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Gloire Lyonnaise zum Remontieren zu bringen ist .
0 . Schröper .
Gloire Lyonneise ist im Remontieren sehr faul ;
Ihre Behandlung ist richtig , zum öftern Blühen
bringen Sie die Sorte nicht ; einige minderwertige
Blumen liefert zuweilen der Herbst . Die Red .
Auch ich stimme dem Urteil des Herrn 0 .
Schröper zu . Die Sorte ist nicht sehr blütenreich ,
aber ihre Blüten sind oft wunderschön , so dass man
sie nicht entbehren möchte . 0 . S . in L .
Sicherer Winterschutz für zartere
Rosensorten .
Regelmässig wie die Schwalben kehren in jedem
Frühjahr in unserm Vereinsorgan die Klagen wieder
über Verluste an zarteren Rosensorten infolge der
Ueberwinterung . Dass die das Herz wohl eines
jeden denkenden Rosenfreundes bewegende Frage
einer wirklich brauchbaren , für jede Bodenart und
Lage sich eignenden Ueberwinterungs - Methode mit
zu den wichtigsten auf dem weitverzweigten Gebiete
der Rosenkultur und - Pflege gehört und permanent
auf der Tagesordnung bleibt , beweisen die zahllosen
Anfragen und sonstigen Artikel in der Rosenzeitung
und anderen gärtnerischen Zeitschriften .
So anerkennenswert und erfreulich nun auf der
einen Seite die Thatsache ist , dass Rosenfreunde ,
die mit irgend einer Deckungsmethode günstige
Erfolge erzielt haben , hierüber zu Nutz und Frommen
anderer berichten , so muss doch auf der andern
Seite zugestanden werden , dass im grossen und
ganzen ein wesentlicher Fortschritt bisher nicht
erzielt worden ist . Jeder , auch derjenige , der über
verhältnismässig wenige Verluste bei der Ueber¬
winterung zu klagen gehabt hat , wird zugestehen
müssen , dass alle bisher empfohlenen Deckungs¬
methoden ein wirkliches „ Universal - Schutzmittel "
nicht darstellen . Niemand kennt im voraus die
Witterungsverhältnisse des kommenden Winters ;
so rechnet jeder immer nur mit einem sogenannten
Durchschnittswinter , und hiernach richtet er seinen
Winterschutz ein . Es tritt demnach sehr oft der
Fall ein , dass das Deck - Material in einem strengen
Winter sich als nicht ausreichend , in einem zu
milden Winter wieder als zu lästig erweist ; die
Folge ist , dass die Rosen in dem einen Winter
erfrieren , in dem andern verfaulen oder ersticken ,
und gerade solche Winter mit abnormen Witterungs¬
verhältnissen sind es , die das Vertrauen des Rosen¬
freundes in eine sonst erprobte Ueberwinterungs -
Methode erschüttern und den lebhaften Wunsch
Dach einem Universal - Schutz - und Deckmittel für
Rosen , das jeder Bodenart , jeder Lage und allen
klimatischen Verhältnissen sich anpassen lässt ,
erklärlich und gerechtfertigt erscheinen lassen .
Nachfolgende Zeilen haben nun den Zweck ,
ein sehr einfaches Verfahren zu erläutern , das sich
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seit 6 Jahren bei mir nicht nur ganz vorzüglich ,
sondern sogar glänzend bewährt hat , so dass ich
bei der Ueberwinterung auch der zartesten Sorten
bisher nicht die geringsten Verluste zu beklagen
gehabt habe .
Zunächst stelle ich aus meinen Erfahrungen
heraus für das Ueberwintern der Rosen die For¬
derung auf , dass die sonst üblichen Deckmaterialien ,
wie Stroh , trockener , strohiger Dünger , Laub ,
Kompost , Nadelstreu und Kiefernreisig mit der
niedergelegten Krone überhaupt nicht in Be¬
rührung gebracht werden dürfen , die Kronen
müssen unter allen Umständen hohl liegen ;
denn da die genannten Materialien in milden Wintern
die Kronen weder vor dem Ersticken noch vor dem
Verfaulen bewahren können , im Gegenteil die Schäden
begünstigen oder veranlassen , so sind sie allein zur
Ueberwinterung eben nicht zu gebrauchen . Und
welches ist der beste Ersatz ? Lediglich Dachpappe
und Erde . Erstere ist zur Verwendung in der
Rosenzeitung schon sehr oft empfohlen worden . Es
kommt aber nicht darauf an , dass man sich ihrer
bedient , sondern in welcher Weise sie zur Verwen¬
dung zu gelangen hat . Dies werde hier beschrieben .
Nachdem die Rosen im Herbste verschnitten
worden sind — ich besorge diese Arbeit stets im
Herbste — , werden die Kronen zur Erde nieder¬
gebeugt , in eine flache Grube gelegt und befestigt .
Die Veredelungsstelle muss frei liegen und mit dem
Erdboden nicht in Berührung kommen . Nun wird
die Krone rings mit Pappstücken so belegt , dass
die einzelnen Stücke dackziegelförmig übereinander
liegen und die Krone schirmartig bedeckt ist . Von
unten wird angefangen , das grösste und biegsamste
Stück kommt obenauf . Sorgfältig ist darauf zu
achten , dass die Krone überall verdeckt ist und
keine offenen Lücken entstehen . Nun wird das
Ganze je nach Klima , Lage und Bodenart sowie
nach dem Härtegrade der einzelnen Sorte etwa
8 — 15 cm hoch mit Erde bedeckt ; die Erde wird
rings um die Krone herausgehoben , so dass ein
kreisförmiger Graben entsteht , und zuletzt wird der
Erdhügel mit dem Schaufelrücken glattgeklopft ,
damit Regen nicht eindringen kann , sondern nach
der Seite hin abfliessen muss . Stehen mehrere
Hochstämme beieinander , so können ihre Kronen
unter einer gemeinsamen Decke vereinigt werden ,
wodurch das ganze Geschäft wesentlich vereinfacht
wird .
Diese Art der Bedeckung hat folgende Vorzüge :
1 ) die Rosen bleiben vor Nässe bewahrt ;
2 ) die Kronen sind unempfindlich gegen jeden
äusseren Kältegrad , da die Luft unter der
Papplage ein schlechter Wärmeleiter ist und
die Temperatur unter ihr auch in sehr strengen
Wintern wohl niemals unter 7 ° betragen
dürfte ;