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So werden die Pflanzen behandelt bis spät ins Frühjahr. Während des Sommers bekommen die Pflanzen eine zweite Düngung mit Kuhdüuger.

iDie Resultate sind enorm.

Während des Monates Juni halte ich die Pflan­zen trocken und bespritze täglich einmal Stamm und Blätter.

,Zu Ende Juni nehme ich dieselben mit voll­ständigem Ballen auf, gebe einen ganz leichten Schnitt und verpflanze ganz wie junge Pflanzen in frische Erde, lasse dieselben gleich blühen, was etwa nach 6 Wochen der Fall ist und behandele sie wie 'das vorherige Jahr.

Im dritten Jahre wird alles Holz abgeschnitten zum Vermehren; die alten Pflanzen werden fortge­worfen, denn ich habe gefunden, dass 3jäbrige limmerwährend forcierte Pflanzen sich nicht mehr gut genug bezahlt machen, ich ziehe also an deren Stelle junge Pflanzen vor.

Nun zur sog. Sommervermehrung! Zu die­ser nehme ieh ganz weiches Holz und bepflanze mit diesen zu Anfang April ein Haus, die Pflan­zen aaicht mehr als etwa 4 Zoll im Q. Ich halte das Haus so hoch wie nur möglich in Temperatur, beschatte ganz leicht und lüfte nicht zuviel, um einen weichen Wachs zu erzielen.

Anfangs Juli schneide ich das Stecklingsholz, bis dahin sind die Eosen in Blüte, und zwar ver­mehre ich in Kästen, denn da die Rosen unten warm und oben kühl verlangen, so ist dies Ver­fahren nur zur Sommerzeit möglich.

In die Kästen gebe ich etwa 18 Zoll warmen Mist, bedecke mit einer dünnen Schicht Asche und bringe den Vermehrungssand, zu welchem ich groben Flussand gebrauche, darauf. Ich lasse Luft etwa 2 Zoll hoch Tag und Nacht, begiesse nur des Morgens uud baue über das Ganze ein mit Segeltuch bedecktes Zelt. Ich lasse die Sonne

bis etwa 7 Uhr des Morgens darauf scheinen und nehme den Schatten ungefähr um 5 Uhr ab; die Stecklinge wachsen bei einiger Aufmerksamkeit wie Kohl. Die jungen bewurzelten Stecklinge wer­den in Töpfe gepflanzt, in ein kühles Haus gestellt und nach und nach abgehärtet.

Endlich die Heizung. Als beste Heizung für Rosen ziehe ich Dampf einer jeden andern vor, so dass man die Temperatur ganz in seiner Kon­trolle hat, was bekanntlich mit Wasserheizung nicht der Fall ist und die rechte Wärme ist doch bei Rosentreiberei ein wichtiger Faktor. In sämt­lichen Häusern habe ich das sog. Overhead-System, wo die Haupt-Röhre etwa 18 Zoll dicht unter dem Giebel des Hauses liegt und sich unter den Bänken verzweigt um wieder in eine Haupt- Röhre zurück nach dem Kessel zu gehen. Siehe die Skizze.

Nun noch ein Wort über meine Ansicht von der sogenannten amerikanischen Treiberei in Deutsch­land. Die Möglichkeit steht ausser Frage. Die so gewonnenen Rosen würden auch die Nizza-Ware vom Markte verdrängen und zwar sehr rasch. Aber könnten die Züchter auch anständige Preise erzielen? Dies ist es, was ich bezweifle. Wir haben hierzulande viele Vorteile voraus, besseres Holz, billigeres Eisen und Glas, wohlfeilere Erde und nur der Arbeitslohn ist hier bedeutend höher; indessen bei der amerikanischen Treiberei thut ein Mann auch, was anderweitig erst fünf leisten. Dies ist es, was mich am Erfolge in Deutschland zweifeln lässt. Ein Durchschnittspreis von 20 Pfennig müsste wenigstens erzielt werden, um auch Geld zu verdienen, und das ist doch unser Zweck. Könnt ihr diesen erzielen? Es würde mich freuen die verschiedenen Meinungen über diesen Punkt zu hören.

J. B. Heiss, Dayton 0., U. S. A.

1 Haupt-Bänke.

2 Lage der Heizung.

3 Ventilator.

Fig. 4 Plätze für Pflanzen. Zusammen mit einem 60 Pferdekraftkessel geheizt.

Fig Fig. Fig

Amerikanische Rosentreiberei.

Hr.

Der in voriger Nummer der Rosenzeitung ent­haltene Aufsatz überRosentreiberei in Amerika" enthält ja des Interessanten vieles, aber unwill­kürlich wird sich der Rosenfreund schon beim ersten Abschnitt fragen: Wie werden denn die Pflanzen herangezogen ? da nur gesagt wird, dass

im Spätjahr oder Winter von gut gereiftem Holze gezogene Pflanzen gewählt und diese bis Juni 3mal verpflanzt werden.

Es bedarf dies einer weitern Erläuterung. In Amerika benutzt man fast ausschliesslich wurzel­echte Rosenpflanzen zur Treiberei. Wie sollen wir nun im Spätjahr oder Winter Stecklinge machen ? Da müssten wir eben schon in einer amerikanischen Rosentreiberei leben, um die Steck­linge zu bekommen und solche finden sich massen­weise. Das wird den verehrten Lesern erst am Schlüsse des Artikels klar werden, wenn wir erst im Schusse" sind.

Wir wollen also anfangen amerikanisch zu