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Der Obstbau. Novemberheft 1905.

baß die Tagelöhne fast um das doppelte ge­wachsen sind, kurz, daß auch der einfache Bauer auch ein Anrecht auf höhern Verdienst hat und nicht, wie diese Herren gedankenlos einem dank­baren Auditorium vorschwätzen, in der jetzigen Zeit imstande sein kann, für billigeres Geld bessere Ware zierlich verpackt zu liefern. Diese Theo­retiker haben entweder keine Ahnung von der Jetztzeit oder sie begehen ein Verbrechen an un­serem deutschen Nationalwohlstand, wenn sie aus­wärtige Erzeugnisse auf Kosten der heimischen loben.

Wollen sie unsere heimischen Obstkultureu

heben, so mögen sie keine Halbheiten behaupten, so mögen sie der Wahrheit, aber der vollen Wahrheit sich befleißigen, so mögen sie ihren Zuhörern sagen, wohin das führen wird, wenn alle ihren Bedarf im Auslande decken: zum Ruin!

Ibersheim rm August 1905.

Otto Dahlem.

Anm. d. Red. Wir brauchen wohl nicht besonders da­rauf aufmerksam zu machen, daß der Herr Lerf., unser ge­schütztes Mitglied, als Nichtwürttemberger nichtwürttember- gischc Verhältnisse im Auge hat. Wir sind überzeugt, daß die Verhältnisse bei uns ganz wesentlich günstiger liegen und brauchen da nur an eine Episode bei den Verhandlungen am 2 . Febr. 1905 zu erinnern (s.Obstbau". Märzheft, S. 39).

II. Vereins-Angelegenheiten.

Personal-Nachrichten.

Die Firma Gebr. Hold er-Metzingen wurde auf der Obstausstellung in Brünn für ihre trag­baren Baumspritzen mit der goldenen und für ihre fahrbaren Baumspritzen mit der silbernen Medaille ausgezeichnet.

Der Ausschuß des Vereins hat dem Baum­wart, Herrn Joh. Grüner in Gerstetten OA. Heidenheim, für 25jährige Tätigkeit im Obstbau das Vereinsdiplom zuerkannt.

Unser vieljähriges Mitglied, Herr Professor vr. Stützer in Bützow (Meckl.) ist nach langer Tätigkeit am dortigen Realgymnasium in den Ruhestand getreten. Zu den mannigfachen Ehren­bezeugungen, die dabei dem verdienten Lehrer wie dem anerkannten Pomologen zuteil wurden, fügen wir unsere herzlichen Wünsche für noch viele rüstige Jahre und noch manche Arbeit im Dienst des deutschen Obstbaus.

Gemeinschaftlicher Lezug von Dünger­kalk, sowie Tonkinstäben, Insektenfang­gürtelEinfach" und Meisennistkästen.

Um unfern Mitgliedern wieder Gelegenheit zu geben, Düngerkalk (gemahlenen kohlen­sauren Kalk, mit garantiert 9699 uo /o) billiger zu beziehen, hat der Ausschuß beschlossen, für Stuttgart bei genügender Beteiligung einen Waggon in Säcken von 50 Kilo von M. Buck, Kalksteiuwerke Ehingen a. D. zu beziehen und kostet der Sack mit 50 Kilo Mk. 0,80 inkl. Sack, franko Bahnhof Stuttgart ohne Beifuhrgebühr. Bei Rückgabe der Säcke an den Schriftführer, Hofgärtner Hering, werden 30 Pfg. per Sack rückvergütet. Bei Bestellungen au den Schrift­führer, bis spätestens 20. November, wolle genau angegeben werden, wohin der Kalk

geliefert werden soll. Die außerhalb Stuttgart wohnenden Mitglieder, spez. die Be­zirksobstbau- 2C. Vereine wollen sich wegen Bezug und Preis direkt an M. Buck, Ehingen a. D., wenden und wird Düngerkalk schon von 5 Ztr. an abgegeben.

Auch in Tonkinstäbcn wird gegen Ende November eine neue Sendung eintreffen, dieselben sind 1,15 in lang und 1011 mm stark und kosten 10 Stück 20 Pfg. ab Stuttgart; sie sind auf unserer Zentralvermittlungsstelle für Obst­verwertung, Eßlingerstraße 15 II, in deren Ge­schäftsstunden (10 bis 4 Uhr) zu haben, dort sind auch die JnsektenfanggürtelEinfach", der Meter zu 15 Pfg., erhältlich.

Auf M e i s e n n i st k ä st e n aus rundem Nätur- holz mit der Rinde und Deckel, zum Anschrauben, znm Preis von 30 Pfg. ab Station Böblingen, nimmt der Schriftführer Bestellungen bis 1. Dezember gerne entgegen. Der Ausschuß.

Familienansflug nach Lestgheim.

Der Verein veranstaltete am Sonntag den 8. Oktober seinen Familicuausflug nach Besig­heim. Die Beteiligung war infolge des zweifel­haften Wetters kleiner als sonst; auch konnte der geplante Spaziergang von Bietigheim über den Fürstenstand nach Besigheim nicht ausgeführt werden. Statt dessen wurde die Zeit vor und nach Tisch der Besichtigung von Besigheim und dessen Sehenswürdigkeiten gewidmet. Besonderes Interesse erregten die Kelter, die in vollem Be­triebe mit Pressen aus alter und neuester Zeit zu sehen war. Besonders sehenswert ist ein schöner Hochaltar in der Besigheimer Kirche, ein Kunstwerk aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Das Mittagessen wurde im neuen Saal der Bahn­hofrestauration eingenommen, wobei eine Musik-