherm Klima, wo der Herbst gar früh­zeitig seinen Einzug hält, ist es gar wichtig, die Sommersaaten rechtzeitig noch vorzunehmen. Man beeile sich daher, alle in letzter stummer ausführlich genannten und empfohlenen Gemüsesorten anzusäen, und sie recht fett und keucht zu halten, resp. in die kleinen Wege zwischen den Beeten recht fleißig, Gülte zu schütten.

An Blumen sodann kann man jetzt noch säen und blühen sehr bald und bis in den Winter hinein sehr reichlich: Petunien, Phlox. Godetien, Levkojen, Nesede« und ßhiil. Melken, sowie Monis. Iberis, Eseholzieit, Xycterinien und besonders Jeuermohn. Alle diese blühen reichlich, wenn sie noch im Juni oder Anfang Juli gesät werden, oft bis in den November hinein ja^oft schon haben' wir sogar bis Weihnachten Mlumen gehabt! Auch Zinnien, Portulak und .Balsaminen kommen, wenn im Juni' gesät, noch reichlich zum blühen.

Besonders aber darf die Aussaat der Frühlingsblumen nicht vergessen werden, denn im Juli und August sollten alle Pensees, Mergiß- meiunicht, Licbblümche» oder Tausendschön (Bellis), Miinulus, Ahinese» Melken und andere angesät werden. Auch kann man jetzt noch chin. Mri- mcln, Linerarien und Calceolarien ansäen, um sie von Weihnachten an blühend zu haben, nebst etwas Lobelien. Godetien, Levkojen. Nycterinien, Meseden, Iberis und »mopliila in Töpfe, damit man mehr Abwechslung im Flor erhält. Die letztgenannten Blumen blühen sogar in der Regel zum Theil schöner im Winter als die andern und enthalten' prachtvolle Jarben. Kinder säen auch gerne Jenermohn in Töpfe, um die Leute mit ihren großen Blumen in den auffallendsten Farben überraschen zu können! Auch die Petunien blühen, in Wöpse gesät, in Hellen Wintern oft außerordentlich schön und haben wie die Godetien und Nycterinien das sehr Angenehme, daß sie nicht gleich erfrieren!

Alan jäte und behackte jetzt fleißig bei etwa trockenem Wetter, wenn man die Beete nicht mit Torferbe rc. bestreuen kann, streue auch fleißig Asche gegen etwa vorhandene Schnecken und Erdflöhe, auch Ruß ist sehr gut, nebst Gpps, besonders, wenn mau letzteren mit etwas Petroleum anfeuchtet. Den nützlichen Thieren, wie Kröten und Fröschen, mache man Schlupfwinkel mit Hohlziegeln rc., indem man solche an schattige Orte legt. Die Nester der Singvögel schütze man gegen die Katzen mit Dornen, und sorge dafür, daß nicht etwa durch Knaben Fledermäuse, welche sehr viel nützen, gefangen oder gar Vogelnester ausgenommen werden. Man sorge für Deckmaterial, um seine Pfleglinge gegen' Gewitter und später gegen Herbstfröste zu schützen und bereite sich vor, um sich auch an Ausstellungen betheiligen zu können, wozu wir die verehrten Gartenfreunde recht sehr ermuntern möchten!

Einladung.

Wir erlauben uns jetzt schon, alle verehrten Blumen- und Garten­freunde zu einem freundlichen Besuch unserer Gärten im Laufe des Sommers und besonders auf unsere Kantonale Ausstellung im Herbst höfl. einzuladen, bei welcher Gelegenheit auch die bisher besprochenen Einrichtungen besichtigt und beurtheilt werden können. Zum Voraus ein herzliches Willkomm:

Buchdruckern W. Hepting, Andelsingen.