Per g)ßf3ßan.
Monatsschrift für Pomologie und Obstkultur,
Srgan des Württembergisrhen Söstbau-Verems.
Die Mitglieder erhalten das Blatt unentgeltlich. — Für Nichtmitglicder betrügt der Preis (durch die Post bezogen)
in ganz Deutschland S M.
JfS. 10. Stuttgart, Oktober. 1887.
An die Mitglieder des württ. (Vbftbauvereins.
Die verehrlichen Mitglieder und Leser des „Obstbau" werden, da der Vorstand des Vereins, Herr Ökonomierat Ramm wegen schwerer Erkrankung nicht in der Lage ist, für den Verein thätig zu sein, ersucht, Briefe und andere Sendungen, insbesondere auch Aufsätze für das Vereinsorgan, an den Sekretär des Vereins, Herrn Kaufmann Ferdinand Groß, Stuttgart, Hauptstätterstraße 19, adressieren zu wollen.
Iie Redaktion.
I. Pomologie.
Empfehlenswerte Zwetfchenforten.
Wir haben in der letzten Nummer die Beschreibung der italienischen Zwetsche und der Frankfurter Pfirsichzwetsche als zweier, zum Anbau sehr empfehlenswerter Sorten gegeben. Heute geben wir zwei weitere Sorten, welche mit gleichem Rechte für den allgemeinen Anbau empfohlen werden können. Die eine davon, die Eßlinger Frühzwetsche, haben wir zwar schon genannt mit mehreren andern, und bitten wir bei dieser Gelegenheit, in den dort genannten Sorten anstatt: Dirells — Dörells große Zwetsche zu lesen.
1. Mkinger Arühzwelsche. Wahre Zwetsche.
Blaue Frucht.
Mitte bis Ende August.
Heimat und Vorkommen: diese Sorte findet sich im mittleren Neckarthale, besonders in den Gärten von Eßlingen und Stuttgart häufig, und zwar seltsamerweise oft als augenscheinliche Sämlingspflanzen, was zu dem Schluffe berechtigt,
daß sie aus Samen häufig konstant erzogen werden kann. Der verstorbene Dr. Lucas fand sie bei Eßlingen und suchte sie unter obigem Namen zu verbreiten. Auf dem Stuttgarter Markt ist die Frucht sehr beliebt.
Gestalt: der Hauszwetsche ähnlich, doch etwas spitzer zulaufend und mit einer am Stielende deutlich vorgeschobenen Stielspitzc. Der Rücken ist nach dem Stiele hin stark aufgeworfen und die Seiten sind etwas gedrückt. Die flache Furche drückt den Rücken nach der Spitze hin stark und endigt die Frucht ziemlich spitz, wie mit einer aufgeworfenen Spitze, auf welcher der Stempelpunkt steht; dieser ist klein und sitzt ganz oben auf.
Stiel: dünn, grün, glatt, oft bis 3 ein lang und sitzt in enger, ganz flacher Höhlung.
Haut: sehr fein, läßt sich leicht abziehen,
! und wird bei guter Reise schwarzbraun. Der schöne bläuliche Duft ist mäßig dick.
! D a s F l e i s ch ist grüngelb und weicher als
