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3 ) da die Kronen hohl liegen und mit fäulnis¬
erregenden Stoffen nicht in Berührung kommen ,
so bleiben sie vor dem Verfaulen bewahrt ;
4 ) der reichliche Luftvorrat unter der Papplage
schliesst jede Erstickungsgefahr aus .
Wer seine Theerosen in dieser Weise deckt ,
wird in jedem Frühjahr die Genugthuung haben ,
sie in genau demselben Zustande wiederzufinden ,
wie er sie eingedeckt hat , ohne die geringste nach¬
teilige Veränderung . Bei der Befolgung dieser
Methode ist es demnach wirklich gleichgültig , ob
der Winter mit Nässe oder mit strengem Frost
einsetzt , ob er lange währt oder nicht , ob wochen¬
lang eine Temperatur von — 20 0 oder eine gleich -
mässig milde Witterung herrscht : immer bleiben
die Kronen in gleichem vorzüglichem Zustande , auch
wenn nicht ganz ausgereifte Triebe vorhanden sein
sollten So hat sich bei mir eine Niphetos , von
der allgemein behauptet wird , dass es eine Unmög¬
lichkeit sei , sie im Freien zu durchwintern , 5 Jahre
gehalten ; nicht eine Spitze war erfroren oder ver¬
fault . Nur der Umstand , dass der von vornherein
nicht ganz gesunde Stamm sich im vorigen Jahre
von unten herauf mit Schimmel bedeckte , der
schliesslich auch die Krone in Mitleidenschaft zog ,
hat sein Eingehen verursacht . Mehrere Niel - Hoch¬
stämme [ sowie sämtliche Okulaten habe ich eben¬
falls stets mit gleich günstigem Erfolge überwintert .
Bei letzteren ist es übrigens ratsam , Pappstücke
zu wählen , welche dachartig aufgestülpt werden
können , damit die eingesetzten Augen nicht be¬
schädigt werden . Auch hier ist Hohlliegen der
Augen die Hauptsache . Halbe Cigarrenschachteln ,
Drainröhren , Hohlziegel verrichten übrigens bei
Okulaten dieselben Dienste wie Dachpappe . Von
niederen Rosensorten besass ich früher einmal :
The Queen , Golden Gate , Francis Dubreuil , Com -
tesse Daisy , Corinna und Bridesmaid . Auch diese
überwinterten 2 Jahre sehr vorzüglich . Da ich
sie dann veräusserte , so kann ich ein abschliessen¬
des Urteil über den Winterschutz niederer Busch¬
rosen nach obiger Methode nicht abgeben .
Zum Schlüsse noch folgendes .
Ich bin mir vollkommen klar darüber , dass
ein sehr grosser Unterschied zwischen der von mir
beschriebenen Methode und den sonst empfohlenen
nicht besteht . Neu aber ist jedenfalls die Forde¬
rung , dass die Rosen unter allen Umständen unter
Fernhaltung aller die Fäulnis begünstigenden Ma¬
terialien hohl gedeckt werden müssen . Ob meine
Methode wirklich einen Fortschritt bedeutet , über¬
lasse ich dem ' Nachdenken , dem Urteil und der
Prüfung der geehrten Leser . Sollte es unter diesen
einige Aengstliche geben , welche zögern sollten ,
aufs Ungewisse hin ihren gesamten Rosenvorrat
nach meiner Methode zu decken , so würde ich
raten , zunächst eine Probe , und zwar sofort mit
den zartesten Rosen zu machen , mittlerweile aber
wegen der Beschaffung des nötigen Quantums Pappe
für eine grössere Anzahl Rosen nicht zu zögern .
Möge der Erfolg nicht ausbleiben .
0 . Schröper ,
Hauptlehrer in Wronke , Prov . Posen .
Historische Skizze der perpetuellen
Damascener - Rosen .
Ich erwähne gelegentlich gern einer alten Lieb¬
lingsgruppe von Herbstrosen . Die Sorten stammten
von der alten Monats - und Vierjahreszeiten - Rose
ab , deren Varietäten mitunter mehr durch die
Köstlichkeit des Duftes als durch die Regelmässig¬
keit und Ueppigkeit des Baues merkwürdig sind .
Sie standen seinerzeit hoch im Preise , sind aber
durch die perpetuellen Hybriden in den Hinter¬
grund gedrängt worden .
Die karmesinfarbige Perpetuelle oder Rose du
Roi und ihre Abkömmlinge , wie Bernard Mayador ,
Stripped Crimson etc . sind die schönsten der Gruppe .
Die Rose du Roi ist schon ziemlich alt . Sie wurde
im Jahre 1812 im Garten von St . Cloud aus
Samen gewonnen , als Graf Lelieur der General -
Intendant des Gartens war . Sie erhielt daher
zuerst den Namen Rose Lelieur ; als aber ein
Offizier des königlichen Hauses die Schönheit dieser
Rose bewunderte , drang dieser darauf , dass man
ihr den Namen „ Königsrose " , Rose du Roi , bei¬
legte . Darüber entstand ein heftiger Streit mit
Graf Lelieur , der die Beibehaltung des alten Namens
verlangte . Die Sache gelangte unmittelbar vor
den Richterstuhl des Königs selbst , und die Ma¬
jestät entschied zu gunsten der zweiten glänzenden
Benennung .
Die perpetuellen Damascener sind Herbstblühe¬
rinnen , das heisst sie gehören zu den Sorten , die
schon im Juni blühen und bis in den November
fortblühen . Sie haben Stacheln und Laub wie die
gewöhnliche Damascener - Rose , ihrer viele ähneln
hinsichtlich der Blüte der Rosa gallica . Alle
Varietäten dieser Stammart verlangen einen reichen
Boden . | Sie gedeihen am besten auf ihren eigenen
Wurzeln oder sehr niedrig veredelt , sind ge¬
wöhnlich nur mittelwüchsig und wollen mit Schonung
beschnitten sein . Zur besseren Kenntnis dieser
Rosenart seien hier auch ihre Hauptvarietäten
angeführt . Diese sind :
Admiral Tourville , violettrot , Angelina ,
purpurrot , zwergwüchsig , Antinons , karmesin und
purpur , Armide , rosa 1847 , Athos , rosa 1847 ,
Belle Faber ( Grande ) , rosakarmin , Belle
Italienne , tiefrosa , ßernard ( Madame Ferray ) i
lachsfarbig , Bifera venusta , blassrosa , Billard
( Georgine ) , pfirsichfarbig , Carmin royal , hell -
kannin , Ciaire Duchatelet , fleischfarbigrosa ,
Celestina , rosa , Couronne deBeranger , röt -