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Der Obstbau. Dezemberheft 1905.
I. Praktischer Obstbau.
Ein Niese unter den uckrttembergischen Äpfelbäumen.
Unsere Abbildung zeigt den Riesenapfelbaum von Nußdorf. Der Großvater des jetzigen Besitzers, der den ehrwürdigen Baum in Hege und
Erträge soweit nachgewiesen: 1893: 54 Ztr., 1894: 10 Ztr., 1898: 28 Ztr., 1899: 2 Ztr., 1900: 60 ZK., 1901: 6 Ztr., 1904: 18 Ztr.; dieses Jahr etwa 15 Ztr., sonst durchschnittlich 18—35 Ztr. im Jahr. Der Apfel (Wildstamm) ist etwas hochgebaut, rot gestreift, Sonnenseite
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Pflege hoffentlich in Ehren halten wird, hat den Baum in den 90 er Jahren des 18. Jahrhunderts gepflanzt und zwar, im Zusammenhang mit einem Stück Aberglauben, in der Christnacht, zugleich mit einigen anderen Bäumen, von denen einer auf dem gleichen Acker ebenfalls zu bedeutender Größe heranwuchs und 1879 dem strengen Winter zum Opfer fiel. Damals nahm auch unser Riese Schaden: nicht weniger als drei große Wagen Dürrholz gab's damals auszuschneiden! Aber der Baum hatte sich bald wieder erholt. Sein Standort — an der Straße von Nußdorf nach Aurich — zwischen flachen Anhöhen verlieh ihm Schutz gegen Osten.
rot verwaschen,.weinsäuerlich, hart, ausgezeichneter und beliebter Mostapfel. Er hat einen Stammumfang von 4,12 m und einen Kronendurchmesser von 19,5 in, seine Höhe beträgt 14 m. In 1,60 m Höhe teilt der Baum sich in 14 große Äste und mehrere kleinere. Sieben große Holzschienen halten ihn zusammen. 60—100 Stützen stehen je nach Bedarf unter den Ästen.
Im Nußdorfer Schloßgarten steht auch ein Riesennußbaum: 270 em Stammumfang, 25 m hoch, 21 m Kronendurchmesser, große Welschnuß, Ertrag 1903 7>/s Ztr. L 48 Mk., sonst 1—6 Ztr. ä 25—40 Mk.
