Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna

Von

HANS SCUPIN, Halle a. S.

(Mit Taf. 1XV und 50 Textfiguren.)

Einleitung.

Die ersten Notizen über Teile des Löwenberger Kreidegebietes stammen schon aus dem 18. Jahr­hundert und rinden sicli in Charpentier's Mineralogischer Geographie des Kurfürstentums Sachsen von 1785 bei Behandlung der Oberlausilz. Diesem Forscher waren bereits die Sandsteine, Tone, Ton­eisensteine und Kohlen der jüngsten Kreideschichten in der Gegend von Wehrau und südlich bei Ullers­dorf unweit Naumburg a. Qu. bekannt. Ziemlich gut gib! dann am Anfang des vorigen Jahrhunderts v. Räumer 1 die Verbreitung seiner »Pläner- und Quadergebilde« für den östlichen Teil des Gebietes an. Weitere Angaben machten später von Dechen 2 und im gleichen Jahre Lütke und Ludwig 8 . Auch A. Roemer widmet in seinen »Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges« dem Löwenberger Quadersandstein einige Bemerkungen, ebenso Grinitz in seiner Beschreibung der Kieslingswalder Kreide. Besonders mit den auch von Dechen behandelten, Kohlen führenden Ablagerungen der Kreide be­schäftigte sich BeybiCh in seiner Abhandlung »Über die Entwicklung des Klötzgebirges in Schlesien«.' 1 Auch Glocker's 6 Schilderung des Quadersandsteingebirges der preußischen Oberlausitz betrifft vorwiegend die jüngeren Schichten.

Beyrich war es wieder, der die in Frage kommenden Ablagerungen zum ersten Male strati- ^raphisch gliederte. Schon in seiner Abhandlung: Über die Lagerung der Kreideformation im schle- sischen Gebirge 6 wies Beyeich die tiefsten Schichten des Quaders dem Genoman, die jüngeren Pläner westlich Pilgramsdorf dem Turon und einen nicht näher bezeichneten Ton sowie den Quader von Giers-

1 Das Gebirge Niederschlesiens. Berlin 1819. S. 128. Es ist. liier nur die wichtigste Literatur besprochen. Ausführliche Literaturverzeichnisse linden sich in Roth, Erläuterungen zur geognostischen Karte vom Niederschlesischen Gebirge (Berlin 1867) und Gürich, Erläuterungen zur geologischen Karte von Schlesien (Breslau L890).

2 Das Flözgebirge am nördlichen Abhänge des Riesengebirges, Karsten's und Dechen's Archiv f. Mineralogie, 11, L888, S. 130.

3 Ebenda S. 251.

4 Karsten's Archiv, Bd. 18, 1844, S. 46.

5 Geognostische Beschreibung der preußischen Oberlausitz. Abhandl. d. naturforsch. Ges. zu Görlitz 1857, S, 194. « Abhandl. d. königl. Akad. d. Wiss. zu Berlin, 1854, S. 60.