Jnsekten-Kalender.

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versteht man doch unter dem Ausputzen der Obst­bäume? Unter Ausputzen der Obstbäume versteht man das gänzliche Entfernen nicht bloß trockener, kranker, sondern auch überflüssiger, zu dicht stehender, sich kreuzender oder in das Innere der Krone wachsender, auch wohl zu tief herab­hängender Äste. Bei älteren Bäumen trägt dieses Ausputzen zur Erhaltung und Verlängerung der Lebenskraft, zur Bewahrung der Gesundheit bei, während es bei jüngeren in voller Ent­wicklung stehenden Bäumen einen wesentlichen Einfluß auf die Fruchtbarkeit, sowie auf die voll­kommene Ausbildung der Früchte selbst ausübt. Der Wert eines Obstbaumes liegt nicht immer in der Menge, sondern hauptsächlich in der Größe, Vollkommenheit und vorzüglichen Beschaffenheit der geernteten Früchte. In dieser Hinsicht ist das Ausputzen von dem größten Nutzen für die Obstbäumc. Wenn auch nicht alljährlich, so doch wenigstens alle zwei bis drei Jahre, je nach Be­dürfnis angewendet, wird es eine kräftige Ent­wickelung und gute Tragbarkeit der Bäume zur Folge haben. Bei allen Obstbäumen müssen oft ziemlich starke Äste mit der Säge entfernt, namentlich alle kranken oder halbabgestorbenen Zweige bis auf das gesunde, frische Holz weg­geschnitten werden. Beim Schneiden selbst lasse man keine Stumpfen oder Zapfen stehen. Der Schnitt muß unmittelbar über dem Astring, und zwar stets von unten nach oben geführt werden, indem der Zweig oder Ast während des Schneidens langsam nach oben angedrückt wird. Größere

Wunden werden noch mit dem Messer glatt ge­schnitten und mit Baumwachs oder Baummörtel bedeckt, um durch den Abfluß der Luft und Feuchtigkeit das Vernarben zu befördern. Ganz falsch ist es, größere durch Hinwegnahme starker Äste entstandene Wunden mit Brettstückchen zu übernageln, weil sich dann nur um so eher und sicherer Fäulnis einstellt, ganz abgesehen von dem häßlichen Aussehen des vermeintlichen Schutzes. Nur allzu häufig sieht man alte starke Obst­bäume, die eine Unmenge von ineinandergewach­senen Ästen und Zweigen haben, so daß Lust und Licht gar nicht in das Innere der Krone zu dringen vermögen. Sie blühen auch wohl noch mäßig, bringen aber nur kleine kümmerliche Früchte. Hier kann nur tüchtiges Ausputzen der zu dicht stehenden Äste eine heilsame Änderung schaffen und die Bäume zu frischer Kraft und Tragbarkeit zurückführen. Die geeignete Zeit zum Ausputzen ist der Herbst, es kann jedoch bis zum Frühjahr ausgedehnt werden, ehe der Saft in Bewegung tritt. In dieser Jahreszeit häufen sich jedoch so viel andere unaufschiebbare Arbeiten, daß das Ausputzen der Obstbäume oft neben­sächlich behandelt und schlecht ausgeführt wird. Es ist daher vorzuziehen, schon früher das Aus­putzen der Bäume vorzunehmen, weil sich da das kranke Holz leichter vom gesunden unterscheiden läßt und die Schnittwunden bis zum Winter noch etwas vernarben. Bei Frostwetter soll das Ausputzen, wie schon erwähnt, entschieden nicht ausgeführt werden.

V. Jnsekten-Kalender.

Aovemöer.

Der bekannte Kalkanstrich tötet nicht bloß pflanzliche Schädlinge (Moos, Flechten), sondern auch tierische (Eier der Blatt-, der Schild- läuse re.), und schützt zudem wegen seiner nicht sehr schönen, aber notwendigen weißen Farbe vor winterlichen Frostschäden.

Die Klcbringe fangen wie bekannt das Weibchen des Forstspanners ab ?auch anderes schädliche Getier) und müssen stets klebkräftig erhalten werden, da sie sonst keinen Wert haben.

Aus der 5. Denkschrift der biologischen Ab- tellung des Kaiserlichen Gesundheitsamts er­wähnen wir (nach den Praktischen Blättern für Pflanzenbau und Pflanzenschutz) folgendes:

Die zur Bekämpfung der Blutlaus in Werder a. H. angestellten Versuche sind zum Ab­schluß gebracht; es hat sich dabei gezeigt, daß eine Mischung von Pferdefett, Schmiertran und Alkohol zum Bestreichen der infizierten Stellen wertvolle und völlig befriedigende Dienste leistet. Beobachtungen über die Wurzelläuse der Blutlaus