per Abstbcru.

Monatsschrift für Pomologie und Obstkultur,

Srgan des Württembergischen Mstbau-Verems.

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in ganz Deutschland 6 Jt

«/M 10. Stuttgart, Oktober. 1888.

I. Pomologie.

Pomkranxrnilpftt. *ff

Diel VII, 1; Lucas VII, lb; Hogg III, la.

Durch die württemb. Landes-Obstausstellung werden wir veranlaßt, diesen Apfel, welcher auf derselben recht zahlreich vertreten ist, zu be­schreiben.

Heimat und Vorkommen. Dieser aus­gezeichnete Apfel kommt in ganz Württem­berg vor, am häufigsten aber in den nördlichen Kantonen der Schweiz, jedoch unter dem Namen Breitling oder Breitacher.

Litteratur und Synonyme. Man kennt ihn in der Schweiz nebenbei noch unter dem Namen Breitach, Schibach, Breiter, Breit­apfel. Diel beschrieb ihn jedoch bereits Bd. I, S. 329 als Pomeranzenapfel. Er hielt ihn für eine echte alte deutsche Frucht, und stellte ihn unter die Plattäpfel. Lucas in seinen Kern- obstsorten S. 68 setzt den Pomeranzenapfel unter die Rambourreinettcn und berichtet, daß derselbe auch im Oberamt Tettnang noch den Namen Breitapfel führt, wogegen man ihn in Ehingen Sternborsdorfer nennt. Metzger hat in seinen süddeutschen Obstsorten mehrere Breitlinge, doch ist keiner dem Pomeranzenapfel synonym. Da­gegen giebt er als Synonyme den Zwiebelbors- dorfer und Goldpepping an.

Gestalt. Die Frucht ist mittelgroß, mehr breit als hoch, meist schön, regelmäßig, nicht selten eine Seite höher als die andere.

Kelch. Geschlossen, liegt in breiter, schüssel­förmiger Vertiefung. Auf dem Rande der Ver­tiefung bilden sich feine Nippen, die bei größeren Früchten als flache Erhöhung über den Apfel hinlanfen.

Stiel. . Sehr kurz, in flacher meist mit Rost bedeckter Einsenknng.

Schale. Schön goldgelb (woher wahr­scheinlich der Name), auf der Sonnenseite häufig hellkarmoisinrot, verwaschen und punktiert, oft mit schwärzlichen Rostflecken stellenweise bedeckt.

Fleisch. Weißgelb, fein, fest, saftreich, wcinsäncrlich, süß, im Geschmack dem Borsdorfer ähnlich, doch kaum bemerklich herber.

Kernhaus. Breit und geschlossen, boll- samig.

Reife und Nutzung. Der Apfel zeitigt im Dezember und hält sich bis März. Derselbe eignet sich vorzüglich zum Dörren, da er sehr schöne und gute Schnitze giebt. Außerdem läßt sich aus demselben ein guter, Heller und halt­barer Obstwein bereiten, wozu er auch oft benützt wird.

Eigenschaften des Baumes. Derselbe wird groß, bekommt eine schöne breitgewölbte Krone und erreicht ein hohes Alter. Er erträgt alle Lagen, trägt oft reichlich und ist nicht empfindlich in der Blüte. Die vorzüglichen Eigenschaften dieses Baumes und seiner Frucht