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Der Obstbau. Aprilheft 1909.

Stahldraht-) Bürste und wäscht die Stelle gut aus. Dann schneidet man, wenn die Stelle, wo der Harzfluß war, sehr groß ist, mit einem scharfen Messer aus und schröpft in der Nähe des Harz­flusses. Bei kleinen Wunden reicht schon ein gründliches Abbürsteu aus. Wenn die Wunde trocken ist, verstreiche man sie mit warmflüssigem Baumwachs.

Blutlausherde mit Karbolineum verpinseln.

Man erinnere sich der Schädlinge, die voriges Jahr hauptsächlich beobachtet wurden (nach dem landw. Jahresbericht), und ziehe die entsprechen­den Lehren für heuer daraus. Der Apfelblüten­stecher machte sich, begiiustigt durch das naßkalte Pfingstwetter, insbesondere an den spätblühenden Apfelsorten unangenehm benierkbar. Bon Raupen­arten waren es neben dem kleinen Frostspanner, die Ringelspinner-, die Goldafterspinner- und Blattwicklerraupen, die in Massen angetroffen wurden. Das Fusikladium war so verbreitet, daß manche Apfel- und Birnbäume schon aus- j gangs September der Blätter beraubt dastanden; j sehr beeinträchtigt wurde durch diesen Schädling! eine große Zahl von Sorten an ihren Früchten, > welche durch den Schorsbefall an ihrer Ansehn- ^ lichkeit und Haltbarkeit Einbuße erlitten. Der i Meltau machte sich ebenfalls, insbesondere an den j Bäumen des Boikenapfels bemerkbar, ohne jedoch j den Ertrag wie in sonstigen Jahren wesentlich! zu vermindern. Über die Abwehrmittel gegen alle solche Schädlinge ist näheres nachzulesen im „Württ. Obstbuch" S. 142 ff. Das im Monats­kalender genannte Überschütteln der blühenden Obstbäume lzur Beförderung der Befruchtung) hat auch Wirkung gegen allerlei Raupen (Frost­spanner!), gegen Apfelblütenstecher und sonstiges llngeziefer, das dann auf untergelegte Tücher herabfällt und gesammelt und vernichtet werden kan».

Über die dadurch erzielte Bekämpfung der Apfelblüten- und Birnknospenstecher notierten wir uns aus den Hohenhcimcr Versuchen folgendes: Als lohnende Bekämpfungsmittel sind nur zu empfehlen das Wegfangen derjenigen Käfer, welche im Winter aus dem Baume bleibe», durch das Umlegen von Heuseilen um den Stamm, auch der Wellpappgürtel, sowie der vielen Käfer, welche

an anderen Orten überwinterten und erst im Frühjahre auf die Bäume flogen, durch das Ab­klopfen der Äste, Auslesen und Vernichten der auf die untergelegten Tücher gefallenen Schäd­linge. Da man nicht überall Schutzmittel an­bringen kann, auch auf den im Herbste frisch mit Kalkmilch angestrichenen Stämmen sich wenig Käfer für den Winter ein Schutzversteck suchen können, so wird man zweckmäßig an solchen Obst­bäumen, wenn im Frühjahr die Käfer zugeflogen sind, das Abklopfen, bczw. Abschütteln, Auslesen und Vernichten der hcrabgefallenen Schädlinge vornehmen. Bei den in Hohenheim an bestimmten Tagen vorgenommenen Probezählungen mit 35 bis 38 Gartenbau- und Obstbauschülern wurden bei frühblühenden Bäumen über 100 Stück und mittelfrühblühenden Apfelbäumen über 200, an spätblühendcn Sorten weniger aufgelesen. Es wurden hierbei, je nach den, Kronenumfang des Baumes, 1 bis 2 große, leichte Abklopstücher oder 2 bis 4 Wagenplane auf den Boden etwas über die Kronenbrcite hinausreichend, gelegt, die Äste ruckweise abgeklopft, bezw. mit langen Obst- Haken abgeschüttelt. Wurden die Käfer behufs Zählung nicht in Fläschchen gesammelt, so wurde alles auf die Tücher Gefallene in einem zu Vs mit Kalkmilch und >/g Liter Petroleum gefüllten Wasserkarren geschüttelt, bezw., da die Rüsselkäfer sich oft an den Tüchern anklammerten, abgefegt. In obiger Mischung gingen die Käfer bald zu­grunde. Auch das Abklopfen der Zwergbäume lohnte sich nach den ersten warmen Tagen, da zeitweise zahlreiche Zweigabstecher vernichtet wur­den. Durchschnittlich fielen bei dem Abklopfen der Äste, wozu Stangen, an deren Spitzen sich ein Stück Eisenrohr befand, und die darüber mit Gummi oder Lappen überzogen waren, ver­wendet wurden, am meisten Käfer zur Erde; doch, da man mit der Stange nur schwer an höhere Äste kam, mußte auch das Schütteln mittels Haken vorgenommen werden. Diese Abklopf- und Zählversnche wurden bis einschließlich 1904 fort­gesetzt und zwar immer nur an den gleichen Bäumen an verschiedenen Tagen, zum mindesten j achtmal, in früheren Jahren zehnmal. Bei diesem ^ Abklopfen wurde nun folgendes festgestellt: ! 1. daß bei der rauhen Märzwitterung sich auf