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Verzeichnis nachschlagen , und das ist nicht sehr
umständlich * ) .
Gegen die Zink - Etiketten ist einzuwenden , dass
sie etwas teuer sind , und dass sie über Winter
nicht unter die Erde gebracht werden dürfen .
Eine noch billigere und praktischere Art —
und diese beiden Punkte müssen für Namenschilder
massgebend sein — verfertige ich mir im Winter
aus zerbrochenen Schultafeln , die es stets in
Schulen giebt .
Mit einem Actenstecher oder sonstigen spitzen
Instrument ziehe ich der Länge des Stückes nach
Linien so weit von einander , wie die Namenschilder
breit werden sollen ; diese Linien führe ich immer
tiefer , bis sich das abzutrennende Stück loslösen
lässt , hierauf teile ich von diesem Stück die ein¬
zelnen Etiketten der Länge nach ab . Nun werden
die Unebenheiten auf einem Stein abgeschliffen ,
die 4 Ecken abgerundet und mit dem Actenstecher
in folgender Weise die Löcher gebohrt : Ich lege
die Etiketten auf ein ebenes Brett auf , bringe die
Spitze des spitzen Instruments auf die zu durch¬
bohrende Stelle , drücke ein wenig auf dasselbe
und bewege das Schieferstückchen hin und her ,
und es währt nicht lange , so hat die Spitze den
Schiefer durchdrungen .
Um die Schilder möglichst glatt zum Schreiben
zu machen , feile ich die zwei Seiten mit einer
schwachen Feile ab , beschreibe eine derselben mit
der Spitze des Actenstechers mit dem betreffenden
Namen und befestige zum Aufhängen einen 25 cm
langen Draht , Kupfer - oder Zinkdraht . Die Namen
können jederzeit abgeschliffen und durch andere
ersetzt werden .
Diese Namentafeln sind dauerhaft , sehen ge¬
fällig aus und sind sehr billig ; selbst Kinder können
sie anfertigen .
Ein Rosenfreund der Nachbarschaft , der ein
bedeutendes Sortiment von Rosen besitzt , hat Zink¬
etiketten , Bleistreifen etc . benutzt und hat nun alle
Sorten Namenschilder durch die obenbeschriebenen
ersetzt , die er selbst fabriziert und für die billig¬
sten und vorteilhaftesten hält .
Zu bemerken ist noch , dass nicht alle Tafeln
gleich gut sind , die zu weichen „ schiefern " und
bröckeln gern ab , die zu harten sind schwer zu
bearbeiten , am besten sind die mittelweiehen Tafeln .
Diese Namenschilder werden unstreitig von
vielen in der Zukunft benutzt werden , da sie
billig und haltbar sind und gefällig aussehen und
sich nicht bloss als Träger der Rosennamen , sondern
auch der Namen von Bäumen , Sträuchern etc .
verwenden lassen . Metz - Kürzell i . B .
* ) Viele Liebhaber wissen auch die Namen zu
ihren Nummern auswendig . Die Red .
Verpackung von Rosenblumen für
weite Reisen .
Die Rosen , die zu Weihnachten der verstorbenen
Königin von England aus Philadelphia in Amerika
übersandt worden sind — es waren prachtvolle
Queen of Edgely — waren in einer Kiste verpackt
und sind überraschend gut angekommen . Sie bil¬
deten einen besondern Schmuck im Schlosse zu
Osborne . Sie waren noch sechs Tage nach ihrer
Ankunft in Liverpool frisch und schön
Da eine solche Reise eine besondere Verpackung
erforderte , so teilen wir unseren Lesern mit , wie
die erwähnte Sendung verpackt worden ist . Die
Stiel - Enden waren in lange , mit Wasser gefüllte
Glas - Cylinder gesteckt und mit Gummibändern fest
um Stengel und Glas verschlossen . Die halboffenen
Knospen waren in Wachspapier gewickelt und so
von der Luft abgeschlossen . Die Rosenstiele und
alles drum und dran waren in angefeuchtetes , zartes
Moos gewickelt und in zerschlagene Eisstückchen
eingelegt . Die Kiste mit den Rosen wurde dann
in eine starke feste Kiste verpackt und in den
kalten Vorratsraum der „ Lucania " gebracht . Als
die Kiste geöffnet wurde , fand es sich , dass die
Knospen zu vollen Blumen erblüht und überraschend
duftig und schön waren . Sie wurden dem Sekretär
der auswärtigen Angelegenheiten übergeben , der
für die Uebermittelung an die Königin bestens be¬
sorgt war . Auf diese Weise kamen die hübschesten
und grössten Rosen der Welt zu Weihnachten in
den Besitz der Königin . Der Begleiter auf dem
Transport von Amerika nach London war Herr
Alfred Dimmock .
Die Veranlassung zu dieser Sendung gab eine
vor zwei Jahren veranstaltete Rosen - Ausstellung im
Buckingham - Palast , auf welcher Ihre Majestät Herrn
David Fürstenberg , einen alten Rosengärtner Phila¬
delphias , fragte , was er als Amerikaner über die
englischen Rosen dächte . Fürstenberg antwortete ,
sie seien recht hübsch , aber in Amerika zöge man
durchweg bessere Rosen . Er führte aus , dass die
hier gezeigten Rosen klein seien und zu kurze
Stiele hätten , während in Amerika grossartige Rosen
mit meterlangen Stielen gezogen würden .
Ihre Majestät hielt Duft und Zartheit für mehr
wert als Grösse und lange Stiele , sagte aber , dass
sie doch gern einmal solche riesenhafte amerikanische
Rosen sehen möchte .
Der Amerikaner begann nach seiner Rückkehr
eine Kultur , um die grössten und schönsten Rosen
der Welt zu erzielen und suchte auch das beste
Verfahren , um Blumen wenigstens 12 Tage frisch
erhalten zu können . Zwei Jahre später hatte er
beides erreicht und gab die Rosen einem berühmten ,
nach London fahrenden Gärtner und Orchideen -
Sammler mit auf die „ Lucania " .
Die Blumen selbst waren herrlich , sie hatten