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Der Obstbau. Märzhest 1892.

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führung und Prüfung neuer Obstsorten beson­derer Wert auf die Gewinnung guter und lang haltbarer Wintertafelbirnen gelegt. C. Bach.

Stuttgart. (Woltobstmarktrierliehr 1891).

I. Wilhelmsplatz. Der Markt begann am

3. Sept. und endete am 12. Nov. Zufuhr rund 20 000 Ztr., meist württ. Mostobst, vorherrschend Birnen (gegen 70 000 Ztr. im Vorjahr). Preis pr. Ztr.: gemischt 4 Jt 80 ^ bis 5 50 ^;

Linken 6 ^ bis 6 M 20 Jj ; Bratbirnen 6 50 bis 7 Jt Gesamtumsatz r. 110 000

II. Güterbahnhof. Von anfangs September bis jetzt sind eingelaufen r. 2140 Waggon (ä 200 Ztr.) 428 000 Ztr. und zwar: 300 000 österreich.-ungar, 40 000 Ztr. bair., 12 000 Ztr. Hess, und 76 000 Ztr. schweizer. Mostobst. Die Preise beliefen sich für österr., bair. und Hess. Mostobst waggonweise: von 800 bis 1020 Jt; pr. Ztr.: (bei sackweisem Ver­kauf) 4 Jt 20 -jf Big 5 Jt 45 Jj ; Preise für schweiz. Obst waggonweise: 750 bis 1000 Jt .; pr. Ztr. 3 Jt. 80 ^ bis 5 Jt. 30 Gesamt­umsatz c. 2 Millionen Jt

Aus der Astschmeiz. Die Obstbäume im Thurgau lieferten im verflossenen Jahr einen durchschnittlich recht guten Ertrag. Wenn auch Aepfel und Birnen in ihrer Entwicklung etwas zurückgeblieben sind und nicht ganz die Größe erreicht haben, wie in anderen Jahren, so leistet dafür die Quantität Ersatz und die schönen Herbsttage trugen das Möglichste dazu bei, sie gut ausreifen zu lassen. Die bedeutende Ausfuhr, die man an allen Bahnstationen wahr­nahm, deutet auch darauf hin, daß der Obst­segen groß war. Die Preise waren etwas schwan­kend, doch galten gute Mostäpfel 89 Franks

per Doppelzenter, während die Birnen etwas niedriger standen und weniger begehrt waren. Wie in früheren Jahren, so traten auch jetzt wieder Klagen auf über nicht reellen Obsthandel. Verschiedene Händler begehen die sträfliche Sünde, unter das kräftige Mostobst minderwertiges zu mischen. Diese Manipulation beeinträchtigt den Saftertrag und die Haltbarkeit des Mostes. Diese Klage ist. besonders gegen die Zwischenhändler zu richten. Wir haben hier nicht das richtige Element im Zwischenhandel. Es beschäftigen sich Leute mit dem Obsthandel, die absolut den Interessen des schweiz. Obsthandels nichts Nach­fragen; die Hauptsache ist ihnen der momentane Gewinn. Wer nur einmal zusieht, mit welcher Gewissenlosigkeit Wagenladungen gemacht werden, wie da alles mögliche, saures und süßes, un­reifes und faules durcheinander geworfen wird, der wird sich nicht verwundern, wenn das schweiz. Obst auch auf dem deutschen Markt nach und nach in Mißkredit kommt. Es muß darauf ge­drungen werden, daß mit größter Sorgfalt ver­laden und spediert wird. Auch soll daran fest- gehalten werden, daß die Sorten strenge getrennt werden; wenn dann der Versand ein besserer und reellerer ist, dann wird das schweiz. Obst den guten Ruf, der ihm rechtens zukommt, be­halten. Am Obst fehlt es nicht, das ist kräftig, und saftreich, aber seine Behandlung ist eine ver­fehlte. Hier müssen die Obstbauvereine ein- greifen, die bestehenden Mängel beseitigen und den Handel beaufsichtigen, auch sollten sie ihr Augenmerk auf billigere Tarifansätze der Eisen­bahnen lenken, dann wird es möglich sein, den schweiz. Obsthandel nach dem Ausland, ins­besondere nach Deutschland, mehr zu beleben und seinen guten Ruf zu erhalten, sonst fürchten wir um seine Prosperität.

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