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Inoceramus Kleini G. Müll. var. Taf. 11, Fig. 4 (8).
1888. Inoceramus Kleinii G. Müller. Obere Kreide am nördlichen Harzrand. Jahrb. der preuß. geolog. Landesanst. f. 1887, S. 415, Taf. 18, Fig. 1.
Zwei schlanke Steinkerne, von denen aber nur der eine doppelklappig ist, aus dem Oberquader von Gehnsdorf (Löwenberger Realgymnasium, Sammlung Dresler) könnten dieser im Emscher des Harzrandes vorkommenden Art angehören, wie ein Vergleich mit dem Original G. Mülleks zeigt, das allerdings bedeutendere Größe besitzt, so daß ich die Form vorläufig als Varietät aufführe. Für die Zugehörigkeit zu der Art spricht besonders auch das Vergleichsmaterial aus den Ghlomeker Schichten Böhmens, das mir durch Herrn ANDERT-Ebersbach bekannt wurde. Die linke Klappe überragt die rechte. Die Höhe der stark gewölbten Muschel erreicht etwa das Eineinhalbfache bis Doppelte der Längsausdehnung, der schlanke und spitze Wirbel ist etwas nach vorn gebogen und ragt über die Schloßlinie hervor. Ein kleiner bis mäßig großer Flügel ist von dem Hauptteil der Schale durch eine deutliche gerundete Bucht getrennt. Vorn fällt die Schale steil ab, die Vorderseite erscheint in ihrer ganzen Länge eingedrückt, bei beiden Stücken ist sie durch eine deutliche Kante abgegrenzt, hinter der sich die Schale noch etwa bis zur Mitte erhebt, um dann gleichmäßig wieder abzufallen. Die Achse bildet mit dem Schloßrand einen Winkel von etwa 60°, der Winkel zwischen Vorderrand und Schloßrand erreicht nicht ganz einen rechten. Die Oberfläche ist mit regelmäßigen, konzentrischen, flachbogigen Rippen bedeckt, die durch breitere Zwischenräume getrennt sind. Die Rippen stehen auf der einen (linken) Klappe des doppel- klappigen Exemplars etwas weiter als auf der anderen.
Die Form wird der schlanken Varietät des Inoceramus bohemicus Leonh. recht ähnlich, besonders auch durch die Eindrückung der Vorderseite, doch erscheint dies Merkmal hier noch extremer ausgebildet, indem diese hier noch steiler abfällt. Ferner erscheinen die Rippen etwas flachbogiger, auch kann der Flügel hier mitunter etwas bedeutendere Größe erreichen, wodurch sich die Form wieder mehr der vorigen nähert, von der sie sich durch die zum Schloßrand schräger gestellte Achse unterscheidet. In die Verwandtschaft der Form gehört vielleicht auch Inoceramus saxonicus Petraschek, 1 der aber bei weitem nicht so hoch und schlank wird.
Vielleicht nur ein verdrücktes Stück derselben Art ist das Fig. 8 abgebildete (Löwenberger Realgymnasium), das aus denselben Schichten stammt und hier anhangsweise erwähnt werden möge. Das Stück ist stark aufgebläht und zeigt eiförmige Gestalt. Der Wirbel ist spitz und nach vorn gebogen. Vorder-, Unter- und Hinterrand gehen in gleichmäßigem Bogen ineinander über. Gleichmäßige konzentrische Rippen bedecken die Oberfläche.
Inoceramus Lusatiae Ändert. Textfig. 34.
1911. Inoceramus Lusatiae Ändert. Die Inoceramen des Kreibitz-Ziüauer Sandsteingebirges. Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens des Humboldt-Vereins in Ebersbach in Sachsen. S. 54, Taf. 2, Fig. 1; Taf. 3, Fig. 3; Taf. 8, Fig. 3—5.
Durch Herrn Stadtrat Krautstrunk: in Bunzlau erhielt ich während des Druckes einige Stücke dieser von Ändert im Emscher des Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges aufgefundenen Art. Die Stücke 1 Inoceramen a. d. Kreide Böhmens und Sachsens, S. 158, Taf. 8, Fig. 5 und Textfig. 7. Palaeontographica. Suppl. VI. 27
